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Umland Isernhagen Nachrichten Real Drive steht vor dem Abriss
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20:33 13.05.2012
Foto: Real-Drive-Storemanager Michael Hommel zeigt die gefüllten Einkaufswagen, die auf ihre Abholung warten.
Real-Drive-Storemanager Michael Hommel zeigt die gefüllten Einkaufswagen, die auf ihre Abholung warten. Quelle: Bahl
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Isernhagen

Während gegenüber seit wenigen Wochen die Bagger das Gebäude des ehemaligen Möbelhauses Unger abreißen, wird auch der Real Drive an der Opelstraße in Altwarmbüchen zum Herbst hin seinen Standort wechseln müssen. Das bestätigte Storemanager Michael Hommel am Sonnabend. „Wir wussten von Anfang an, dass das Gebäude abgerissen werden soll.“ Das leer stehende Haus hatte der Eigentümer damals Real Drive kostenlos zur Verfügung gestellt. „Altwarmbüchen war der Testort für das neue Konzept“, sagte Hommel. An der jetzigen Stelle werde nächstes Jahr ein großes Möbelhaus des Unternehmens Höffner gebaut.

Wo und wie es für Real Drive weitergeht, steht noch nicht fest. „Drei bis vier Standorte im Gewerbegebiet von Altwarmbüchen sind momentan im Gespräch“, sagte Hommel. Aber auch ein Verkauf direkt am Lager von Real wäre denkbar. Eines sei jedoch sicher: „Der neue Real Drive wird deutlich kleiner werden. Eine Fläche von bis zu 800 Quadratmetern ist geplant.“

Das Konzept, im Internet Einkäufe zu bestellen und sie kurze Zeit später fertig zusammengestellt abzuholen, gibt es in Altwarmbüchen seit eineinhalb Jahren. Der Zulauf könnte besser sein, sagt Hommel: „500 bis 800 Kunden nutzen Real Drive wöchentlich. Viele Kunden sind aber skeptisch, und Ältere erreichen wir damit kaum.“

Um dieser Skepsis entgegenzuwirken, öffnete Real Drive am Sonnabend seine Türen und gewährte Interessierten einen Blick hinter die Kulissen. In kleinen Führungen konnten sich Besucher erläutern lassen, wie die rund 5.500 Artikel gelagert werden und welche Schritte von der Onlinebestellung bis zum Abholen ablaufen. Die Räume gleichen einem echten Supermarkt. Mitarbeiter laufen mit Einkaufszetteln herum und befüllen die Wagen für die Kunden. Gekühlte Ware wird in kleinen Boxen bis zur Abholung kaltgestellt. Besonders die Frage nach der Frische der Produkte stellte sich bei den Besuchern. „Im Gegensatz zum Hauptmarkt sortieren wir die Artikel hier nicht drei Tage, sondern eine Woche vor Ablaufdatum aus“, beruhigte Hommel die Bedenken.

Verwunderung zeigte sich bei den Besuchern auch, warum Kunden seit Kurzem nicht mehr bar aus dem Auto heraus, sondern im Foyer des Real Drive zahlen müssen. „Unbekannte haben mit roher Gewalt Kassenschubladen aus den Bezahlstationen gerissen“, sagte Hommel dazu. Aus Sicherheitsgründen sind die Barkassen daher in den Innenraum verlagert worden. Eine Erneuerung der Sicherheitssysteme habe kurz vor dem Umzug keinen Sinn mehr gehabt.

Carina Bahl