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Laatzen Für bezahlbare Seniorenwohnungen fehlt das Bauland
Umland Laatzen

Laatzen: Bauland für bezahlbare Seniorenwohnungen fehlt

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11:32 21.05.2019
Die barrierefreien Wohnungen der KSG an der Gutenbergstraße sind mit 10 Euro pro Quadratmeter nicht für alle Rentner bezahlbar. Quelle: Stephanie Zerm
Alt-Laatzen

Hohe Mieten, Wohnungsknappheit und nur wenig barrierefreier Wohnraum: Viele Laatzener Senioren machen sich Sorgen, wie sich ihre Lebenssituation entwickeln wird – so vermuten es der Christliche Seniorenbund Immanuel und der Seniorenbeirat Laatzen. Offenbar zu Recht, wie am Montagnachmittag eine Podiumsdiskussion der beiden Institutionen zum Thema Wohnen im Alter zeigte. Diese war rege besucht.

Aus Sicht von Karl Heinz Range, Geschäftsführer der KSG Hannover, gibt es in Laatzen keinen Platz, um bezahlbare barrierefreie Wohnungen zu bauen: „Es gibt keine Bauplätze für sozial geförderten Wohnungsbau.“ Zwar gehörten der KSG zwei der neu errichteten Wohngebäude an der Gutenbergstraße mit barrierefreien Wohnungen. Doch dort betrage der Quadratmeterpreis 10 Euro. „Das kann sich nicht jeder Rentner leisten.“

Katrin Hodler vom Niedersachsen-Büro Neues Wohnen im Alter (von links), Martin Stegen (WBG), Stadtbaurat Axel Grüning, Werner Läwen (Seniorenbund) und Karl Heinz Range (KSG) diskutieren über Wohnen im Alter. Quelle: Stephanie Zerm

Damit ältere Menschen möglichst lange in ihren Wohnungen bei der KSG bleiben könnten, nehme das Unternehmen bei Bedarf individuelle Umgestaltungen wie das Ersetzen von Badewannen durch Duschen vor.

Darauf setzt auch die Wohnungsbaugenossenschaft Laatzen (WBG), wie Geschäftsführer Martin Stegen erläuterte. Bereits bewohnte Gebäude nachträglich komplett barrierefrei umzugestalten sei dagegen kaum realisierbar. „Wir haben das bei den Häusern am Kreuzweg versucht. Aber es hätte nur dazu geführt, dass alle Mieter hohe Betriebskosten zahlen müssen“, berichtet er. Laut Range ist die Kommune gefordert, Bauland für neue Projekte zur Verfügung zu stellen.

Bis 2025 fehlen rund 800 Wohnungen

Dies ist jedoch nicht so einfach, wie Stadtbaurat Axel Grüning erläuterte. Zwar habe die Stadt schon einige Projekte ermöglicht wie die Errichtung von zehn Servicewohnungen am Flebbehof sowie den geplanten Neubau an der Senefelderstraße mit sozialverträglichen und barrierefreien Wohnungen. „Aber wenn wir mehr Grundstücke hätten, würden wir auch noch mehr machen“, sagte Grüning. Laut einer Studie der Region Hannover fehlen bis 2025 rund 800 Wohnungen in Laatzen. Die Stadt habe 500.000 Euro im Haushalt bereitgestellt, um Flächen für den sozialen Wohnungsbau kaufen zu können – sofern sie welche findet.

Schwierig sei auch die Schaffung einer guten Infrastruktur, die laut Katrin Hodler vom Niedersachsen-Büro Neues Wohnen im Alter ebenfalls eine wichtige Rolle für Senioren spielt. „Die Stadt hat keinen Einfluss darauf, ob eine Bank eine Filiale schließt“, sagte auch Grüning.

Seniorenbeirat schlägt Tauschbörse vor

Das Interesse ist groß: Rund 60 Senioren sind zu der Veranstaltung gekommen. Quelle: Stephanie Zerm

Fred Warnke vom Seniorenbeirat regte die Einrichtung einer Tauschbörse für Wohnraum an. „Manche Senioren wohnen allein in einem großen Haus, vielen Familien fehlt es dagegen an Wohnraum.“ Der Seniorenbeirat könne dabei vermitteln. „Möglich wäre auch, dass Familien in ungenutzte Räume von Senioren einziehen und als Gegenleistung für günstigen Mietraum bei der Garten- oder Hausarbeit helfen.“ Bislang ist es jedoch bei der Idee geblieben.

Rund 60 ältere Menschen waren zu der Diskussion in das Veranstaltungszentrum Wiese Zwei der WBG gekommen, sodass es kaum noch einen freien Platz gab. Doch am Ende schien keine Lösung in Sicht. Werner Läwen vom Seniorenbund, der die Veranstaltung moderierte, kündigte an, das Thema in die Politik zu tragen: Es müssten konkrete Konzepte erarbeitet werden, die Wohnungen für Senioren ausdrücklich mit einbeziehen.

Von Stephanie Zerm

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