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Umland Isernhagen Nachrichten Wie lässt sich die Busanbindung verbessern?
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00:26 07.04.2018
Gerade die Verbindung zwischen den Isernhagener Ortsteilen ist nach Meinung vieler Bürger und Politiker verbesserungswürdig. Quelle: Archiv
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Isernhagen

 Wie lassen sich die Busverbindungen zwischen den Isernhagener Ortsteilen verbessern? Eine Idee ist eine neue professionelle Ringlinie, eine andere sind ehrenamtlich gefahrene „Bürgerbusse“ – und manchem Politiker schwebt Isernhagen gar als Modellkommune für autonomes Fahren im öffentlichen Personennahverkehr vor.

Dass die Gemeinde nicht zufrieden ist mit der Entwicklung bei den Buslinien, das war bereits ihrer politisch abgesegneten Stellungnahme zum Nahverkehrsplan für die Region Hannover zu entnehmen. Zentraler Kritikpunkt bleibt die Verbindung zwischen den Altdörfern und dem Gemeindezentrum Altwarmbüchen – dafür, so die Kritik, sei auch in den derzeitigen Planungen für die Tagesrandzeiten und die Wochenenden keine verlässliche Anbindung vorgesehen.

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Abends und an den Wochenenden komme er mit dem Bus von Isernhagen N.B. aus zwar nach Hannover, Langenhagen oder Großburgwedel, sagt Grünen-Politiker Fabian Peters, der seit längerem auf das Auto verzichtet. „Aber nach Altwarmbüchen, wo wir das ‚Zentrum Isernhagen’ entwickeln, kommt man nicht“, moniert er.

Die SPD-Forderung aus dem Dezember, dass die Gemeindeverwaltung für eine neue Busringlinie durch alle Ortsteile ein erstes Gespräch mit der Region führt, ist mittlerweile erfüllt. Allerdings mit einem (noch) ernüchternden Ergebnis: Die Einrichtung einer neuen Linie erscheine nach den Vorgaben des Nahverkehrplans „wenig aussichtsreich“, die Mindestvorgaben seien erfüllt, heißt es in der Mitteilung an die Politik, die voraussichtlich im nächsten Bau- und Planungsausschuss diskutiert werden wird.

Um dennoch eine neue Linie beantragen zu können – die Entscheidung darüber obliegt letztlich der Regionsversammlung – braucht die Gemeindeverwaltung zunächst konkrete Vorgaben aus der Politik, was die Linienführung, die Taktung und die Frage angeht, ob die Busse gegenläufig oder nur in einer Richtung verkehren sollen. Die SPD Isernhagen sucht laut Parteichef André Marburg bereits in einer frisch gegründeten Arbeitsgruppe nach Antworten. Der Trend gehe dahin, mit einem Minimalvorschlag starten zu wollen – „nur in eine Fahrtrichtung, mit größeren Intervallen, bevorzugt in den Abendstunden und an den Wochenenden“, so Marburg, der dabei unter anderem die oft monierte Anbindung des Kulturzentrums Isernhagenhof in F.B. im Blick hat.

„Ein augegorenes Konzept haben wir auch nicht“, räumt Grünen-Ratsherr Fabian Peters ein. Seiner Meinung nach sollte sich die Gemeinde für die Teilnahme an einem entsprechend geförderten Pilotprojekt bewerben, gern gemeinsam mit dem etablierten Anbieter Regiobus. Vielleicht ja sogar für autonom fahrende Kleinbusse? Dann zögen die Personalkosten als „Totschlag-Argument“ nicht mehr. Auch wenn eine alltagstaugliche Lösung vermutlich erst in einigen Jahren zu haben sein werde: „Wenn wir jetzt nicht mal anfangen, uns um Lösungen zu bemühen, stehen wir in fünf Jahren immer noch hier.“

Eine mögliche Alternative zu einer professionell betriebenen Ringlinie hat die Gemeindeverwaltung bereits vorgeschlagen: Bei den sogenannten „Bürgerbussen“ fahren Ehrenamtliche mit Personenbeförderungsscheinen in Kleinbussen festgelegte Routen nach Fahrplan ab. In Niedersachsen gebe es inzwischen mehr als 60 Kommunen – „auch hier im näheren Umkreis“ – die einen Bürgerbus-Verein gegründet hätten. Für SPD-Chef Marburg wären „Bürgerbusse“ allerdings lediglich die letzte Lösung: Dies wäre die Privatisierung einer öffentlichen Aufgabe, die Teil der Daseinsvorsorge sei.

Von Frank Walter