Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Laatzen 25 neue Jobs für Langzeitarbeitslose in Laatzen
Umland Laatzen

Laatzen: 25 neue Jobs für Langzeitarbeitslose in Laatzen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:34 21.08.2019
Matthias Miersch (von links) informiert sich mit Silke Lesemann und Thomas Güllner bei Benjamin Hundrieser über dessen bisherige Erfahrungen als Teilnehmer beim Projekt Teilhabe am Arbeitsmarkt. Quelle: Torsten Lippelt
Laatzen-Mitte/Rethen

Wie lassen sich Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt integrieren? Seit dem 1. Januar gibt es mit dem Programm Teilhabe am Arbeitsmarkt ein von Praktikern viel gelobtes neues Instrument, um die Betroffenen in Arbeit zu bringen – auch in Laatzen. Bislang machen 25 Laatzener bei dem bundesweiten Programm mit.

Mit welchem Erfolg, das wollten jetzt der Laatzener Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch und die Landtagsabgeordnete Silke Lesemann wissen. Die beiden SPD-Politiker besuchten die Firma Brendler an der Magdeburger Straße in Rethen, um sich ein Bild von der Praxis zu machen – gemeinsam mit Thomas Güllner vom Laatzener Jobcenter.

Arbeitgeber erhalten für bis zu fünf Jahre Zuschüsse

Ziel der bundesweiten Initiative, zu der gesetzgeberisch auch Miersch als SPD-Fraktionsmitglied im Bundestag beigetragen hat, ist die Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen mit mindestens sieben Jahren Arbeitslosigkeit in den regulären Arbeitsmarkt. Zudem gibt es die beiden Unterstützungsangebote Job in Sicht und Job & Co. zur Anbahnung und Coaching-Begleitung. Arbeitgeber, die daran teilnehmen, werden für bis zu fünf Jahre mit einer stufenweisen Bezuschussung unterstützt.

„In den ersten zwei Jahren übernimmt das Jobcenter das Gehalt inklusive der Arbeitgeberanteile komplett“, erläuterte Thomas Güllner das Konzept. „Im dritten Jahr sind es noch 90 Prozent, 80 Prozent im vierten und 70 Prozent im fünften Jahr.“ Regionsweit würden 11.000 Arbeitslose die Voraussetzungen erfüllen, darunter 552 am Standort Laatzen. Von 620 regionsweiten Anträgen seien bislang 514 bewilligt, darunter am Standort Laatzen 25 von 26 Anträgen.

„Die Festanstellung bringt was“

Benjamin Hundrieser (links) arbeitet seit April 2019 als Teilnehmer des Projektes Teilhabe am Arbeitsmarkt im Reifenlager Rethen von Carsten Brendler (rechts). Quelle: Torsten Lippelt

Benjamin Hundrieser aus Ingeln-Oesselse nimmt seit dem 1. April an dem Programm teil. Seitdem arbeitet der 32-Jährige im Reifenlager Rethen. Als Einzelhandelskaufmann fand er 2012 nach seiner Ausbildung im damaligen Reformhaus Schmelz keine Anstellung. „Die Festanstellung hier bringt mir was. Auf diesem regulären Beschäftigungsverhältnis kann man aufbauen. Und ich habe dadurch eine echte Chance für den Arbeitsmarkt “, sagt Hundrieser optimistisch. Bei seiner derzeitigen Tätigkeit kümmert er sich um das Ein- und Auslagern von Reifen sowie um den Transport von Reifen der Kunden.

Firmenchef Carsten Brendler sieht für sein Unternehmen, zu dem auch ein Lettershop mit Mailingversand gehört, „für beide Seiten eine Bereicherung“. Bisher sei Hundrieser als Beifahrer zu den Kunden unterwegs. „Unser Gedanke ist, ihn dafür den Führerschein machen zu lassen.“ Das Teilhabeprogramm eröffne aber auch der Firma Chancen. „Man weiß nicht, was für einen Menschen man bei einer Festanstellung bekommt“, sagt Brendler. „Die finanzielle Unterstützung ermöglicht es, die Person wie in einer Lehre einzuarbeiten. Wir investieren in Bildung – und er in Leistung."

Miersch ruft Kommunen zu Einstellungen auf

Miersch zieht ein positives Zwischenfazit zum Bundesprogramm. Ziel sei es, 150.000 Menschen bei dem 4-Milliarden-Euro-Projekt in den Arbeitsmarkt zu integrieren – und der Start lasse sich gut an. Es sei allerdings noch Luft nach oben. „Wenn ich sehe, dass beispielsweise am Jobcenter-Standort nur 12 Prozent der Einstellungen über die öffentlichen Arbeitgeber kommen, der Rest mit 50 Prozent über gemeinnützige Träger und 38 Prozent über die freie Wirtschaft, appelliere ich an alle Bürgermeister auch in ihren Kommunen, Arbeitsplätze durch dieses Projekt zu schaffen.“ Um zu schauen, ob man zueinander passt, besteht bereits im Vorfeld die einmalige Möglichkeit einer Befristung der Anstellung.

Lesen Sie auch:

Neue Förderung bringt Langzeitarbeitslose in Jobs

So hilft das Jobcenter Langzeitarbeitslosen

Von Torsten Lippelt

Mit einem Erlebnistag feiert das Klinikum Agnes Karll in Laatzen 50-jähriges Bestehen am Sonnabend, 24. August. Von 11 Uhr an gibt’s etliche Vorführungen , teils in historischer Schwesterntracht, Vorträge und Stände. Besucher können Geräte testen und bei der Endoskopie Bonbons in Puppen suchen.

21.08.2019

Die vor 120 Jahren aus Stampfbeton gefertigte Leinebrücke und die angrenzende Flutbrücke am Wasserwerk in Laatzen gelten als deutschlandweit einzigartig. Der Grasdorfer Ortshistoriker Helmut Flohr hat jetzt eine Erklärtafel aufstellen lassen, um auf die Besonderheiten der Konstruktionen hinzuweisen.

20.08.2019

In Australien, Hongkong und Macau hat Jonny Seifert gelebt. Von den Aborigines lernte er, mit Lasso, Peitsche und Speer umzugehen, später wurde er erfolgreicher Diskuswerfer. Bei der Immanuel-Kirchengemeinde gibt der Laatzener am Mittwoch, 4. September, Einblicke in sein ereignisreiches Leben.

20.08.2019