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00:15 17.05.2013
Oft dauert es nur Sekunden, bis die Einbrecher ins Haus eingedrungen sind – doch die Geschädigten leiden oft jahrelang unter den Erlebnissen. Quelle: Sven Karsten (Symbolfoto)
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Isernhagen

Wenn die 49-jährige Neuwarmbüchenerin darüber sprechen muss, was ihrer Familie passiert ist, dann zittert ihre Stimme: „Die Einbrecher kamen mitten in der Nacht, und das, obwohl wir alle zu Hause waren.“ Zwischen 1 und 7 Uhr am Sonnabend passierte es: Durch die Hintertür drangen die Täter ein. „Wahrscheinlich war die Fußmatte in der Tür eingeklemmt“, vermutet die Frau. „Aber so etwas ist im Dorf doch eigentlich kein Problem.“

Seit acht Jahren lebt die Familie in Neuwarmbüchen. „Hier konnte man auch mal seinen Autoschlüssel aus Versehen stecken lassen“, sagt sie. Sie habe sich wohl und sicher in der Ortschaft gefühlt. „Ich dachte immer: Hier passiert so etwas nicht“ - bis Sonnabend.

Vorsichtig, fast lautlos müssen die Einbrecher vorgegangen sein: Durch die Hintertür ins Haus gelangt, stehlen sie aus dem Badezimmer im Erdgeschoss sämtlichen Schmuck, lassen aus den Wohnräumen ein Notebook und zwei Handys mitgehen, durchwühlen die Garage. „Ich bin Fotografin. Auf dem PC waren alle meine Bilder, private und berufliche“, sagt die 49-Jährige. Der Sachschaden werde wohl am Ende bei weit mehr als 10.000 Euro liegen. Der ideelle Verlust hat keine Zahl, ist aber zu spüren: „Ein Schmuckstück habe ich zur Geburt meiner Tochter bekommen“, sagt die Neuwarmbüchenerin und muss die Tränen unterdrücken.

Viel schlimmer aber als der Verlust der Dinge, die die Einbrecher erbeutet haben, ist die schreckliche Gewissheit, dass die Einbrecher bis zur schwerbehinderten Tochter in ihrem Kinderzimmer vorgedrungen sind: „Die haben vor einem Rollstuhl und einem Pflegebett keinen Halt gemacht“, sagt die Mutter schockiert. Am Morgen habe ihre 17-jährige Tochter, die unter schweren Spastiken leidet, erzählt, dass eine fremde Frau bei ihr im Zimmer gestanden habe.

Das Kinderzimmer liegt im Erdgeschoss - neben dem Bad, in dem die Einbrecher waren, und neben dem Elternschlafzimmer. „Die Tür zu unserem Zimmer war zu, sonst hätte ich bestimmt etwas gehört. Eine Mutter schläft nie tief“, sagt die 49-Jährige. Ihre Tochter könne seitdem nicht schlafen, weine viel und sei körperlich angespannt. „Ich weiß nicht, wie sie das alles verkraften wird.“

Die Gewissheit, dass die Einbrecher sich von den Bewohnern und der Außenbeleuchtung nicht abhalten ließen, lässt die Familie verängstigt zurück: „Wer weiß, was das für Verrückte sind.“ Ihr Haus wollen sie jetzt zusätzlich sichern und sich einen Hund anschaffen. „Als erstes muss ich aber für die Versicherung eine Liste erstellen, was die Täter alles mitgenommen haben“ sagt die 49-Jährige. Das Gefühl, sich im eigenen Zuhause sicher zu fühlen, wird sie dort nicht aufschreiben - aber das haben die Einbrecher vielleicht für immer mitgenommen.

Sechster Einbruch gemeldet

Zu den insgesamt fünf Einbrüchen in Neuwarmbüchen vom Wochenende ist jetzt noch ein sechster dazugekommen. Wie erst am Montag bekannt wurde, ist in der Nacht zum Sonnabend ein zweites Wohnhaus an der Straße An der Alten Ziegelei von Einbrechern heimgesucht worden. Auch für die weiteren vier Einbrüche an den Straßen Hinter den Höfen, Farster Straße und Am Sahlgarten sucht die Polizei Großburgwedel weiterhin dringend nach Zeugen: „Uns liegen leider keine Personenbeschreibungen vor“, erklärte ein Polizeisprecher. Jeder Hinweis von Nachbarn, die irgendetwas bemerkt haben, sei daher wichtig. Insgesamt beläuft sich der entstandene Schaden der Einbruchsserie in Neuwarmbüchen auf weit mehr als 10.000 Euro. Zeugen sollten sich umgehend bei der Polizei unter Telefon (0 51 39) 99 10 melden

Carina Bahl

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