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Nachrichten Ambulanter Hospizdienst bildet ehrenamtliche Sterbebegleiter aus
Umland Isernhagen Nachrichten Ambulanter Hospizdienst bildet ehrenamtliche Sterbebegleiter aus
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00:18 18.02.2019
Koordinatorin Ute Rodehorst (von links) und die Dozenten Waltraud Passoter und Markus Frank werben für den neuen Schulungskurs zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter. Quelle: Carina Bahl
Burgwedel

“Sie werden bald sterben“: ein einziger Satz, der alles verändert. Auf einmal ist der erste Schritt auf dem letzten Weg gegangen. Wie gehe ich mit meinen Angehörigen um? Was möchte ich noch tun? Mit wem kann ich über den Tod sprechen? Ein Sterbebegleiter, eine neutrale Person von außen, die nicht emotional eingebunden ist, kann in dieser Situation die ideale Unterstützung sein.

Mehr als 450 Menschen hat der Ambulante Hospizdienst für Burgwedel, Isernhagen und die Wedemark seit 2006 genau diese Hilfe ermöglicht. 44 ehrenamtliche Sterbebegleiter sind im Einsatz. „Und die Nachfrage steigt weiter“, sagt die hauptamtliche Koordinatorin Ute Rodehorst. Deshalb suche man jetzt Verstärkung.

Hospizdienst hofft auf männliche Verstärkung in der Begleitung

Vor allem Männer sind im Team der Sterbebegleiter gefragt. „Wir versuchen individuell den passenden Begleiter für jeden Betroffenen zu finden“, sagt Rodehorst. Bei der Sterbebegleitung gehe es nicht immer um Gespräche am Krankenbett. „Kinobesuche, Ausflüge oder Ähnliches gehören manchmal auch dazu“, sagt Waltraud Passoter, die als Gastdozentin für den Hospizdienst tätig ist. „Männer können mit Männern oft einfacher sprechen, weil man vielleicht schneller die gleichen Themen findet.“

44 Ehrenamtliche sind im Einsatz

In sechs Schulungskursen hat der Hospizdienst bereits mehr als 70 ehrenamtliche Sterbebegleiter ausgebildet, aber der Bedarf an Verstärkung ist groß. Denn natürlich handele es sich dabei um eine sehr intensive Erfahrung, die auch belaste. Die Begleiter müssten Pausen einlegen oder würden selbst in Lebenssituationen geraten, die eine solche Aufgabe nicht mehr zulassen. „Zum Beispiel, wenn gerade im eigenen Umfeld der Tod zum Thema wird“, sagt Rodehorst.

Dem Sterbenden die Regie überlassen

Um den aktuellen Pool an Ehrenamtlichen zu erweitern, startet der Hospizdienst im April einen neuen Schulungskurs zum Sterbebegleiter. „Diese Aufgabe gibt einem unheimlich viel zurück“, betont Pastor Markus Frank, der einen Teil der Schulung übernehmen wird. „Sie bedeutet auch eine abenteuerliche Reise zu sich selbst.“ Der Mensch sei das wichtigste Werkzeug bei der Sterbebegleitung. Denn den einen Weg, wie das funktioniere, gebe es nicht. Die Sterbebegleiter müssten vielmehr dem Betroffenen die Regie überlassen: Manch einer wolle viel über den Tod reden, manch anderer möchte die letzte Lebenszeit lieber mit fröhlichen Gedanken füllen.

Info-Abend für Schulung zum Sterbebegleiter

Wer sich vorstellen kann, ehrenamtlich Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten, ist zu einem Informationsabend am Dienstag, 26. Februar, im St.-Petri-Gemeindehaus am Küstergang in Großburgwedel eingeladen. Ab 19 Uhr werden Koordinatorinnen des ambulanten Hospizdienstes über den neuen Schulungskurs zum Sterbebegleiter informieren, der am Sonnabend, 27. April, beginnt und bis Ende November läuft. Die Teilnahme am Kurs kostet 130 Euro. Niemand wird verpflichtet, im Anschluss auch für den Hospizdienst tätig zu werden –wünschenswert wäre das aber natürlich schon. Wer sich vorab weitergehend informieren möchte, kann sich bei Ute Rodehorst und Ursula Nacke vom Hospizdienst unter Telefon (05139) 9703431 melden oder online auf www.ambulanterhospizdienst.de schauen.

Kommunikation und Einfühlungsvermögen sind wichtig

Die Begleitungen, die der Hospizdienst seit 2006 geleistet hat, waren sehr unterschiedlich. „Manchmal dauert es Jahre“, sagt Rodehorst. Die Begleiter seien dabei nicht nur eine wichtige Stütze für die Sterbenden, sondern auch für die Angehörigen. Daher werden sie auch in Themen wie Patientenverfügungen geschult. Im Fokus stehe aber die richtige Kommunikation und das Einfühlungsvermögen. „Auch das Abschiednehmen ist Teil der Begleitung“, erläutert Passoter. Oft entstünden enge Bindungen zwischen den Betroffenen, den Angehörigen und den Ehrenamtlichen. „Man muss es am Ende auch schaffen, dieses Band wieder zu lösen.“ Jeder, der sich die Aufgabe zutraue, sei willkommen.

Von Carina Bahl

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