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Isernhagen Wildriss am Bahnhof: War es ein Wolf?
Umland Isernhagen Wildriss am Bahnhof: War es ein Wolf?
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15:46 16.01.2019
Das tote Damtier liegt auf einer Wiese in Sichtweite der Bahnhofs Isernhagen. Quelle: privat
Isernhagen H.B

Keine 200 Meter vom Isernhagener Bahnhof entfernt haben Spaziergänger am Dienstagmorgen ein totes Damtier entdeckt. Jäger sind sich sicher, dass es sich dabei um den Riss eines Wolfes handelt. Letzte Sicherheit wird es aber nicht geben, da keine DNA-Probe gesichert wurde.

Für Jagdpächter Dieter Lüpke gibt es keinen Zweifel: „Für mich war das eindeutig ein Wolf.“ Der Kehlbiss sei typisch, Wölfe würden sich zuerst über die Eingeweide ihrer Beute hermachen, und der Angreifer habe auch mehrere Rippen geknackt. Auch Jäger Hendrik Rathmann glaubt aus diesen Gründen nicht, dass das Tier einem wildernden Hund zum Opfer gefallen ist. Bei Rehen komme so etwas leider immer wieder vor, ein Damtier sei dafür aber auch schlicht zu groß. Zudem sei zuviel weggefressen worden: „Wohl niemand würde seinem Hund da zwei Stunden beim Fressen zugucken.“

Entdeckt worden war das offenbar recht frisch gerissene Tier auf einer Wiese neben einer Pferdekoppel, dicht an der Bahnunterführung neben dem Metronom-Haltepunkt. Das Gebiet ist auch bei Hundehaltern beliebt. Nach dem Fund hatte der örtliche Jagdaufseher die Polizei verständigt, die wiederum den Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft informierte, um Proben zu nehmen. Aus terminlichen Gründen ist es dazu aber nicht gekommen, eine genetische Untersuchung wird es also nicht geben – und damit auch keine Gewissheit über den Angreifer. Beim nächsten Riss in Lüpkes Revier soll das anders sein: „Dann leiten wir die Probe selbst weiter“, sagt der Jagdpächter.

Nur wenige Hundert Meter entfernt am Bahndamm in Richtung Langenhagen hatte im November 2017 ein abendlicher Spaziergänger, der mit seinem Hund unterwegs war, auf 20 Meter einem Tier gegenüber gestanden, dass er eindeutig als Wolf identifiziert hatte. Der Jagdpächter hatte daraufhin Tierhalter der Umgebung per WhattsApp gewarnt. Kurz vor Weihnachten 2018 war auf der Landesstraße 310 nahe Fuhrberg mutmaßlich ein Wolf bei einem Verkehrsunfall getötet worden – nicht das erste Tier, dass im weiteren Umfeld auf einer Straße starb. Das Untersuchungsergebnis des Kadavers liegt noch nicht vor, Burgwedels Hegeringsleiter Marcus Polaschegg rechnet damit für die nächste Woche. Möglicherweise handelte es sich um einen Jungwolf aus einem bei Wietze-Wieckenberg (Landkreis Celle) nachgewiesenen Wolfsrudel.

Von Frank Walter

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