Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Jauchzet und frohlocket
Umland Isernhagen Nachrichten Jauchzet und frohlocket
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:28 19.12.2016
Impressionen vom Weihnachtsoratorium im Isernhagenhof.
Impressionen vom Weihnachtsoratorium im Isernhagenhof. Quelle: Jürgen Zimmer
Anzeige
Isernhagen F.B.

Als Maria ihr Kind unter widrigen Umständen in einem dunklen, miefigen Stall gebar und Jupp nicht wirklich eine Hilfe war, gab es noch keine christlichen Kirchen, nicht einmal Christen. Und als Johann Sebastian Bach sein sechsteiliges Oratorium für Gesangssolisten, gemischten Chor und Orchester ab dem ersten Weihnachtstag 1734 in Leipzig einzeln aufführen ließ, hat er ein wenig getrickst. Gleich die Eröffnung des Chores in Teil eins, „Jauchzet frohlocket“, war einmal eine profane Glückwunschkantate an eine Dame der Gesellschaft. Und der Kunstgriff, ein solches Großwerk mit einem Paukensolo zu eröffnen, hat dem Meister des Barock sicherlich ein Lächeln ins Gesicht gezaubert.

Aber daran haben vermutlich die wenigsten der 400 Besucher des Weihnachtsoratoriums der Musikschule Isernhagen & Burgwedel am Sonntagnachmittag gedacht, als sie erwartungsvoll die Scheune des Isernhagenhofs füllten. Gehört doch für viele Menschen der Konzertbesuch zum alljährlichen festen Ritual in der vorweihnachtlichen Zeit, denn schon lange werden ausgewählte Teile des Oratoriums als Konzert aufgeführt.

Nach dem großen Erfolg im Vorjahr war es für den musikalischen Leiter Jan Behnken klar, dass es eine Fortsetzung geben wird. Es gehört nicht wenig Mut dazu, drei Teile (eins, fünf, sechs) dieses aufwendigen Werkes mit einem Projektchor aus Laien, der Chorklasse des Gymnasiums Isernhagen und einem bunt zusammengewürfelten Orchester aus Lehrern der Musikschule und Orchestermusikern zu bestreiten. Um es vorwegzunehmen: Es ist vorzüglich gelungen. Das fand auch Martin Lüssenhop, vielen als Leiter des Oratorienchors Burgwedel bekannt, der für das Continuo, den Generalbass, verantwortlich war: „Da gibt es keine Konkurrenz. Es macht riesigen Spaß mitzumachen. Ganz tolles Niveau.“

Seit September ließ Behnken einmal die Woche intensiv proben. Für die Chorstimmen hatte er eigens eine CD gefertigt, damit auch zu Hause geübt werden konnte. „Alle kamen immer bestens vorbereitet. Wenigen war das Tempo zu hoch, die sind dann ausgestiegen.“ Den Besuchern wurde ein grandioses Konzert geboten, für das es reichlich Applaus gab. Für die Rezitative waren die Profis Jennifer Rödel, Merideth Nicollai, Sebastian Franz und Albrecht Pöhl verantwortlich.

Fotostrecke Isernhagen: Jauchzet und frohlocket

Von Jürgen Zimmer