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Nachrichten Abschied nach 16 Jahren
Umland Isernhagen Nachrichten Abschied nach 16 Jahren
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00:16 23.12.2016
16 Jahre gemeinsam in der Verwaltungsleitung: Frank Niemeier (links) und Arpad Bogya.
16 Jahre gemeinsam in der Verwaltungsleitung: Frank Niemeier (links) und Arpad Bogya. Quelle: Frank Walter
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Isernhagen

„Ich bin überwältigt“, machte Isernhagens scheidender Erster Gemeinderat Frank Niemeier bei seiner offiziellen Verabschiedung am Dienstagnachmittag keinen Hehl daraus, wie gerührt er angesichts des großen Publikums im Isernhagenhof war – und scherzte: „Wären doch so viele Mitarbeiter auch einmal bei der Weihnachtsfeier oder beim Betriebsausflug dabei gewesen.“

16 Jahre lang hat Niemeier die Geschicke der Gemeinde als hauptamtlicher Stellvertreter von Bürgermeister Arpad Bogya mitverantwortet. „Es mag jetzt schmalzig klingen“, leitete Niemeier in seiner Abschiedsrede ein, „aber ich bin wirklich stolz darauf, hier gearbeitet haben zu dürfen. Es war toll.“ Sein Dank gelte dem kompletten Rathausteam – „was wären wir oben in der vierten Etage schon ohne Euch?“ – und nicht zuletzt Bogya, der ein Freund geworden sei in all den Jahren.

Das beruht auf Gegenseitigkeit: Offen und vertrauensvoll sei die Zusammenarbeit gewesen, „auf Deine Loyalität konnte ich mich immer verlassen. Und es hat sich eine echte Freundschaft entwickelt“, gab Bogya seinem Stellvertreter mit auf den Weg. Bei der ersten Wahl Niemeiers im Jahr 2000 habe es noch „Hickhack im Rat“ gegeben, die Wiederwahl 2008 sei dann einstimmig erfolgt. „Das sagt schon einiges.“ Als „Bauminister“ und „Infrastruktur-Papst“ könne Niemeier eine eindrucksvolle Bilanz vorweisen, lobte Bogya. 38 Millionen Euro seien in seinem Verantwortungsbereich verbaut worden, unter anderem bei der Aufstockung der Kinderbetreuung. „Das war eine gewaltige Schlagfrequenz, inhaltlich anspruchsvoll und arbeitsaufwendig.“ So etwas gehe nur, wenn man ziel- und sachorientiert arbeite, durchsetzungsstark sei und die Menschen mitnehme. „Und das kannst du.“

Eine herzliche Umarmung Niemeiers ging an Cornelia Holderith, die nicht nur die Feier organisiert hatte und sich immer wieder mit einem fürsorglichen „Alles gut?“ an ihn wandte, sondern auch immerhin 15 Jahre lang seine rechte Hand im Vorzimmer war. „Ich bin ja manchmal schon tough, aber er hat das gut weggesteckt“, betonte diese. „Wenn man mit seinem Chef lachen kann, dann macht die Arbeit Spaß.“ Und Niemeier wusste sich auch an die besondere Fürsorge an langen Arbeitstagen zu erinnern:„Da wurden auch schon mal Brote geschmiert.“

Um die musikalische Untermalung der Feier kümmerte sich Opernsänger John Pickering aus Kirchhorst, der besonders mit Sinatras "My Way" für Gänsehaut-Atmosphäre sorgte. Bei der Geschenkauswahl orientierten sich der Personalrat und Niemeiers Amtskollegen aus anderen Kommunen an dessen großen Plan: eine Fahrradtour zu seinem Enkel nach Basel. Bis dahin bleibt der 64-Jährige Isernhagen aber noch zumindest ein bisschen erhalten. Um Planungen wie für den Feuerwehrhaus-Neubau in H.B. zu Ende zu führen, arbeitet er noch eine Zeit lang stundenweise weiter – ausgestattet mit einem Werkvertrag.

Von Frank Walter und Carina Bahl

19.12.2016
19.12.2016