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Laatzen Dritte Generation bereitet Saisonstart auf Erdbeerhof vor
Umland Laatzen Dritte Generation bereitet Saisonstart auf Erdbeerhof vor
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00:18 11.04.2019
Erdbeerhof in Gleidingen: Für Hoferbe Bendix Meyer ist es die erste Saison in Eigenregie. Voraussichtlich Anfang Mai werden er und seine Mitarbeiter die ersten reifen Früchte im Folientunnel ernten. Quelle: Astrid Köhler
Gleidingen

Landwirtschaft und Erdbeeren gehörten immer schon zum Leben von Bendix Meyer. Sein Großvater Hermann Meyer war einer der ersten im Süden Hannovers, der Erdbeeren im großen Stil anbaute – und dafür von vielen Kollegen noch belächelt wurde. Sein Vater Hartmut baute das Unternehmen mit Direktvermarktung weiter aus. Seit dem überraschenden Herztod des erst 57-jährigen Meyer führt der studierte Agrarwissenschaftler Bendix Meyer den Betrieb als Hoferbe in dritter Generation. Aktuell steht der Saisonstart bevor.

Es ist ein etwas kühler Morgen, Anfang April, und ein leichter Wind weht über das Feld westlich der Bundesstraße 6. Ein paar Meter weiter, unter der Folie bei den jungen Erdbeerpflanzen, sind die Temperaturen schon deutlich angenehmer. „Es sind 25 Grad“, sagt der Junglandwirt nach einem kurzen Blick aufs Thermometer, um sodann mit der Besucherin langsam die Reihen des Folientunnels entlang zu schreiten: 315 Meter lang ist der kleinere der drei. Die anderen beiden Tunnel messen noch zehn Meter mehr.

Rund 60.000 Pflanzen wachsen unter dem Schutz der Folie heran, in langen Reihen auf Kniehöhe in einem Kokossubstrat mit integriertem Bewässerungssystem. Allesamt wurden im Februar von Hand gesetzt. „Dabei haben uns sechs Mitarbeiter unterstützt“, sagt Meyer. Nach dem menschlichen Kraftakt waren die Hummeln gefragt. Mehrere Boxen mit jeweils einem Volk stehen zur Bestäubung in den Reihen verteilt. „Ein Volk ist nötig für etwa 1500 Quadratmeter“, erklärt Meyer, der mit der Arbeit der Hummeln zufrieden ist: An vielen Pflanzen sind bereits die charakteristischen grünen Fruchtkörper zu sehen.

Saisonstart ist Anfang Mai

„Kurz nach Ostern könnten die ersten Erdbeeren reif sein“, sagt Meyer. Den Beginn der Ernte und Verkaufsstart auf Hannovers Bauernmärkten und in den Verkaufsständen erwartet der Junglandwirt für „ Anfang Mai“. Dann sind genügend Früchte der frühen Sorten „Clery“ reif.

Mehr als 60.000 Erdbeerpflanzen wachsen seit Februar in den drei Folientunneln des Gleidinger Erbeerhofs Meyer. Der Großteil der Pflanzen steht im Freiland. Die Saison dauert so von Mai bis September.

Schon lange bevor die erste Beeren wachsen und reif werden, müssen die Temperaturen und Luftfeuchtigkeit in den Tunneln kontrolliert werden. Bei zu hoher Feuchtigkeit droht Schimmelbildung auf den Pflanzen, der mit entsprechender Belüftung vorgebeugt wird. Seit Februar werden die Tunnel, das Klima und die Entwicklung der Pflanzen mehrfach am Tag überprüft, auch um rechtzeitig eingreifen zu können, wenn etwas passiert. Wie an jenem Tag im März als Sturmtief Eberhard mehrere Tunneltore größtenteilse zerrissen und die Stangen verbogen hatte. Der Schaden musste umgehend repariert werden. „Das ist ein Full-Time-Job“, sagt Meyer ernst aber nicht unzufrieden und steigt in sein Auto, um zu den Feldern auf der anderen Seite der Bundesstraße zu fahren.

14 Hektar mit Freiland-Erdbeeren

Der Großteil der Erdbeerpflanzen ist mehrjährig und wächst auf den Feldern im Freiland. Auch dort gibt es frühe - mit Vlies abgedeckte – Sorten und später reifende Erdbeeren. Quelle: Astrid Köhler

Von den rund 15 Hektar Fläche, die Bendix Meyer in diesem Jahr erstmals eigenverantwortlich bewirtschaftet, sind 14 Hektar Freiland-Erdbeeren. Für die Ernte dort und die schnelle Direktvermarktung sind viele helfende Hände nötig: 60 bis 70 rumänische Saisonarbeiter werden in diesem Jahr wieder in Gleidingen erwartet. Darüber hinaus sind im Betrieb mehrere Festangestellte beschäftigt, darunter eine Bürokraft, ein Schlosser (“unsere ,Allzweckwaffe’“) und ein Feldarbeiter.

Hoferbe: „Es war keine leichte Zeit“

Bendix Meyer gehört nun auch dazu. Mehr noch, der 23-Jährige hat als Hoferbe die Verantwortung für den gesamten Betrieb übernommen. „Es war keine leichte Zeit“, erzählt Meyer über die Tage und Wochen nach dem überraschenden Herztod seines Vaters Ende August, kurz vor dem Saisonende. „Alles war sehr überwältigend.“ Umso dankbarer sei er für den Beistand und die vielfältige Unterstützung im privaten und beruflichen Umfeld gewesen, die die Entscheidung, den Betrieb weiterzuführen, überhaupt erst ermöglich hat.

Zu den besonders wichtigen Helfern zählt Meyer den langjährigen Produktionsleiter des Gleidinger Erdbeerhofes Christoph Habermann. Obwohl dieser inzwischen einen eigenen Hof bei Algermissen bewirtschaftet und selbst alle Hände voll zu tun hat, habe er Bendix Meyer sofort Hilfe zugesichert und komme er regelmäßig in Gleidingen vorbei. „Er hilft mir über die schwierige Phase“. Auch seine Partnerin Karina Kuhn sei eine wichtige Unterstützung. Sie unterstützt das Team im Büro und sorgt für Ordnung auf dem Hof.

Entscheidung über Mallorca-Party steht noch aus

Die wesentlichen Änderungen beim ungeplanten Generationenwechsel betreffen derzeit weniger den Betrieb, als das Zusatzprogramm. Die obligatorische „Tanz-in-den-Mai“-Party zum Saisonstart wird es in diesem Jahr definitiv nicht geben, sagt Meyer. Und ob in der Hofscheune zum Saisonabschluss wieder eine Mallorca-Party gefeiert wird, will er sich noch offen halten, sagt Meyer der ergänzt: „Ich bin nicht abgeneigt.“

Bendix Meyer hadert nicht, sondern erinnert sich einmal mehr an seine Großmutter, väterlicherseits, eine geborene Reinhardt. Die hatte den elterlichen Betrieb in Gleidingen seinerzeit auch sehr jung übernehmen müssen – mit 23 Jahren. Wie die Großmutter in jungen Jahren nimmt auch der Enkel die Herausforderung an und ist sogleich wieder in Gedanken bei den Erdbeeren. „Die nächsten Wochen werden noch spannend, wegen des Nachtfrostes“, sagt Meyer. Er freue sich auf die Arbeit und alles, was dazu gehört – „die Zusammenarbeit mit den Saisonkräften, mit den Helfern beim Verkauf und auf unsere Kunden.“

Von Astrid Köhler

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