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16:49 21.10.2016
Die Fraktionen des neuen Gemeinderates - hier ein Foto der konstituierenden Sitzung 2011 - suchen nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Quelle: Walter (Archiv)
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Isernhagen

Der neue und besonders bunt gemischte Rat der Gemeinde Isernhagen sorgt für Rechenspiele bei den Parteien. Wer mit wie vielen Sitzen in den Ausschüssen vertreten sein wird, wer dafür ins Losverfahren muss – all das lässt sich aufgrund der knappen Wahlergebnisse und geringen Unterschiede bei der Sitzverteilung im Rat mit Gruppen schnell ändern.

Als Erste haben sich die Grünen für eine Vergrößerung entschieden: "Die neue Ratsfraktion wird mit der Einzelbewerberin Ute Bobe eine Gruppe im künftigen Gemeinderat bilden“, teilt Fraktionsvorsitzende Christiane Müller-Koenig mit. Dieses Ergebnis habe nach intensiven Gesprächen festgestanden, der Ortsverband habe diese Entscheidung bereits bestätigt. Vor allem die gute Erfahrung aus der früheren Zusammenarbeit im Ortsrat Altwarmbüchen habe zu diesem Entschluss geführt.

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Auch Bobe betont, man habe während dieser Zusammenarbeit viele politische Gemeinsamkeiten erfahren. "Jede andere mögliche Konstellation kam für mich nicht infrage.“ Insbesondere eine Zusammenarbeit mit der Bürgerstimme Isernhagen – der Bobe einst angehört hatte, bis es zu internen Streitigkeiten kam – sei keine Option für sie gewesen. "Meiner Bitte um Verständnis wurde in der Fraktion der Grünen entsprochen.“

Dass man sich für Bobe als Gruppenpartnerin und somit gegen Heiko Weichert von der Bürgerstimme entschieden hat, überrascht diesen besonders: "Dieses Vorgehen irritiert mich sehr nach der guten Zusammenarbeit in den vergangenen fünf Jahren.“ Er habe wenigstens auf Gespräche gehofft. "Natürlich wäre eine Gruppe mit den Grünen für mich logisch gewesen. Wir haben die meisten Übereinstimmungen“, sagt Weichert. Aber auch er betont: "Mit Frau Bobe zusammen, das wäre nichts geworden. Das passt menschlich nicht.“ Die Entscheidung der Grünen müsse er nun akzeptieren. Dass er die Absage an ihn über Dritte erfahren musste, ärgert Weichert aber: "Kein guter Stil.“ Aus Sicht Müller-Koenigs stellt sich das anders da: "Wir hatten Kontakt, aber nach der Entscheidung für Frau Bobe hat es keinen Grund mehr für ein weiteres Gespräch gegeben.“

Weichert wiederum setzt jetzt auf ein Treffen mit der SPD, für die er wiederum ein Joker sein könnte: "Mit mir hätte die SPD einen Sitz mehr in jedem Ausschuss.“ Auch mit den Sozialdemokraten gebe es viele Gemeinsamkeiten. "Wir haben den Vorschlag von Herrn Weichert noch nicht abschließend beraten“, sagt SPD-Chef Herbert Löffler. Die neue SPD-Fraktion wird derweil von Hans-Edgar Ojemann angeführt.

Weichert, der bisher für die Linken als Einzelkämpfer im Rat vertreten war, hatte eben dieses Schicksal mit der Gründung der Bürgerstimme Isernhagen abwenden wollen. "Aber die Stimmen haben nicht gereicht. Jetzt ist das so“, resümiert er. Sollte sich keine Gruppe bilden lassen, wolle er künftig "etwas griffiger agieren“. Vor allem Bürgerbeteiligungen per Umfrage und eine „klare politische Kante“ schweben ihm vor.

Von Carina Bahl

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