Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Laatzen Neuer Förderverein soll Kapelle pflegen
Umland Laatzen Neuer Förderverein soll Kapelle pflegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
02:05 06.01.2019
Siegfried Thimm (von links), Peter Wilhelm und Wilfried Bergau-Braune vom Kirchenvorstand suchen Bürger, die bereit sind, den neu zu gründenden Förderverein zu unterstützen. Quelle: Stephanie Zerm
Anzeige
Alt-Laatzen

In der Kapelle an der Alten Rathausstraße bröckelt der Putz von den Wänden. Grund dafür ist die Feuchtigkeit, die in die bis zu einem Meter dicken Mauern des denkmalgeschützten Bauwerks gezogen ist. „Dadurch sind auch die Orgelpfeifen verschimmelt“, erklärt Wilfried Bergau-Braune, Vorsitzender des Kirchenvorstands der Immanuelgemeinde, zu der die Kapelle gehört. Die Orgel könne nur noch entsorgt werden. „Bei jedem Orgelspiel werden sonst Schimmelsporen freigesetzt.“ Glücklicherweise habe das Instrument laut dem Sachverständigen der Landeskirche keinen historischen Wert.

Die Finanzierung für die Sanierung der seit 2017 geschlossenen Kapelle steht, doch die Arbeiten sollen erst beginnen, wenn ein Förderverein gegründet ist.

Um Besucher nicht zu gefährden, ist die Kapelle seit dem Sommer 2017 geschlossen. „Viele Alt-Laatzener bedauern dies, fragen immer wieder nach, wann die Kapelle wieder geöffnet wird“, berichtet Siegfried Thimm, Mitglied des Bauausschusses des Kirchenvorstands, denn etliche Alt-Laatzener seien in dem Gebäude getauft, konfirmiert oder getraut worden

Elektrische Fußleistenheizung soll helfen

Doch bevor das fast 700 Jahre alte Gebäude wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein wird, muss es saniert werden. „Wegen der hohen Feuchtigkeit reicht es nicht, den Putz einfach zu erneuern“, erklärt Peter Wilhelm, Vorsitzender des Bauausschusses des Kirchenvorstands. Vielmehr müsse die Ursache beseitigt und die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk entfernt werden. „Das Amt für Bau- und Kunstpflege der Landeskirche, das die Alt-Laatzener Kapelle begutachtet hat, schlägt dafür die Installation einer elektrischen Fußleistenheizung sowie eine automatische Lüftung an den Fenstern vor“, berichtet Bergau-Braune. Dadurch solle das Mauerwerk trocknen. Die alten Nachtspeicheröfen sollen entfernt werden.

Laatzens ältestes Gebäude: Glocke wird noch von Hand geläutet

Die Kapelle in Alt-Laatzen gilt als das südlichste Bauwerk der Norddeutschen Backsteingotik und als historisches Kleinod. Sie ist Laatzens ältestes Gebäude und wurde erstmals am 13. Januar 1325 urkundlich erwähnt. 1392 wurde sie in das damalige Kirchspiel Döhren eingepfarrt. 1529 wurde das Gotteshaus evangelisch. Während des Zweiten Weltkriegs brannte die Kapelle bei Bombenangriffen 1943 bis auf die Grundmauern ab. In den Jahren 1953/54 wurde sie bis auf die Fenster und den Dachreiter originalgetreu wieder aufgebaut. Lediglich im Innenraum gab es einige Veränderungen im Vergleich zur ursprünglichen Kapelle. Die flache Holzdecke wurde durch ein Holztonnengewölbe ersetzt und das Altarfenster zeigt seit 1954 die Auferstehung Christi.

Die Glocke aus dem Jahr 1954 wird bis heute mit der Hand geläutet. Die liturgischen Geräte des Altarraumes hat der Hannoversche Bildhauer Siegfried Zimmermann in den Jahren 1969 bis 1973 geschaffen. Finanziert wurden sie durch zahlreiche Spenden.

Bevor die Immanuelgemeinde die Kapelle wegen der Feuchtigkeit im Sommer 2017 geschlossen hat, wurde sie für Taufen und Trauungen, Goldene Hochzeiten und Gottesdienste sowie für Abendmusiken genutzt. zer

Der Feuchtigkeitsschaden ist nicht der erste, den das historische Gebäude erlebt. Bereits in den Jahren 1962 und 1968 wurden die Grundmauern trockengelegt, um die Kapelle vor einer Zerstörung durch Nässe zu bewahren.

Die Kosten für die Sanierung liegen laut Bergau-Braune bei rund 110.000 Euro. Sie sind jedoch nicht das Problem. „Die Finanzierung steht“, sagt Vorsitzende des Kirchenkreises. „Die Gelder stehen bereit.“ Die Kosten werden anteilig von der Landeskirche, dem Kirchenkreis Laatzen-Springe, der Klosterkammer und der Immanuelgemeinde übernommen. „Wir haben schon Spenden von 10.000 Euro für die Sanierung und eine Einzelspende von 40.000 Euro für eine neue Orgel bekommen.“

Doch die Landeskirche sei der Auffassung, dass die Gemeinde mit rund 2000 Mitgliedern neben der Immanuelkirche kein zweites Sakralgebäude benötige und unterhalten könne. „Daher wollen wir nun einen Förderverein gründen, der sich nach der Sanierung der alten Kapelle um deren Pflege kümmert“, sagt Bergau-Braune. Der Kirchenvorstand habe sich bereits in Arnum und Harkenbleck informiert, wo jeweils Fördervereine die historischen Kapellen unterhalten. „Dort funktioniert das sehr gut“, lobt Siegfried Thimm.

Kirchenvorstand sucht Engagierte für Vereinsgründung

Nun sucht der Kirchenvorstand Bürger, die in dem Förderverein Mitglied werden wollen oder bereits sind, ein Amt zu übernehmen. „Für die Vereinsgründung benötigen wir mindestens sieben Mitglieder“, sagt Bergau-Braune und ergänzt: „Ich hoffe sehr, dass sich genügend Bürger finden, die bereit sind, uns zu unterstützen.“ Denn erst nach der Gründung des Fördervereins lasse die Landeskirche die alte Kapelle sanieren. Daher stehe auch noch kein Termin für den Beginn der Arbeiten fest.

Wer sich im Förderverein engagieren will, kann sich unter der Telefonnummer (0511) 8744 640 montags von 17 bis 18 Uhr, dienstags von 8.30 bis 10 Uhr sowie donnerstags von 11 bis 12.30 Uhr im Büro der Immanuelgemeinde melden.

Von Stephanie Zerm

Die Zahl der Arbeitslosen in Laatzen, Hemmingen und Pattensen im Dezember leicht um 7 auf 2074 Menschen gesunken. Die Arbeitslosenquote sank im Jahresvergleich sogar von 6,0 auf 5,3 Prozent.

04.01.2019

Drei Monate nach Schließung von Markant gibt es wieder einen Lebensmittelmarkt in Grasdorf: Am Freitag hat Nachfolger Nahkauf eröffnet.

07.01.2019

Seit Mittwoch sind in Laatzen insgesamt 40 Sternsinger der St.-Oliver-Gemeinde unterwegs. Als die Heiligen drei Könige verkleidet segnen die Jungen und Mädchen Institutionen und Privathaushalte.

04.01.2019