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Laatzen Laatzener feiern Fest der Integration
Umland Laatzen Laatzener feiern Fest der Integration
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13:29 02.09.2018
Zahlreiche Gäste besuchen das Stadtteilfest Laatzen-Mitte. Quelle: Tobias Lehmann
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Laatzen-Mitte

 Der 42-jährige Syrer Abdulrahman Nahhas kommt aus der IT-Branche und nutzt für Vergleiche gerne Zahlen. „Das Erlernen der deutsche Sprache bezeichne ich als Nullstufe der Integration. Damit fängt alles an“, sagte er auf dem Stadtteilfest Laatzen-Mitte am Sonnabend. Die vom Stadtteilbüro gemeinsam mit dem Netzwerk „Soziale Stadt“ organisierte Veranstaltung stellt bereits seit Jahren speziell das Thema Integration in den Mittelpunkt.

Zu Beginn des Festes wurde Nahhas von Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne und Olu Arigbabu interviewt. Der gebürtige Nigerianer Arigbabu lebt seit 1967 in Deutschland. Er stimmte Nahhas zu. „Integration funktioniert Schritt für Schritt. Dabei ist die Sprache immer der erste“, sagte er anschließend im Gespräch mit dieser Zeitung.

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Olu Arigbabu (links) interviewt den Syrer Abdulrahman Nahhas. Im Hintergrund stehen die Gäste an, um sich ihre Fahrräder am Stand der Polizei kostenlos codieren zu lassen. Quelle: Tobias Lehmann

Nahhas flüchtete vor drei Jahren zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern aus dem Krieg in Syrien nach Deutschland. Beruflich hatte er als Mitarbeiter der Bahn in Syrien schon mehrfach mit deutschen Firmen zusammen gearbeitet. „Ich hatte damals schon den Eindruck, dass Deutschland ein tolles Land ist, in dem man viel lernen kann. Ich wäre allerdings lieber einmal als Gast gekommen und nicht als Flüchtling“, sagte Nahhas.

Der Syrer engagiert sich ehrenamtlich bei der Tafel und beim Netzwerk für Flüchtlinge. „Diese Kultur des Helfens ist ganz toll“, sagte der 42-Jährige. Nachdem er die deutsche Sprache jetzt gut spricht, sucht er eine feste Arbeitsstelle. Hat Nahhas auch schon fremdenfeindliche Erfahrungen in Deutschland gemacht? Wenige, sagte er. „In jeder Gesellschaft gibt es schlechte Ideen und Menschen, die diesen Ideen folgen“, sagte Nahhas.

Dann nahm er gemeinsam mit seiner Familie an dem gut besuchten Fest teil. Die Trommelgruppe The Mighty Bang of Wameru sorgte für den richtigen Rhythmus. Zudem gab es verschiedene Angebote, unter anderem vom Netzwerk für Flüchtlinge, der Stadtteilbibliothek und der Leine-Volkshochschule (VHS). Kinder freuten sich über die Hüpfburg, Geschicklichkeitsspiele sowie eine Popcorn-Maschine. Kaum zum Luft holen kamen während der rund vierstündigen Veranstaltung auch zwei Beamte der Polizei. Sie codierten kostenlos Fahrräder. Meist standen vor ihrem Stand immer gleich mehrere Laatzener mit ihren Fahrrädern an.

Von Tobias Lehmann