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Laatzen Der Kiosk an der Hildesheimer Straße ist Geschichte
Umland Laatzen

Laatzen: Der Kiosk an der Hildesheimer Straße in Grasdorf ist Geschichte

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17:54 27.09.2019
Der Kiosk neben dem Friedhof an der Hildesheimer Straße wird derzeit neu eingedacht. Als Trinkhalle soll er künftig nicht mehr genutzt werden. Quelle: Johannes Dorndorf
Grasdorf

Für Grasdorfer Kinder war der Kiosk an der Hildesheimer Straße in früheren Jahren ein beliebter Anlaufpunkt, zuletzt gab es hingegen eine Dauerdebatte um die Klientel und Verunreinigungen im Park daneben. Das alles ist nun Geschichte. Der Eigentümer lässt das Gebäude neben dem alten Grasdorfer Friedhof derzeit umbauen. Fest steht schon jetzt: Als Kiosk wird es künftig nicht mehr genutzt.

Seit Jahrzehnten ist die Fläche im Besitz der Familie Bühre, die früher das Salamander-Schuhgeschäft schräg gegenüber betrieben hat. Inhaber Thomas Bühre lässt derzeit das Wohngebäude hinter dem Kiosk renovieren – und das kleine Nebengebäude gleich mit. Die Nutzung stehe bislang noch nicht fest. „Aber es wird auf jeden Fall kein Kiosk mehr sein“, versichert der Grasdorfer.

Kiosk beschäftigt immer wieder den Ortsrat

Damit endet eine jahrelange Diskussion um den alten Grasdorfer Friedhof, der zwischen Kiosk und dem Klinikum Agnes Karll liegt. Der Ortsrat Laatzen hatte sich wiederholt mit dem Zustand der Parkanlage beschäftigt, in der immer wieder Unrat liegt. Die Verunreinigungen wurden vonseiten der Politik mit dem Kiosk in Verbindung gebracht. Auch das frühere Dixi-Klo neben der Trinkhalle störte einige Ortsratsmitglieder.

„Wir hatten immer wieder Gespräche mit dem Ordnungsamt“, bestätigt Bühre. Als der Vertrag mit dem bisherigen Pächter im April auslief, habe man sich entschieden, auf die Pachteinnahmen künftig zu verzichten. Während die Bauarbeiten am Wohnhaus schon länger andauern, wurde der Kiosk erst vor Kurzem in Angriff genommen. Das Dach ist bereits demontiert, im nächsten Monat soll ein neues aufgesetzt werden.

Sölter-Bude war dorfbekannt

Insbesondere ältere Anwohner verbinden mit der kleinen Verkaufsstätte süße Kindheitserinnerungen. So stand der Kiosk früher einige Meter weiter an der Ecke Langer Brink und war als Bude von August Sölter bekannt. „Die Bude war dorfbekannt und besonders beliebt bei den Grasdorfer Kindern von 1935 bis hin in die Siebzigerjahre“, erinnert sich der Grasdorfer Helmut Flohr in seinem Buch „Entlang der Hildesheimer Straße“. 1934 habe Sölter für 100 Mark in Hannover eine Nebgen-Trinkhalle erworben und mit pferdebespanntem Rollwagen komplett nach Grasdorf transportiert. Viele Kinder hätten dort ihr Taschengeld gelassen – für Lutschestangen und Himbeerbolschen genauso wie für Waldmeister-Brausepulver und Eis.

Die Postkarte von 1936 zeigt den früheren Kiosk von August Sölter, der damals noch an der Ecke zum Langen Brink stand. Quelle: Privat

Im September 1943 wurde die Bude dann bei einem Luftangriff zerstört – so wie auch die Gebäude im Umfeld. Später wurde der Kiosk am neuen Standort zunächst als Bretterbude, dann als Steinhaus wiederaufgebaut, sagt Bühre. In früheren Jahren sei das Geschäft dort sehr gut gelaufen. Der Niedergang habe in den Siebzigerjahren wegen der Konkurrenz durch die neuen Geschäfte in Laatzen-Mitte begonnen. Später hätten die längeren Ladenöffnungszeiten und der Stadtbahnausbau den Umsatz gedrückt.

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Von Johannes Dorndorf

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