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Isernhagen Kritik an Radweg über die A7: Ist das die gefährlichste Stelle in Isernhagen?
Umland Isernhagen

K112-A7 in Isernhagen: Viele monieren Radwege als zu unsicher

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12:18 23.07.2019
Radfahrer zwischen Altwarmbüchen und Kirchhorst müssen die Vorfahrt beachten. Das führt zu unübersichtlichen Situationen an beiden Autobahn-Auffahrten. Quelle: Kai Schuntermann (Archiv)
Altwarmbüchen/Kirchhorst

 Für Gerhard Bargsten vom ADFC Isernhagen sind die Radweg-Furten an den Anschlussstellen der Autobahn 7 zwischen Altwarmbüchen und Kirchhorst nichts weniger als „die gefährlichsten Stellen in ganz Isernhagen“. Schon mehrfach kritisiert, hat sich dort bislang dennoch nichts geändert. Eine Altwarmbüchenerin will jetzt Unterschriften sammeln, um die Behörden zu Änderungen zu bewegen. Vielleicht ist das aber nicht mehr nötig: Tatsächlich könnte sich zumindest mittelfristig dort etwas tun.

Altwarmbüchenerin fürchtet um ihren Enkel

Das Fass zum Überlaufen gebracht hat für Heidemarie Neuhaus die Berichterstattung zum neuen eine Million Euro teuren Radweg zwischen Neuwarmbüchen und Thönse. „Schon mit viel weniger Geld“, so die Altwarmbüchenerin, ließen sich die Gefahrenstellen an den beiden Anschlussstellen der A7 entlang der Kreisstraße 112 entschärfen. Persönlich betroffen ist sie durch die Familie ihres Sohnes, die in Kirchhorst lebt: Wenn ihr Enkel mit dem Fahrrad unterwegs sei, dann fürchte sie regelmäßig um sein Leben oder zumindest seine Gesundheit.

Aus Neuhaus’ Sicht muss dringend etwas passieren. Einerseits sollte die Vorfahrt so geändert werden, dass die Autofahrer warten müssten, fordert sie. Anderseits sei es doch auch sinnvoll, die Radweg-Furten über die Anschlussstellen mit roter Farbe zu markieren, wie es gerade an Kreuzungen in Hannover passiere. „So viel kann das doch wohl nicht kosten.“ Sie will jetzt Unterschriften sammeln, um ihre Forderung nach mehr Sicherheit zu untermauern.

Radfahrer müssen an der A7-Querung Vorfahrt gewähren

Ungewöhnlich sind die beiden Querungen der Auf- und Abfahrten, weil die Fahrradfahrer entlang der K112 dort Autofahrern aus allen drei Richtungen Vorfahrt gewähren müssen: Links- und Rechtsabbiegern auf die Autobahn ebenso wie Autofahrern, die von der A7 kommen. Dafür wurde der Radweg beim Bau extra einige Meter vom Rand der K112 weggeschwenkt. Auf einem parallel zur K112 geführten Radweg hätten die Radfahrer Vorfahrt erhalten müssen.

„Für Rad- und Autofahrer ist das gleichermaßen sehr verwirrend“, kritisiert ADFC-Sprecher Bargsten. Autofahrer von der A7 müssen so erst am Rand der K112 den kreuzenden Autos Vorfahrt gewähren – also erst, nachdem sie den Überweg für Radfahrer passiert haben. Gerade lange Lastwagen versperrten regelmäßig Radfahrern den Weg. An der A37 in Beinhorn beispielsweise sei das anders geregelt – mit Vorfahrt für die Radfahrer, die Autos müssen warten. „Aus ADFC-Sicht ist das viel besser.“

„Als Radfahrer muss man sich verrenken“

Auch ein Burgdorfer, der regelmäßig nach Hannover fährt, moniert die Wegführung zwischen Kirchhorst und Altwarmbüchen: Man müsse sich als Radfahrer förmlich „verrenken“, um zu schauen, ob von hinten ein Auto komme. Und auch vielen Autofahrern sei offenbar nicht klar, wie sie sich zu verhalten hätten: Gerade in der Dämmerung, wenn die Schilder schlechter zu sehen sind, seien oft längere Verständigungen nötig.

Zu den Kritikern der Radweg-Führung gehört auch Fabian Peters (Grüne). Mehrfach in den vergangenen rund zehn Jahren habe man diese Stellen als gefährlich moniert, sagt der Ratsherr und Regionabgeordnete, aber nichts sei passiert. Er ist überzeugt: „So kann das nicht bleiben“ – auch besonders deshalb, weil viele von der A7 abfahrende Autos sehr schnell unterwegs seien.

Region will K112 außerorts umbauen

Kniffelig wird es dadurch, dass mehrere Behörden ein Mitspracherecht haben. Die Region ist als Straßenbaulastträger für die K112 zuständig, die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in gleicher Funktion für die Anschlussstellen. Untere Verkehrsbehörde ist die Gemeinde Isernhagen, für die fachliche Beratung ist die Polizei zuständig.

Sowohl Frank Schwarze von der Verkehrsbehörde der Gemeinde als auch Friedhelm Fischer von der Landesbehörde zeigten sich am Montag offen für einen gemeinsamen Ortstermin an den Anschlussstellen. Angelegt worden seien die Radfahrer-Furten damals so, um rechtsabbiegenden Autofahrern zur A7 einen besseren Blick auf die Radfahrer zu ermöglichen. Das sei ein bisschen dem damaligen Zeitgeist geschuldet, meint Fischer. „Heute würde man eher den Radfahrern Vorfahrt gewähren.“

Etwas konkreter wurde am Montag Regionssprecher Klaus Abelmann: „Wir planen da was.“ Noch in diesem Jahr wolle die Region einen Förderantrag beim Bund stellen, um in der Förderperiode 2020-2024 die K112 zwischen Altwarmbüchen und Kirchhorst auszubauen. Gerade an den Anschlussstellen seien schon „ziemlich üble Unfälle“ passiert. Ausdrücklich im Blick haben werde man beim Ausbau die Radwege: „Wir wollen da auch etwas für die Sicherheit der Radfahrer tun.“

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