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Laatzen „Sterbende leben – bis zum letzten Atemzug“
Umland Laatzen „Sterbende leben – bis zum letzten Atemzug“
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10:50 17.10.2018
Kristin Surendorff-Belder und Andreas Heinze arbeiten Hauptamtlich für den Ambulanten Hospizdienst Laatzen. Quelle: Astrid Köhler
Laatzen-Mitte

Das Schlüsselerlebnis, das ausschlaggebend für ihre Berufswahl werden sollte, hatte Kristin Surendorff-Belder mit 16 Jahren. Damals begleitet sie ihre Großmutter in den Tod: Zuhause und mit einem friedlichen Abschied. Als Krankenschwester erlebte sie dann das Sterben, „wie es nicht schön ist“. 2005 fing die studierte Pflegepädagogin und Bildungswissenschaftlerin beim Hospizdienst in Celle an und seit 2013 arbeitet sie als Hauptamtliche beim ambulanten Hospizdienst des Kirchenkreises Laatzen-Springe.

Diakonieserie

Wer mit Armut, familiären Problemen, Sucht oder dem Tod eines Angehörigen konfrontiert ist, bekommt hier Hilfe: Die Diakonie im Kirchenkreis Laatzen-Springe hat eine Reihe von Beratungsangeboten. In einer Serie geben wir einen Überblick über die diakonischen Einrichtungen vor Ort.

1. Teil der Diakonie-Serie: Bericht über die Schuldnerberatung.

2. Teil der Diakonie-Serie: Bericht über die Sozialberatung.

3. Teil der Diakonie-Serie: Bericht über die Suchtberatung.

4. Teil der Diakonie-Serie: Bericht über die Lebens- und Paarberatung.

Zwar sei immer auch von Sterbenden die Rede, doch im Kern gehe es ums Leben, macht Surendorff-Belder deutlich: „Sterbende leben – bis zum letzten Atemzug.“ Diese Zeit für und mit Schwerkranken möglichst gut und lebenswert zu gestalten und da zu sein, wenn sie gebraucht werden, gehört zu den Aufgaben der beim ambulanten Hospizdienstes Engagierten.

40 Ehrenamtliche im Pool der Helfer

Neben den beiden Hauptamtlichen Surendorff-Belder und ihrem Kollegen und Beratungsstellenleiter Andreas Heinze zählt der am Laatzener Kiefernweg ansässige Hospizdienst insgesamt 40 Ehrenamtliche. Aktuell werden 18 erwachsene Menschen begleiten – für Kinder gibt es einen speziellen Kinderhospizdienst in Hannover.

Die jüngsten Ehrenamtlichen aus Laatzen, Hemmingen und Pattensen sind um die 40, die ältesten 80 Jahre alt. Allen gemein sind Vorerfahrungen mit dem Tod – zumeist bei Familienangehörigen – eine Grundausbildung für die Sterbebegleitung sowie eine allgemeine Offenheit für Themen und die Fähigkeit zuhören zu können.

Manche Begleitung dauere nur einige Stunden, andere viele Jahre, berichtet Surendorff-Belder. Durchschnittlich seien es mehrere Monate, in der die Sterbenden und Ehrenamtlichen Zeit miteinander verbringen – etwas unternehmen, erledigen, sprechen oder auch mal schweigen können. Umso wichtiger ist es, dass beide Teile des jeweiligen Duos sich wohlfühlten. Nach einer entsprechenden Anfrage werde daher mit großer Sorgfalt nach einem passenden Begleiter gesucht. Dass eine Seite um einen Wechsel bat (“das ist jederzeit möglich“), sei schon vorgekommen, aber sehr selten so Surendorff-Belder.

Angebote für Schwerkranke und deren Angehörige

Den ambulanten Hospizdienst für Laatzen, Hemmingen, Pattensen und Umgebung gibt es seit 2006. Einst mit 15 Aktiven gegründet gehörten dort inzwischen zwei Haupt- und 40 Ehrenamtliche zum Team. Das kostenfreien Angebot des Kirchenkreises richtet sich an schwerkranke und sterbende Menschen sowie Angehörigen unabhängig von deren Glauben und Nationalität. Der Hospizdienst arbeitet zusammen mit dem ambulanten Palliativdiensten, den regionalen Pflegediensten und kooperiert mit Ärzten sowie sozialen Hilfsdiensten. Außerdem hilft der Dienst auf Wunsch beim Erstellen von Patientenverfügungen und begleitet Angehörige in ihrer Trauer.

Die Ehrenamtlichen des ambulanten Hospizdienstes besuchen Menschen Zuhause, im Krankenhaus oder Seniorenheim. Für Kontaktgesuche und Fragen sind die Hauptamtlichen Andreas Heinze sowie Kristin Surendorff-Belder unter Telefon (0511) 22848413 sowie per Email an hospizdienst.laatzen@evlka.de erreichbar.

Wer sich für die Arbeit als Ehrenamtlicher interessiert: Anfang 2019 wird ein neuer Kursus mit neun Terminen angeboten. Der Informationsabend am Donnerstag, 15. November, beginnt um 18.30 Uhr in der Arche der Thomasgemeinde an der Marktstraße 21.

Alle Begleiter unterliegen der Schweigepflicht. Regelmäßig bilden sie sich fort und kommen zu Austausch bei den monatlichen Treffen zusammen. Immer wieder sind dann Nähe-Distanz-Fragen Thema. Aufgabe der Hauptamtlichen sei es, darauf zu achten, dass niemandem überfordert wird, betont Andreas Heinze. Auch deshalb sei jeder Ehrenamtlichen, der sich für den Dienst bereit erklärt, zeitgleich nur mit einer Begleitung beschäftigt. Auf der anderen Seite könne es aber vorkommen, dass einem Schwerkranken mehrere Ehrenamtliche zur Seite gestellt würden. Zum Beispiel dann, wenn ein Mensch weder Familie noch ein anderes Netzwerk hat, und die Aufgaben für einen allein zu viel werden könnte.

Von Begleitung profitieren beide Seiten

Insgesamt, das machen die Rückmeldungen deutlich, profitierten von den intensiven Zeit einer Begleitung längst nicht nur die Schwerkranken, sondern auch die Ehrenamtlichen, betonen Surendorff-Belder und Heinze: „Sie sind dankbar für das entgegengebrachte Vertrauen und dafür, einen Menschen begleiten zu können.“

Gefragt nach einem Wunsch, muss Surendorff-Belder nicht lange überlegen: „Dass Menschen den Mut haben sich mit dem Thema Tod zu beschäftigen, denn wir sind alle sterblich.“ Zudem verringere die Beschäftigung mit dem Thema erfahrungsgemäß eher die Angst davor, betont ihr Kollege Heinze, der ein Sprichwort zitiert, das auch für die Arbeit des ambulanten Hospizdienst steht: „Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen. Es sind die Toten, die den Lebenden die Augen öffnen.“

Von Astrid Köhler

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