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Grasdorf Nabu startet Projekt „Rettet den Star“
Umland Laatzen Grasdorf Nabu startet Projekt „Rettet den Star“
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16:07 13.08.2018
Sabrina Schmidt ist neue Mitarbeiterin beim NABU und hat das Projekt "Rettet den Star" ins Leben gerufen. Quelle: Carolin Müller
Grasdorf

„Rettet den Star“ heißt das neue Projekt des Nabu Laatzen, mit dem die Naturschützer auf den allgemeinen Rückgang des Vogelbestandes aufmerksam machen wollen. Die Idee dafür stammt von Projektmitarbeiterin Sabrina Schmidt, die das Team seit Anfang des Jahres verstärkt.

„Die Population des Stars ist in den letzten zwei Jahrzehnten um 30 Prozent zurückgegangen“, berichtet die 29-Jährige, die das Projekt nun auch leitet. Gründe dafür seien zum einen die rar gewordenen Nistplätze und zum anderen der Mangel an Nahrung. Dabei steht der Star – der Nabu hat diesen gemeinsam mit dem bayerischen LBV (Landesbund für Vogelschutz) zum „Vogel des Jahres 2018“ gewählte – stellvertretend für weitere sogenannte Allerweltsvögel wie Amsel, Spatz Meise und andere Arten, die unter den gleichen Probleme zu leiden haben.

„Wir wollen im Zuge des Projekts verschiedene Veranstaltungen und Aktionen durchführen“, erzählt Schmidt. Geplant sind diese erst für das nächste Jahr: Neben einer Einführungsveranstaltung soll es auch ein Seminar dazu geben, wie Gärten naturnah und vogelfreundlich gestaltet werden können. Dabei soll auch das Thema Insektensterben angesprochen werden, das direkte Auswirkungen auf die Allerweltsvögel hat, wie Schmidt betont. Des weiteren ist eine Nistkasten-Bauaktion und die Umgestaltung eines Gartens in der Kolonie auf der Lieth in Grasdorf geplant.

Vier Aktions-Termine für 2019 stehen schon fest

Die Aktionen für das Projekte „Rettet den Star“ werden mit großem Vorlauf von einem Jahr geplant. Fest stehen nach Angaben der Projektleiterin Sabrina Schmidt bisher vier Termine. Die Einführungsveranstaltung ist für Freitag, 29. März, geplant. Am Samstag 13. Juli, geht es sehr praktisch zu beim gemeinsam Bau von Nistkästen. Ihr Wissen vertiefen können Interessierte in einem Jahr am 24. August bei einem Seminar und am 14. September 2019 dann soll ein Kleingarten so umgestaltet werden, dass er noch besser für Allerweltsvögel geeignet ist.Weitere Details zu den Veranstaltungen sollen rechtzeitig bekannt gegeben werden. akö

„Außerdem möchten wir gemeinsam mit den Bürgern und Ehrenamtlichen eine Kartierung der Starvorkommen in Laatzen vornehmen“, ergänzt die studierte Umwelt- und Nachhaltigkeitswissenschaftlerin. Die Helfer würden dafür eine Karte bekommen, auf der sie in einem bestimmten Gebiet eintragen, wo sie einen Start gesehen oder gehört haben. Etwa dreimal müssten die Helfer die Strecke von April bis Mai ablaufen. „Wie sich ein Star anhört“, berichtet Schmidt, „zeigen wir in unserer Einführungsveranstaltung.“ Die Kartierung solle anschließend über mehrere Jahre erfolgen.

Auch andernorts sollen Menschen und Vögel von dem Star-Projekt profitieren. „Unsere Materialien wollen wir zu einem Konzept zusammenstellen und sie dann anderen Städten zur Verfügung stellen“, erklärt Schmidt. Das Projekt in Laatzen wird gefördert von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung und endet offiziell am 31. Dezember 2019. Schmidt, deren Stelle bis zu diesem Datum befristet ist, hofft aber, dass es auch danach noch Aktionen für Allerweltsvögel geben wird.

Die 29-jährige, die gebürtig aus Arpke bei Lehrte stammt, freut sich sehr, dass sie nach ihrem Studium in Lüneburg und Freising eine Stelle in der Region nahe der Heimat gefunden hat. „Mir gefällt es hier in Laatzen, besonders der Blick von der Feuerwache direkt in die Leinemasch“, erzählt sie und fügt hinzu: „Die Arbeitsatmosphäre hier im Nabu ist sehr schön, die Zusammenarbeit mit den FÖJ-Kräften und den Ehrenamtlichen sehr angenehm. Und ich habe hier das Gefühl, etwas wirklich sinnvolles zu tun.“

Von Carolin Müller