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Nachrichten Korvettenkapitän mit einem Faible für Altes
Umland Isernhagen Nachrichten Korvettenkapitän mit einem Faible für Altes
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18:20 15.05.2014
Von Frank Walter
Von seinem Küchenfenster in Kirchhorst aus hat der FDP-/SPD-Bürgermeisterkandidat Christian Possienke den Maibaum an der Steller Straße gut im Blick. Quelle: Frank Walter
Isernhagen

Wichtige Entscheidungen auf die lange Bank zu schieben, das ist nicht die Sache von Christian Possienke. „Ich überlege gut, bin dann aber entschlussfreudig“, beschreibt sich der 38-Jährige selbst.

Diese Entschlussfreude zeigte sich dabei, wie Possienke in Kirchhorst gelandet ist. Als er mit seiner damaligen Freundin 2009 nach einem Ort suchte, um eine Familie zu gründen, stießen beide auf das alte Bauernhaus an der Steller Straße. „Wir haben uns direkt in das Haus verliebt“, sagt er. Bis zur Kaufentscheidung dauerte es dann nur ein paar Tage – und quasi „zwischendurch“ machte Christian Possienke seiner Tesja noch den Heiratsantrag.

Mittendrin statt nur dabei – mit dem Entschluss für Kirchhorst stand für Possienke fest, dass er sich einbringt in seiner neue Heimat. Zum Förderverein der Feuerwehr kam der damalige Neubürger, weil er als Nachbar beim Abbau des Maibaums half – „und am selben Abend war ich Mitglied“, erinnert sich der Jurist mit einem Lächeln. „Lebendige Heimatkunde“ bekommt er beim Doppelkopf mit Mitgliedern des Männerchors, und auch zu Hause zeigt sich Possienkes Faible fürs Historische: In der Diele hängen alte Landkarten der Umgebung, im „Herrenzimmer“ stehen außer einem guten Whiskey viele Geschichtsbände. Vor dem Haus parkt sogar ein alter Traktor. „Ein Geschenk meiner Frau. Leider ist der nicht mehr fahrbereit“, bedauert Possienke, der es bei der Marine bis zum Korvettenkapitän der Reserve gebracht hat.

Die Verantwortung, die er mit der eigenen Kanzlei übernommen hat, die trägt Possienke seit 2012 auch beim SSV Kirchhorst, der damals händeringend einen Vorsitzenden suchte. „Ich wollte nicht in einem Ort wohnen, in dem meine Kinder und ich keinen Sportverein mehr haben“, begründet er sein Engagement. Dass der 2,01-Meter-Hüne ein Teamplayer ist, das hat er auch in 20 Jahren als Handballer unter Beweis gestellt. „Zeitlich kriege ich das leider nicht mehr hin“, bedauert er

Jetzt hat sich Possienke wieder mehr aufs Tennisspielen verlegt, und da hat er sogar internationale Erfahrung: Als Austauschschüler hatte Possienke es im gemischten Doppel einmal bis zu den Staatsmeisterschaften in Louisiana geschafft.

Das Interview

Den Blick von außen als Vorteil

Sie sind erst 2010 von Hannover nach Isernhagen gezogen. Wie viel Isernhagen kennt der Kandidat Christian Possienke?

Isernhagen ist seit vier Jahren meine Heimat, wir sind als Familie angekommen. Ich spreche viel mit den Menschen, kenne mittlerweile die Befindlichkeiten der Leute in Isernhagen. Immer wenn es geht, bin ich mit dem Fahrrad unterwegs, da sieht man einfach viel mehr. Und die Landmarken der Gemeinde kenne ich ohnehin. Mein Onkel und meine Tante leben in N.B., mein Opa wohnte in Großburgwedel.

Sie treten als FDP-Mann gegen den CDU-Amtsinhaber an. Beide Parteien haben im Rat lange ganz eng zusammengearbeitet.

Ja das ist richtig, es gab viele Übereinstimmungen. Aber wir sind eine eigenständige Partei. Außerdem geht es bei der kommenden Wahl um das Amt des Bürgermeisters und darum, wie Politik gemeinsam mit unseren Bürgern gestaltet werden sollte.

Warum sind Sie denn gerade bei der FDP gelandet?

Weil ich die Grundideen teile. Bereits 1993 bin ich bei den Jungen Liberalen eingetreten. Die Partei stellt die Ideale der Bürger in den Mittelpunkt und nicht den Staat. In Isernhagen geht es aber nicht um die große Weltpolitik, sondern um Sachfragen.

Nicht jedes Mitglied will gleich Bürgermeister werden. Wie kam es zu der Kandidatur?

Der Vorstand hat mich gefragt, ob ich kandidieren will. Lange habe ich nicht überlegt. Zu diesem Zeitpunkt gab es nur einen Bewerber. Ich wollte, dass die Bürger eine Wahl haben.

Politische Erfahrungen können Sie aber nicht vorweisen, oder?

Politisch interessiert war ich schon immer. Ich hatte nie ein politisches Mandat inne, habe auch nie für ein politisches Amt kandidiert. Deshalb bin ich auch total unvoreingenommen. Das ist doch von Vorteil – der Blick von außen hilft.

Das sehen offenbar auch andere so. Mittlerweile unterstützt auch die SPD Ihre Kandidatur.

Genau. Gab es vorher vielleicht Potenzial für zehn oder 15 Prozent der Stimmen, so geht es jetzt um 50 plus X. Mein Ziel ist es, diese Wahl zu gewinnen.

Was halten Sie von Ihren Mitbewerbern?

Als Personen kenne ich sie zu wenig, um mir ein Urteil zu erlauben. Die kurzen Gespräche mit Herrn Bogya waren nett. Was das politische Miteinander angeht, unterscheiden wir drei uns aber sehr.

Steckbrief

Geboren: 12. August 1975 in Hannover

Wohnort: Kirchhorst

Familienstand: verheiratet, zwei Kinder: Julika (2) und Vinzenz (6 Monate)

Ausbildung: Jura- und Rechtsinformatik-Studium, Promotion in Arbeitsrecht

Derzeitige Tätigkeit: Rechtsanwalt

Lieblingsplatz in Isernhagen: der eigene Garten und die Feldmark

Hobbys: Familie, Sport, Lesen

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