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Laatzen Diakonieverband sieht steigenden Beratungsbedarf
Umland Laatzen

Kirchenkreis Laatzen-Springe: Diakonieverband sieht steigenden Beratungsbedarf und stellt Programm für Woche der Diakonie vor

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17:46 28.08.2019
Freuen sich auf 14 Veranstaltungen im Kirchenkreis Laatzen-Springe während der Woche der Diakonie (von links): Superintendent Detlef Brandes, Diakoniepastor Harald Gerke, Kirchenkreissozialarbeiterin Monika Brandt-Zwirner sowie die Kirchenvorstandsfrau Angelika Böniker von der Thomasgemeinde. Quelle: Astrid Köhler
Laatzen

Zuhören, wenn Menschen unter Geldnöten, Krankheiten und anderen Sorgen leiden ist eine Fähigkeit – dranbleiben und bei der Problemlösung helfen eine andere. Genau das hat sich der Diakonieverband Hannover-Land im Kirchenkreis Laatzen-Springe auf die Fahnen geschrieben. Kurz vor Beginn der Woche der Diakonie unter dem Motto „Unerhört!“ am Sonntag, 1. September, stellten Vertreter den neuesten Jahres- und Geschäftsbericht vor. Tenor: Der Beratungsbedarf innerhalb des Kirchenkreises ist hoch.

„Wir müssen dranbleiben, damit Menschen auf lange Sicht geholfen wird“, betonte Diakoniepastor Harald Gehrke. Mit Blick auf die Bekämpfung der Kinderarmut sei es zwar erfreulich, dass der Staat den Betrag für Schulbedarfe von jährlich 100 auf 150 Euro angehoben und bürokratische Hürden beim Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) reduziert hat. Gleichwohl litten noch viele Familien unter großen finanziellen Sorgen – besonders in Laatzen. Einer Regionsstatistik nach gilt in Laatzen jedes dritte Kind als arm. Das ist der höchste Wert in Hannover und dem Umland. Zugleich werden dort die Hilfsangebote nur unterdurchschnittlich oft genutzt.

Ziel: Hilfsangebote bekannter machen

„Die Unwissenheit über die rechtlichen Möglichkeiten, wie Bedürftige Hilfe in Anspruch nehmen können, ist leider noch immer ein großes Problem“, sagte Superintendent Detlef Brandes. Angebote vom BuT-Antrag und anderen staatlichen Hilfen bis zu Kirchenkreisprojekten wie „Wellcome“, das „Mama Café“ und „Fit im Leben“ bekannter zu machen sei die große Herausforderung, betont die Kirchenkreissozialarbeiterin Monika Brandt-Zwirner. Bei jedem Gespräch im Umsonstladen bei der Schuldner-, Kuren- sowie der Allgemeinen Sozialberatung werde inzwischen nach Kindern gefragt und auf Angebote hingewiesen. Um den Bekanntheitsgrad zu steigern soll es auch mehrsprachige Hinweise geben.

Darüber hinaus tage weiterhin der Runde Tisch „Kinderarmut“ in Laatzen, der sich Ende 2018 auf politische als Reaktion auf Apelle der Diakonie in Laatzen aufgrund der Diakonie

Wohnberatung ist neuer Schwerpunkt

Ein neuer Schwerpunkt sei 2019 die Wohnberatung, erklärte Brandt-Zwirner bei der Vorstellung des Jahresberichtes. Wenn zwei Drittel des Einkommens für die Miete weggehe, sei dies einfach zu viel. Der Teufelskreis: Da es kaum bezahlbaren Wohnraum gibt, seien Familien gezwungen, zu bleiben wo sie sind – notfalls auch mit drei Kindern in einer Vier-Zimmer-Wohnung. „Es beschäftigt uns, was das mit Kindern macht“, sagt Brandt-Zwirner. Die beengten Verhältnisse wirkten sich massiv auf den Lebensalltag aus: Es fehlt an Platz zum Lernen, um Freunde einzuladen oder einfach mal für sich zu sein.

Auch Obdachlosigkeit bleibe ein Thema. Das kostenlose und anonyme Angebot RE_StaRT2 soll jenen helfen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind – oder bereits obdachlos sind.

Die Suchtberatung, die Schuldner- und Schwangeren-Konfliktberatung verweisen auf eine hohe oder weiter steigenden Nachfrage, ebenso der Umsonstladen für Babyerstausstattung. 2018 wurden dort 1854 Kontakte gezählt (2016: 1400). Zwar plant der Diakonieverband, den Umsonstladen zur Dauereinrichtung zu machen und finanziell besser abzusichern. Auf Fördergeld und Spenden ist auch er aber weiterhin angewiesen.

Diakoniepastor: „Wir müssen sehen, wofür das Geld reicht“

Der Haushalt des Diakonieverbandes im aktuelle Geschäftsjahr liegt bei rund 4,8 Millionen Euro. „Wir versuchen, das Beste daraus zu machen, und müssen sehen, wofür das Geld reicht“, betonte Gerke. Fakt ist: Die staatlichen Finanzierungsangebote allein reichen nicht aus. Es bedürfe einer tatkräftigen, kirchlichen und privaten Mitfinanzierung fast aller Arbeitsfelder.

Woche der Diakonie: Kirchenkreis bietet 14 Veranstaltungen an

Die Woche der Diakonie beginnt im Kirchenkreis Laatzen-Springe mit dem Auftaktgottesdienst am Sonntag, 1. September, 10.15 Uhr, in der Arche der Thomasgemeinde, Marktstraße 21. In den Folgewochen gibt es dort noch ein Dutzend weitere Aktionen. Dazu zählen der Theaternachmittag zum Weltalzheimertag am Dienstag, 17. September, 16 Uhr, im Pattenser CMS Pflegewohnstift und die Aktion „Diakonie auf dem Marktplatz“ am Donnerstag, 19. September von 9.30 bis 12 Uhr auf dem Hemminger Marktplatz.

In Laatzen allein gibt es noch sechs Aktionen, darunter zwei am Montag, 2. September, in der Immanuelgemeinde: „Die ersten Tage mit dem Neugeborenen daheim“ von 10 bis 11.30 Uhr sowie ab 12 Uhr „Es ist noch Suppe da“. Das benachbarte Diakonische Werk an der Alten Rathausstraße lädt für Mittwoch, 4. September, 10 bis 12 Uhr, zu einem Tag der offenen Tür ein. Am selben Tag von 14 bis 16 Uhr feiert der Treffpunkt am Park sein fünfjähriges Bestehen am Standort Lange Weihe 67. Die Einrichtung kümmert sich seit Jahrzehnten um psychisch Erkrankte und bietet diesen verlässliche Kontakte sowie Aktivitäten, wobei Autonomie und Eigenverantwortung gefördert werden.

Der Umsonstladen öffnet seine Tür am Dienstag, 17. September, 14 bis 17 Uhr. Tags darauf, am Mittwoch,18. September, beginnt um 10 Uhr die Kreativwerkstatt in der Arche.

Der Abschluss der Woche der Diakonie wird am Sonntag, 22. September, ab 10 Uhr der Regionalgottesdienst in der Hemminger Trinitatiskirche sein.

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Von Astrid Köhler

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