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Laatzen „Hundekotbeutelspender“: Ratspolitiker vertagen Beschluss
Umland Laatzen „Hundekotbeutelspender“: Ratspolitiker vertagen Beschluss
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00:15 15.12.2018
Symbolbild Hundekot: Ein Mann greift auf einer Wiese mit einem Beutel nach einem Hundehaufen. Quelle: dpa (Christoph Schmidt)
Gleidingen

Rund 1800 Hunde waren zuletzt im Stadtgebiet Laatzen gemeldet, und ein jeder von ihnen verdaut mehr oder weniger täglich unter freiem Himmel. Nicht alle Halter sind aber gewillt oder in der Lage, die Hinterlassenschaften ihrer Tiere auch wegzuräumen. Um die Bereitschaft zur vorschriftsmäßigen Entsorgen zu erhöhen, hat das Laatzener Jugendparlament angeregt, spezielle Tütenspender an drei bis fünf Standorten in Gleidingen aufzustellen. Der dortige Ortsrat unterstützte das Engagement und brachte den Vorschlag seinerseits in den städtischen Entscheidungsprozess mit ein. Die Beratung im Stadtentwicklungsausschuss brachte am Montag zustimmende und kritische Argumente zutage – aber noch keine Empfehlung.

Drei Standorte kommen dem nun offiziell vom Ortsrat gestellten Antrag nach für die speziellen Beutelspender infrage: am Meyerkamp, an der Trifstraße und vor dem Pennymarkt an der Oesselser Straße. Während die Vertreterinnen des Jugendparlaments auf „gute Erfahrungen“ aus der Nachbarstadt Sarstedt verweisen, bleibt die Verwaltung in ihrer Stellungnahme skeptisch. Alle bisher im Stadtgebiet aufgestellten und aus Drittmitteln finanzierten Hundekotbeutelspender seien inzwischen wieder entfernt worden und würden nicht mehr befüllt, da sie kaum oder aber missbräuchlich benutzt wurden, schreibt der Leiter des Fachbereichs Soziales Thomas Schrader: „Hundekottüten sind im Tierbedarfshandel kostengünstig zu erwerben und im Vergleich zu den weiteren Kosten, die die Hundehaltung mit sich bringt, eher gering.“ Alternativ schlägt die Verwaltung vor, zusätzliche Abfällbehälter zu installieren, um die Entsorgungsmöglichkeiten zu erhöhen.

Mehrheitsgruppe signalisiert Unterstützung

Die Mehrheitsgruppe im Rat signalisierte am Montag bereits, die Idee des Jugendparlamentes unterstützen zu wollen, mit einer Einschränkung: „Wir würden das als Modellversuch für zwei Jahre machen wollen“, sagte Heinz Scheibe von der Gruppe SPD-Grüne-Linke-Faull-Scheibe. Gegenwind gab es hingegen von Peter Jeßberger von der Gruppe CDU-FDP: „Ich halte es für sinnvoller, Abfalleimer anzubringen, auch am Eingang zur Feldmark“. Für Hundehalter dürfte es weniger ein Problem sein, Säcke mitzunehmen als diese anschließend wieder loszuwerden. Würden Säcke wieder kostenlos abgegeben, würden diese zumeist für andere Zwecke gebraucht oder flögen in der Gegend herum, so Jeßberger.

Rainer Picht, der als Nabu-Vertreter und beratendes Ausschussmitglied ebenfalls an die Eigenverantwortung der Halter appellierte, regte an, sich mit der Möglichkeit von umweltfreundlichen Behältern zu beschäftigen und auf Kunststoffbeutel zu verzichten. Als eine mögliche Alternative verwies er auf Behältnisse wie die der faltbare Pappbox ,Poopick’.

Aufgrund Jeßberges Einwände und der deutlich werdenden „verschiedenen Strömungen“ innerhalb der Gruppe bat CDU-Fraktionschef Christoph Dreyer das Thema vor der Ratssitzung noch einmal intern diskutieren zu können.

Die Entscheidung über den Antrag „Aufstellung von Hundekotbeutelspendern in Gleidingen“ soll am Donnerstag, 13. Dezember, der Rat der Stadt treffen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 18 Uhr im Forum der Albert-Einstein-Schule an der Wülferoder Straße 46.

Von Astrid Köhler

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