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Isernhagen Mit drittem Haus kann Kiran
Umland Isernhagen Mit drittem Haus kann Kiran
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14:09 07.11.2017
Mit seinem dritten „Kinderhaus“ in Kathmandu hat der Kiran-Verein Platz für noch mehr Mädchen. Auf dem Foto begleitet Inge Busch (oben, Zweite von links) die meisten von ihnen auf einem Ausflug.  Quelle: Busch
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Kirchhorst

 Seit 19 Jahren holt der Verein Kiran Kinderhaus in Nepal Waisenmädchen von der Straße und bietet ihnen eine neue Lebensperspektive. Jetzt ist ein drittes Haus in Kathmandu errichtet worden. Derzeit leben dort 31 Mädchen und jungen Frauen. Vereinsgründer Inge und Klaus Busch aus Kirchhorst planen nun ihr alljährliches Benefizfest am 25. und 26. November in der Grundschule Altwarmbüchen, um für das Projekt Spenden zu sammeln.

Inge und Klaus Busch plakatieren derzeit für den Benefiz-Bazar. Quelle: Jarolim-Vormeier

Zuschuss von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit 

Im Neubau sind außer Wohnräumen für die Waisenmädchen  ein Büro und ein Gästezimmer untergebracht – und eine kleine Krankenstation, die gesetzlich vorgeschrieben ist. Zudem hat dort das Ehepaar, das das Kinderhaus leitet, seine neue Wohnung bezogen. Ausgestattet ist das Gebäude zudem mit einem großen Aufenthaltsraum, der von den Kindern auch als Lese-, Vortrags-, Fortbildungs- und Versammlungsraum genutzt werden kann. „Finanziell unterstützt hat den Neubau die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit“, berichtet Klaus Busch, der zusammen mit seiner Frau Inge den Verein 1998 gegründet hat.

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Mit dem dritten Gebäude können die Plätze im Kinderhaus aufgestockt werden. „Aber nur peu á peu - bis zu 40 Mädchen wollen wir künftig aufnehmen“, berichtet Klaus Busch. Dazu gibt es eine Vorgeschichte: Der 77-jährige Kirchhorster hatte im Frühjahr zusammen mit dem Kinderhausleiter und einigen der älteren Mädchen eine Reise in die Stadt Gurkha, die im Erdbebengebiet von 2015 liegt, unternommen. Dort holten sie vier Mädchen ab, die nun im Kiran-Haus ein neues Zuhause gefunden haben. Die Schwestern Rosmita (4) und Rojina (7) lebten dort mit ihrem arbeitslosen Vater und einem Bruder in einem Ziegenstall. Die Mutter war nach einer Gelbsuchterkrankung gestorben. „Die Dorfbewohner haben sich dafür eingesetzt, dass auch die vierjährige Ruth und ihre sechsjährige Cousine Sarita im Kinderhaus leben sollten“, erzählt Busch. Die verwaiste Sarita lebte bei ihrer 16-jährigen Schwester, die sich aber nicht mehr um sie kümmern konnte. Laut Busch kommen die vier Mädchen aus der Kaste der Unberührbaren. Das bedeute, dass sie in ihrer dörflichen Umgebung keinerlei Bildungschancen gehabt hätten.

Einige der älteren Mädchen aus dem Kiran Kinderhaus besuchen einen Tempel. Quelle: Busch

Drei Ehemalige arbeiten im Vorstand des Vereins mit

Fast zwei Dekaden lang engagieren sich die Vereinsgründer, die den Vorsitz im Mai 2016 an den Burgdorfer Alexander Laube abgegeben haben. Inge und Klaus Busch sind stolz auf „ihre“ Mädchen, die zum Teil längst junge Frauen sind. „Auch wenn sie so arm und am Rande der Gesellschaft aufwuchsen, treten sie heute selbstbewusst auf“, erklärt der 77-jährige Geologe. Einige hätte bereits Studium und Ausbildung abgeschlossen, vier seien verheiratet. „Drei von ihnen wirken nun im Vorstand des Kiran-Kinderhauses mit“, berichtet Busch, der von den Mädchen liebevoll „Opa“ genannt wird.

Langfristig planen die Buschs, dass auch die „Ehemaligen“ das Kinderhaus finanziell unterstützen. Beide hatten zwei Jahre lang in Nepal gelebt, bevor sie das Kinderhaus gründeten, in dem mittlerweile mehrere Dutzend Mädchen in  nunmehr drei vereinseigenen Gebäuden in Kathmandu als Großfamilie zusammenleben und individuell betreut werden.

Tänze, Torten und Tombala

Der Verein Kiran Kinderhaus in Nepal ist auf Spenden angewiesen, um seine Projekte umzusetzen. Einmal im Jahr generiert Kiran zudem Einnahmen aus einer Benefizveranstaltung. Am Sonnabend, 25. November, und Sonntag, 26. November, ist es wieder so weit: Jeweils von 14.30 bis etwa 18 Uhr gibt es in der Pausenhalle der Grundschule Altwarmbüchen, Bernhard-Rehkopf-Straße, ein buntes Programm. Am Sonnabend zeigen die Jüngsten der Musikschule Isernhagen und Burgwedel um 15 Uhr ihr Können. Die Ballettschule Kirchhorst präsentiert sich um 15.45 Uhr. Am Sonntag sind der Chor des Gymnasiums Isernhagen (15 Uhr) und eine Stunde später der Kinderchor von St. Pankratius aus Burgdorf zu hören.

Besucher können an beiden Tagen Kaffee, Tee, Kuchen und Waffeln kaufen, Lose für eine Tombola erwerben und auf einem Kunsthandwerkermarkt stöbern. Dort sind in Nepal hergestellte Produkte im Angebot. Der Erlös aus den Verkäufen kommt dem Verein zugute.

Von Katerina Jarolim-Vormeier

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