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Laatzen Dornenhecke vernichtet 50 Fußbälle pro Saison
Umland Laatzen

Laatzen: Dornenhecke am Sportplatz des TSV Ingeln-Oesselse vernichtet 50 Fußbälle pro Saison

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14:45 22.11.2019
Der TSV-Vorsitzende Norbert Fischer kritisiert die Bepflanzungssituation am A-Platz in Ingeln-Oesselse. In den dornigen Büschen gehen immer wieder Bälle verloren (kleines Bild). Quelle: Daniel Junker
Ingeln-Oesselse

Der A-Platz des TSV Ingeln-Oesselse, auf dem pro Saison etwa 40 Punktspiele der 1.-Herren-, der „Alte Herren“- und der Jugendmannschaften ausgetragen werden, ist nur von drei Seiten umzäunt. Auf der vierten Seite im Osten des Platzes dient ein etwa 125 Meter langer Wall mit dornigen Sträuchern als Abgrenzung zu den dahinterliegenden Wohnhäusern. „Die Bälle landen bei Spielen oft in der Dornenhecke“, sagt TSV-Vorsitzender Norbert Fischer. „Dann gehen sie meistens gleich kaputt.“ Und wenn nicht, traue sich niemand, sie dort hinaus zu holen. Denn an den langen Dornen zerkratzten sich die Fußballer in ihren kurzen Hosen schmerzhaft die Beine. „Wir haben einmal allein in einem Punktspiel fünf Bälle verloren“, sagt Fischer.

TSV zahlt pro Saison 1000 Euro für neue Bälle

Pro Saison landeten rund 50 Bälle in der Dornenhecke. Ein Ball koste je nach Qualität zwischen 15 und 120 Euro, so dass dem TSV durch die Hecke zusätzliche Kosten von etwa 1000 Euro pro Saison entstehen, berichtet der Vereinsvorsitzende.

„Der Zustand ist für uns nicht befriedigend“, sagt der stellvertretende Vereinsvorsitzende Christoph Dreyer. Fischer wird noch deutlicher: „Für mich ist der Wall mit der Dornenhecke eine Fehlplanung.“

Erschwerend komme hinzu, dass der TSV aus Gründen des Lärmschutzes beziehungsweise aus Rücksicht auf die Nachbarn sonntags zwischen 12.30 und 14.30 Uhr auf dem A-Platz keine Punktspiele austragen darf. Der Verein muss dann auf den benachbarten B-Platz ausweichen. „Der A-Platz ist aber größer und hat eine Dränage, zudem lässt er sich im Sommer besser bewässern“, sagt Fischer.

Ursprünglich war eine Lärmschutzwand geplant

Als der Sportplatz Ende der Siebzigerjahre gebaut wurde, sah die Baugenehmigung des Landkreises Hannover aus dem Jahr 1979 zwar auch auf der Ostseite einen zwei Meter hohen Wall vor, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. Auf diesem sollte zusätzlich eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden. Außerdem sei auch ein Ballfangzaun vorgesehen gewesen. Doch offenbar sprachen sich die Anwohner dagegen aus. Denn nach diversen Nachbarbeteiligungen wurde die Baugenehmigung laut Verwaltung in der Folgezeit so abgeändert, dass statt Lärmschutzwand und Ballfangzaun eine Bepflanzung darin festgehalten ist, die beide Bauwerke ersetzen soll. Auch die Mittagsruhe am Sonntag sei zusätzlich in dem Bebauungsplan festgeschrieben worden.

Der TSV wäre laut Fischer schon zufrieden, wenn auf dem Wall Pflanzen ohne Dornen wachsen würden: „Ich zweifle daran, dass das hier eine ordnungsgemäße Sportplatzbepflanzung ist.“ Eine andere Bepflanzung hatte auch die CDU-Fraktion im Ortsrat Ingeln-Oesselse beantragt. Für die Durchpflügung des Walls solle die Stadt im Haushalt 2020 insgesamt 10.000 Euro einplanen.

Änderung der Bepflanzung ist nicht ohne weiteres möglich

Doch eine Änderung ist nicht ohne weiteres möglich. „Sofern am Wall oder seiner Bepflanzung etwas verändert werden soll, ist dies nur über eine Änderung der Baugenehmigung möglich“, teilte die Stadt Laatzen mit. Erschwerend kommt aus Sicht der Verwaltung hinzu, dass die Dornenhecke aus Schlehen besteht. Deren Wurzeln seien viele Meter in den Wall hineingewachsen. Sie herauszuziehen, würde den Wall massiv gefährden. Zudem trieben Schlehen aus allen verbleibenden Pflanzenbestandteilen wieder aus, so dass der Erfolg nur von kurzer Dauer wäre. Daher sprach sich die Verwaltung gegen den Antrag der CDU aus, die diesen dann zurückzog.

Stadt will Dornen nun zurückschneiden

Die Stadt Laatzen habe bereits mit dem TSV mögliche Lösungen durchgesprochen, berichtete Bau-Fachbereichsleiter Jürgen Pagels. Auch die Aufstellung eines mobilen Ballfangzaunes sei geprüft worden. „Mit vier Metern Höhe hätte dieser aber nichts gebracht“, sagt der TSV-Vorsitzende Fischer.

Wer findet den Ball? Auf dem A-Platz des TSV Ingeln-Oesselse landen immer wieder Spielgeräte der Fußballer im angrenzenden dornigen Gebüsch und auf dem Wall. Quelle: Daniel Junker

Nun will die Stadt laut Pagels die Dornenhecke erst einmal komplett zurückschneiden. In den Vorjahren sei lediglich einmal im Jahr ein Drittel der Hecke gestutzt worden. Der Rückschnitt sei aber nur möglich, wenn der Boden gefroren oder sehr trocken ist, da sonst der Sportplatz durch das schwere Gerät kaputt gehe.

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Von Stephanie Zerm

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