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Nachrichten Stören Windräder Radar?
Umland Isernhagen Nachrichten Stören Windräder Radar?
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19:38 09.07.2013
Von Martin Lauber
In vielen Windparks werden die Anlagen ausgetauscht.
In vielen Windparks werden die Anlagen ausgetauscht. Quelle: Lauber
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Isernhagen

Im Genehmigungsverfahren für die geplanten vier knapp 100 Meter hohen Anlagen östlich der Kreisstraße 116 müssen sich die Betreiber, die Firma Enercon und eine in Gründung befindliche Bürger-Energiegenossenschaft, nun noch wärmer anziehen. Einerseits ist laut Regionssprecher Klaus Abelmann die „besonders kollisionsanfällige“ Rohrweihe „ohne Zweifel von Bürgern, aber auch von unserem Jagdpächter im Lohnder Revier gesichtet worden“.

Für den Erhalt seines angestammten Platzes hat der seltene Greifvogel im Genehmigungsverfahren nun gewichtige Schützenhilfe erhalten: vom Deutschen Wetterdienst. Eine ausführliche Begründung des DWD liege zwar noch nicht vor, sagt Abelmann, doch als Betreiber einer Wetterradarstation auf dem Flughafen Hannover-Langenhagen habe er sich negativ geäußert. Solche Stationen sind etwa 50 Meter hohe Türme, von denen aus eine rotierende Antenne elektromagnetische Wellen in die Atmosphäre schickt. Daraus lassen sich Erkenntnisse über Niederschläge oder über heranziehende Unwetter gewinnen. Da Windräder zu „Löchern“ in den Messungen führen würden, gilt eine Verbotszone von 15 Kilometern. Solche Anlagen im Nahbereich des Radars seien hochgradig schwierig, sagt ein DWD-Sprecher.

Die Neuwarmbüchener Anlage liegt mit einem Abstand von 14,8 Kilometern Abstand knapp im Tabu-Bereich. „Wir schmeißen die Flinte nicht ins Korn“, sagte ein Enercon-Sprecher auf Anfrage. Dass die Rohweihe im Bereich des geplanten Windparks anzutreffen sei, bestreitet er nicht. Der Brutplatz befinde sich aber nach Aussage des eigenen Gutachters in einiger Entfernung im Bereich des Gutes Lohne. Die Einwände, die der Wetterdienst bundesweit gegen Windanlagen erhebe, seien ein Politikum. „Das muss jetzt im Verfahren entschieden werden.“ Man werde nicht davor zurückscheuen, ein Gericht anzurufen.

Volker Oertel 08.07.2013
Martin Lauber 07.07.2013