Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Ehemaliger Bahnhof wird zum Wohnhaus
Umland Isernhagen Nachrichten Ehemaliger Bahnhof wird zum Wohnhaus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:23 16.05.2013
Von Frank Walter
Vom Balkon seines 650-Quadratmeter-Wohnhauses guckt Peter Nowak direkt auf die Bahnstrecke Hannover-Celle. Quelle: Frank Walter
Isernhagen

„Wir haben nach etwas Größerem gesucht“: Wenn man Peter Nowak fragt, wie er darauf gekommen ist, den ehemaligen Bahnhof in ein Wohnhaus verwandeln zu wollen, klingt die Antwort ganz simpel. 1998 war die Spätaussiedlerfamilie nach Deutschland gekommen. Die Eltern wohnten zuletzt an der Burgwedeler Straße in Isernhagen H.B. - doch der Wunsch, mit den vier mittlerweile erwachsenen Kindern und deren Partnern unter einem Dach zu wohnen, blieb bestehen. Da entdeckten die Nowaks das Verkaufsschild der Bahn AG am leer stehenden Bahnhof.

Vier Jahre ist der Notartermin mittlerweile her. Doch wer Großes vorhat, muss sich Zeit nehmen: Alte Wände mussten entfernt und neue gezogen, die Strom- und Wasserleitungen erneuert werden, gerade wird das Dach neu gedeckt. Vier der fünf Wohnungen sind mittlerweile bezogen. Dabei half, dass der älteste Sohn Waldemar gelernter Maurer ist. „Und ganz viel anderes habe ich im Internet gelernt“, sagt der 32-Jährige.

In jeder freien Minute wird am gemeinsamen Lebenstraum mit 650 Quadratmetern Wohnfläche gearbeitet. „Ich habe jetzt erst einmal vier Wochen Urlaub“, sagt Waldemar Nowak - natürlich für die Baustelle. Und auch finanziell ziehen alle mit. „Jetzt erneuern wir das Dach, dann müssen wir erst mal wieder ein bisschen sparen“, fügt Vater Peter hinzu. Entscheidungen fällt die Familie gemeinsam. Abends setzt man sich zusammen, spricht über die nächsten Projekte. Höchstens kleinere Reibereien gebe es dabei: „Meistens entscheiden ohnehin die Frauen“, gibt Flughafenmitarbeiter Peter Nowak offen zu.

Das Leben an der dicht befahrenen Bahnstrecke hat für ihn sowohl Vor- als auch Nachteile. Trotz Dreifachverglasung seien gerade die nächtlichen Güterzüge schon ganz schön laut, räumt er ein. Aber wenn der jüngste Sohn, der noch in München studiert, mit dem Zug heim zur Familie fahre, „dann hat er es wirklich nicht weit vom Bahnsteig“, scherzt der 55-Jährige. „Und die Hauptsache ist doch, dass man als Familie zusammen ist.“

Der alte Bahnhofvorsteher erinnert sich

Wenn einer den um 1930 errichteten Bahnhof in Isernhagen H.B. wie seine Westentasche kennt, dann ist das Berthold Enders. 1963 übernahm er dort den Posten des Bahnhofvorstehers.

„Im Haus gab es fünf Wohnungen, eine davon war meine Dienstwohnung. Im Erdgeschoss waren die Diensträume, die Güterabfertigung, die Gepäckausgabe und der Fahrkartenverkauf untergebracht“, erinnert er sich. Allein im Bahnhofsgebäude hätten damals vier Mitarbeiter gearbeitet, drei weitere im nahen Stellwerk auf der Nordseite der Bahnlinie Hannover- Celle, der sogenannten „Hasenbahn“. Doch mit der Elektrifizierung, dem zweigleisigen Ausbau der Strecke und der Modernisierung der Stellwerktechnik begann schon bald der Stellenabbau.

1970 schließlich wurde auch Berthold Enders nach Hannover versetzt, doch die Familie blieb in der ehemaligen Dienstwohnung im Bahnhofsgebäude in H.B. wohnen, direkt neben dem Güterschuppen. „Was haben wir für tolle Feste gefeiert im ehemaligen Wartesaal“, erinnert sich seine Frau Waltraud an die Zeit nach 1970, als im Erdgeschoss nur noch Relaistechnik und ein Notstromaggregat untergebracht waren, aber der Publikumsverkehr bereits der Vergangenheit angehörte. Eine wunderschöne Zeit sei das gewesen. Die vorbeifahrenden Züge hätten sie dabei nie gestört, ganz im Gegenteil: „In Großburgwedel war es uns anfangs fast zu ruhig“, sagt ihr Mann. Nur wenn der Wind günstig stehe, dann höre er ab und zu noch die Züge auf „seiner“ Bahnstrecke.

Die Nähe zu den Gleisen in Isernhagen H.B. hatte dennoch ihre Besonderheiten: „Der Glühlampenverbrauch war durch das Gerüttel enorm“, erinnert sich Waltraud Enders mit einem Schmunzeln. Und auch das Kopfsteinpflaster am Ende der Bahnhofstraße, das auch heute dort noch liegt, ist ihr gut in Erinnerung geblieben: „Bahnhofstraße - Hoppelstraße“ hätten die Kinder damals herumgescherzt.

Als das Ehepaar Enders 1986 nach Großburgwedel umzog, übernahm Sohn Michael die elterliche Wohnung - „er war der letzte Bewohner, bis er 2002 schließlich auszog“, erinnert sich Vater Berthold. Bis die Deutsche Bahn AG den ehemaligen Bahnhof vor vier Jahren an die Familie Nowak verkaufte, stand das Haus dann leer.

Die Enders haben die Familie Nowak bei einem Spaziergang kennengelernt. „Ich freue mich, dass das Haus von so netten Leuten weiter gepflegt wird“, sagt Berthold Enders.

Die Angst sitzt tief, das Gefühl von Sicherheit ist fort: Einbrecher haben am Wochenende eine Familie in Neuwarmbüchen heimgesucht. Nur die Tochter hat die Täter gesehen – in ihrem eigenen Kinderzimmer.

17.05.2013

Unbekannte haben am Wochenende den Fabrikverkauf des Taschenspezialisten Bree im Gewerbegebiet Erdbeerfeld heimgesucht. Nach Schätzungen stahlen sie Artikel im Wert von 10.000 bis 15.000 Euro.

Frank Walter 13.05.2013

Die Polizei hat am Sonnabend vier Jugendliche festgenommen, die zuvor einen 17-Jährigen geschlagen und mit einem Messer bedroht hatten. Das Opfer kam verletzt in die Medizinische Hochschule.

12.05.2013