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00:16 10.03.2017
Der SSV-Vorsitzende Christian Possienke (Zweiter von rechts) und sein Stellvertreter Bernd Bode (daneben) freuen sich, dass mit Nicole und Igor Pantic (mit ihrem ältesten Sohn Mihailo, 14) endlich wieder ein Pächterpaar für das Klubhaus gefunden ist.
Der SSV-Vorsitzende Christian Possienke (Zweiter von rechts) und sein Stellvertreter Bernd Bode (daneben) freuen sich, dass mit Nicole und Igor Pantic (mit ihrem ältesten Sohn Mihailo, 14) endlich wieder ein Pächterpaar für das Klubhaus gefunden ist. Quelle: Frank Walter
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Kirchhorst

Was das gastronomische Angebot angeht, sind die Kirchhorster wahrlich nicht gesegnet: Das Gasthaus Grethe ist seit Jahren geschlossen, der Seeteufel mittlerweile ebenso – und seitdem auch der Maikäfer dicht gemacht hat, ist der Osten des Straßendorfes gastronomisches Niemandsland. Bleiben im Westen die Kirchhorster Kaffeestuben, die allerdings um 18 Uhr schließen, und die Piazza Italiana, die man abends auch nur an Donnerstagen ansteuern kann.

In diese Lücke stößt jetzt der SSV Kirchhorst, der endlich wieder ein Pächterpaar gefunden hat. Seit Rentnerin Lotti aufgehört hat, die das Klubhaus „mit viel Herzblut und Liebe zum Verein“ geführt hatte, habe man keine wirklich gute Lösung mehr gefunden, so der stellvertretende SSV-Vorsitzende Bernd Bode.

Zuletzt hatte der Sportverein ein Ehepaar acht Jahre lang als Minijobber angestellt, weil dieses kein Interesse gezeigt hatten, als Pächter selbst ins Risiko zu gehen. Wirklich glücklich geworden ist der SSV mit diesem Modell nicht: „Für unsere Mitglieder hätten wir uns mehr Verlässlichkeit gewünscht – und längere Öffnungszeiten“, so Bode. Wenn beispielsweise die Tennisspieler im Sommer bis abends auf dem Platz stünden und anschließend nicht einmal mehr etwas trinken könnten, sei das sehr unglücklich.

Als die Vereinsangestellten ihren Abschied zum Jahresende angekündigt hatten, habe man deshalb per Zeitungsannonce gezielt nach einem Pächterpaar gesucht, erläutert der SSV-Vorsitzende Christian Possienke. Einem sehr guten Gespräch mit Nicole und Igor Pantic folgte der Handschlag, die Unterzeichnung der Verträge war dann nur noch Formsache. Die Familie Pantic – auch die Kinder Mihailo (14), Djordje (12), Jovana (10) und Nikola (1) gehören dazu – hat die Wohnung über der Klubgaststätte bezogen. Auch das war dem Verein wichtig, der zu Zeiten, als die Wohnung leerstand, mehrfach von Einbrechern heimgesucht worden war. „Und ich wollte gern dort arbeiten, wo wir wohnen“, sagt Igor Pantic.

Mittlerweile hat er den Gastraum in frischem Orange gestrichen, neue Vorhänge sorgen für Gemütlichkeit, neue Möbel sollen noch folgen. Hatte es zuvor keine richtige Speisekarte gegeben, so setzt Pantic bei der Bewirtung seiner Gäste vor allem auf seine Pizzaöfen. In seiner Heimat Serbien hatte das Ehepaar eine eigene Pizzeria geführt, in Deutschland – seit 2011 neuer Wohnort – hatte Igor Pantic bei einem Pizza-Bringdienst gearbeitet. Im Winterhalbjahr will das Ehepaar die Klubgaststätte verlässlich von 18 bis 21 Uhr sowie sonntags je nach Heimspielplan öffnen, in der warmen Jahreszeit dann von 16 bis mindestens 21 Uhr. Bei den Kirchhorstern punkten wollen die Pantics außer mit Pizza auch mit selbstgebackenem Kuchen, sommerlichen Grillfesten und eventuell einem Mittagstisch mit serbischen Gerichten an den Sonnabenden.

„Es liegt in Ihrer Hand, was daraus zu machen“, sagt Vereinsvize Bernd Bode. „Und wir sind wirklich hoch motiviert“, entgegnet Igor Pantic.

Von Frank Walter