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Laatzen Boots-Club Laatzen fürchtet um Paddel-Betrieb
Umland Laatzen

Laatzen: Boots-Club fürchtet um Paddel-Betrieb wegen Naturschutzgebiet

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18:02 12.08.2019
Weiß nicht, ob er das Vereinsheim künftig noch nutzen kann: Dirk Kröger, Vorsitzender des Boots-Clubs Laatzen. Quelle: Thomas Böger
Alt-Laatzen

„Unser Vereinshaus liegt idyllisch in einem Naturschutzgebiet an der Leine in Alt-Laatzen. Bei uns finden Sie ein Stück unberührte Natur wie es in der Nähe der Stadt sonst nur schwer zu finden ist“, heißt es auf der Internetseite des Boots-Clubs Laatzen. Was dort als Vorteil gepriesen wird, könnte dem Verein mit seinen 130 Mitgliedern jetzt zum Nachteil gereichen: Die Region Hannover will in der Leineaue südlich von Hannover mehrere Natur- und Landschaftsschutzgebiete aufheben und zu einem großen Naturschutzgebiet (NSG) zusammenfassen. Nach dem vorliegenden Entwurf könnte das dem Boots-Club ernsthafte Probleme bereiten.

Weitere Einschränkungen im Naturschutzgebiet

Das Vereinsheim liege in dem künftigen NSG, während es bisher zu einem Landschaftsschutzgebiet (LSG) gehöre, in dem weniger Einschränkungen gelten, erläutert der Vorsitzende Dirk Kröger. Nach dem zurzeit öffentlich ausliegenden Entwurf der Verordnung für das NSG wären beispielsweise die bisher üblichen Grillabende nicht mehr erlaubt. Das wäre laut Kröger nicht unbedingt ein Problem, aber es könnte auch schwierig werden, das Grundstück angemessen zu pflegen. Außerdem sei unklar, ob die Vereinsmitglieder künftig noch mit dem Auto zum Clubhaus fahren dürfen, um ihre Boote dort hinzubringen oder abzuholen.

Das Gelände des Boots-Clubs Laatzen liegt idyllisch an der Leine. Quelle: Thomas Böger

Kanufahren nur von Juli bis Dezember möglich?

Doch das gravierendste Problem taucht in Paragraf 5, Absatz (2), Ziffer 10 der Verordnung auf: Ein Befahren der Leine zwischen Rethener und Wilkenburger Straße mit Kanus oder Ruderbooten ist danach nur vom 15. Juli bis zum 31. Dezember zulässig, Ein- und Ausstieg nur auf dem östlichen Ufer. „Wir fahren eigentlich ab April“, sagt Kröger – und das Bootshaus liegt am Westufer. Allerdings besagt die nachfolgende Ziffer 11, dass „Nutzung und Unterhaltung der bestehenden rechtmäßigen Anlagen und Einrichtungen“ weiter erlaubt sein sollen.

Gelände aus dem Naturschutzgebiet herausnehmen?

Ob dies auch den bisherigen Boots-Club-Betrieb in vollem Umfang einschließt, ist nicht eindeutig geregelt. „Das ist alles zu ungenau“, sagt Kröger. Der Verein plädiert deshalb dringend dafür, sein Gelände aus dem Naturschutzgebiet herauszunehmen – so wie es beim nahe gelegenen Wiesendachhaus bereits geschehen ist. „Sonst bleibt das Thema ein Dauerbrenner.“

Seit 80 Jahren wird an dieser Stelle gepaddelt

„Wir sind keineswegs gegen das neue NSG“, betont Kröger. Aber er möchte das Vereinsheim weiter nutzen und auch künftig noch auf der Leine paddeln können, wie die Clubmitglieder das seit 80 Jahren machen. Deshalb macht er den Vorschlag, dass Kanufahren für Mitglieder des Deutschen Kanu-Verbandes (Kröger: „Die wissen, wie man sich in der Natur verhält“) ganzjährig erlaubt bleibt. Größere Gruppen oder gar alkoholisierte Vatertagstouren auf dem Wasser sollten dagegen ausgeschlossen werden.

Stadt will Boots-Club helfen

Der Vereinsvorsitzende hat sich inzwischen an die Stadtverwaltung gewandt und um Unterstützung gebeten. Die wird er bekommen: Die Stadt werde im Rahmen der Beteiligung am Verfahren der Region „eine Stellungnahme formulieren und sich darin auch dafür einsetzen, dass der Betrieb des Boots-Clubs Laatzen so uneingeschränkt wie möglich weitergeführt werden kann“, erklärt Stadtsprecher Matthias Brinkmann.

Das neue Naturschutzgebiet reicht von Hannover-Wülfel im Norden bis Ruthe im Süden und umfasst unter anderem den gesamten Leine-Verlauf sowie die Koldinger Seenplatte. Einzelne Gelände wie das Wiesendachhaus und das Grasdorfer Wasserwerk sind ausgenommen. Der Entwurf für die NSG-Verordnung „Leineaue zwischen Hannover und Ruthe“ liegt bis zum 15. September öffentlich aus. Einzusehen ist er im Erdgeschoss des Rathauses neben den Fahrstühlen sowie auf der Internetseite laatzen.de unter „Rathaus ganz nah“/Aktuelles/Bekanntmachungen.

Einwände bis 15. September möglich

Im Rahmen der Auslegung nimmt die Region Hannover bis zum 15. September Bedenken und Anregungen entgegen: schriftlich an das Team Naturschutz Ost, Postfach 147, 30001 Hannover, sowie persönlich im Dienstgebäude Höltystraße 17, Raum 342. Möglich ist dies montags und freitags von 9 bis 12 Uhr, mittwochs und donnerstags von 9 bis 15.30 Uhr sowie nach vorheriger telefonischer Vereinbarung.

Von Thomas Böger

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