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Nachrichten Gähnende Leere am Hufeisensee
Umland Isernhagen Nachrichten Gähnende Leere am Hufeisensee
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00:35 13.05.2018
Der Sicherheitsdienst braucht am Hufeisensee nicht eingreifen. Familien liegen am Strand - Betrunkene sucht man vergebens. Quelle: Carina Bahl
Isernhagen/Wedemark/Langenhagen

 Die Pferde der Polizei-Reiterstaffel grasen gemütlich am Seeufer, das DRK-Team hat erst ein Pflaster geklebt und macht Pause, ein paar Kinder spielen am Strand und die Infozettel zum Alkoholverbot wehen vor verwaisten Wiesen: So leer war der Hufeisensee in Isernhagen H.B. am Vatertag seit Jahren nicht mehr.

„Alter, hier ist ja gar nichts los. Lass schnell weiter“, sagt ein 19-Jähriger zu seinen Kumpels, mit denen er eigentlich einen Party-Zwischenstopp am See machen wollte – und schon rollt der gut gefüllte Bollerwagen weiter. Gerade einmal 15 Pfandflaschen hat derweil eine Rentnerin aus den Papierkörben am Ufer fischen können. „Lohnt sich heute nicht“, stellt sie trocken fest.

Polizei ist zufrieden

So enttäuscht manch Pfandsammler oder Partygänger am Donnerstagnachmittag ist, so zufrieden blickt Jan Strüber, Einsatzleiter der Polizei, auf den Uferbereich am Hufeisensee: „Das Konzept ist voll aufgegangen. Die Verbote haben Wirkung gezeigt“, bilanziert er. Die Gemeinde und Städte und nicht zuletzt die Polizei hatten zuvor massiv über soziale Netzwerke und Medien diese Verbote öffentlich gemacht. „Wahrscheinlich sind die Gruppen deshalb gar nicht erst gekommen“, glaubt Strüber. Sachbeschädigungen, Körperverletzungen, stark betrunkene Jugendliche, die mit Polizeibegleitung nach Hause gebracht werden mussten? Bis zum späten Nachmittag ist davon nichts passiert. „Wir sind also sehr zufrieden“, sagt Strüber.

Aber wo sind die Feierenden, die sich in den Vorjahren zu Tausenden am Hufeisensee getroffen haben, bloß hin? „Wir haben auch die Umgebung dank der Reiterstaffel genau im Blick. Wir wissen es nicht“, sagt Strüber. Gruppen mit bis zu 100 Personen hätten teils Stopp am Wietzesee gemacht, seien durch die Feldmark auch zum Waldsee gezogen. „Aber das hat sich alles sehr schnell aufgelöst und ist friedlich geblieben.“ 

Ruhe und Entspannung am Waldsee

Tatsächlich: Ob Silber-, Wald- oder Hufeisensee – alle Treffpunkte, die per Allgemeinverfügung frei von starkem Alkohol und lauter Musik bleiben mussten, sind am Donnerstagnachmittag nur von Familien belegt. „Richtig schön ruhig ist das hier heute. Das hatten wir nicht erwartet“, sagt Dorothee Kleinholz, die am Waldsee in Langenhagen ihre Picknickdecke ausgebreitet hat.

Nur in den Wohngebieten rund um den Waldsee kommt es zu Diskussionen mit Anwohnern, weil ab dem späten Nachmittag immer wieder Betrunkene auf der Straße liegen bleiben – Autofahrer brauchen Geduld. „Am Vormittag hatten wir auch ein paar Anrufe, weil große Gruppen gegrölt haben“, sagt Strüber. Aber eingreifen mussten die Polizisten auch dort nicht. „Die Gruppen haben sogar Müllbeutel dabei gehabt und einen Spielplatz aufgeräumt, auf dem sie sich getroffen hatten.“

Die klassischen Treffpunkte zum Vatertag in Isernhagen und Langenhagen sind am Donnerstag weitgehend verwaist geblieben. In der Wedemark wurde aber kräftig gefeiert.

Meitzer Straße bleibt beliebter Treffpunkt für Feierende

Nur an einem beliebten Treffpunkt im Norden Hannovers erinnert das Bild an das der Vorjahre: Auf der Meitzer Straße zwischen Hellendorf und Meitze konnte die Gemeinde kein Alkohol- und Musikverbot aussprechen – der Bereich war zu schwer einzugrenzen. Das wissen auch die Feiernden und pilgern aus allen Himmelsrichtungen zusammen auf der eigens für ihre Party per verkehrsbehördlicher Anordnung gesperrten Straße. 

Drei Bullis sind vor Ort, der vom Eismann ist dicht umlagert.  Die Besatzung von zwei Polizei-Bullis behält die jungen Leute permanent im Blick. Um 16.30 Uhr taxiert Einsatzleiter Jan Strüber deren Zahl auf 150 bis 200, aber zu diesem Zeitpunkt sind noch zahlreiche Bollerwagen-Gruppen unterwegs in Richtung  Partymeile. Dort attestieren sich beide Seiten gegenseitig Gelassenheit und gute Laune. Aber Strüber mag den Vatertag nicht vor dem Abend loben: „Wir bleiben hier und beobachten das weiter“, sagt er.

  

Von Carina Bahl und Martin Lauber

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