Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Laatzen Lesung über 68er-Revolte stößt auf großes Interesse
Umland Laatzen Lesung über 68er-Revolte stößt auf großes Interesse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 14.03.2019
Die HAZ-Redakteure Simon Benne (links) und Gunnar Menkens lesen bei der Buchhandlung Decius in Laatzen-Mitte aus ihrem Buch "1968. Als die Revolte nach Hannover kam". Quelle: Daniel Junker
Laatzen-Mitte

An die Ereignisse, die sich im Jahr 1968 in Hannover zugetragen haben, können sich viele Laatzener noch erinnern – insbesondere an die Rote-Punkt-Aktion, bei der Bürger den Stadtbahnverkehr tagelang lahmlegten. Nach einer Fahrpreiserhöhung der Üstra legten damals viele Hannoveraner rote Punkte hinter die Windschutzscheiben ihrer Autos – und signalisierten so, dass sie andere kostenlos mitnehmen. „Das ging sogar mit dem Fahrrad“, sagte eine Besucherin der Lesung von Simon Benne und Gunnar Menkens am Freitagabend in der Buchhandlung Decius im Leine-Center. „Man klebte sich einen roten Punkt an den Lenker und setzte einfach jemanden hintendrauf.“

Die Redakteure der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung haben sich ein Jahr lang mit den Geschehnissen um 1968 beschäftigt: Zum 50. Jahrestag der Proteste hatte die HAZ ihre Leser dazu aufgerufen, ihre Erinnerungen aufzuschreiben. „Die Resonanz war überwältigend“, blickt Benne zurück. „Von einzelnen Anekdoten bis zum halben Roman war alles dabei.“ Aus ihren Recherchen ist das Buch „1968. Als die Revolte nach Hannover kam“ hervorgegangen. Am Freitagabend trugen die Autoren Passagen den rund 50 Besuchern der Buchhandlung daraus vor und ergänzten die Geschichten um eigene Berichte.

Die HAZ-Redakteure Simon Benne und Gunnar Menkens lesen bei der Buchhandlung Decius in Laatzen-Mitte vor 50 Besuchern aus dem Buch "1968. Als die Revolte nach Hannover kam".

Gunnar Menkens und der in Alt-Laatzen wohnende Simon Benne erzählten unter anderem über die Hausbesetzungen, die Pazifistin Beate Schmidt sowie die hannoversche Kunst- und Kulturszene um 1968. Abwechselnd lasen die Autoren zudem Interviews vor, die sie mit Beteiligten der Proteste geführt hatten. Dazu gehört unter anderem Gerd Weiberg, früheres Vorstandsmitglied des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds (SDS), aber auch Dieter Schütze, damaliger Redaktionsleiter der Bild Hannover.

„Manches aus dieser Zeit ist uns heute fremd geworden, man erkennt vieles nicht wieder“, merkte Benne an, der 1970 geboren wurde und die damaligen Ereignisse nicht selbst miterlebt hat. Menkens kann sich hingegen noch erinnern. Er war damals sechs Jahre alt, „ich kenne das im Nachhinein vor allem durch die Bilder.“ Er habe wahrgenommen, dass die Zeit ideologisch sehr aufgeladen war. „Rückblickend ging es den Leuten eher darum, dass ein Freiraum da war. Sie wollten Freiheit gewinnen.“

Aus Bennes Sicht habe die 1968er-Bewegung das Land liberaler gemacht. „Zu einem Arzt kommt man heute nicht mehr als Untertan, sondern als Kunde.“ Gleichwohl könne man heute froh sein, dass nicht alle Forderungen der Protestler umgesetzt worden sind. „Sie wollten das politische System verändern. Es wurde alles gefeiert, was rot war, von Mao bis Pol Pot.

„Sie haben ein schönes Kompendium geliefert, das für die nachfolgenden Generationen ganz wichtig ist“, lobte ein Besucher der Lesung die Arbeit der beiden Redakteure. Das Buch ist in der Buchhandlung Decius im Leine-Center sowie in der HAZ/NP-Geschäftsstelle an der Albert-Schweitzer-Straße in Laatzen-Mitte zum Preis von 14,90 Euro erhältlich.

Von Daniel Junker

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Die HAZ freut sich am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am Donnerstag, 4. April, regieren im Theo des Stadttheaters Hildesheim die Puppen. Dann gastiert beim Theater für Niedersachsen (TfN) ein Figurentheater mit dem Märchen „Die Schöne und der Schmid“.

11.03.2019

Nach dem Erfolg 2018 hat der TSV Rethen am Wochenende erneut zu seiner Vereinsparty ins Eventhouse an der Rostocker Straße eingeladen. Etwa 100 der 1500 Mitglieder aller Sparten amüsierten sich.

10.03.2019

Die FDP-Europa-Abgeordnete Gesine Meißner hat am Freitagabend im Stadthaus über das Thema Plastikmüll gesprochen. Dabei regte der Laatzener FDP-Chef Gerhard Klaus einen Mehrweg-Laatzen-Becher an.

13.03.2019