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Laatzen Fußgängerampeln an Haltestelle schalten spät auf Grün
Umland Laatzen

Laatzen: Fußgängerampeln schalten spät auf Grün

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18:00 11.07.2019
Die Bahn kommt, und die Fußgängerampel bleibt Rot: Die Region will die Schaltung an der Haltestelle Laatzen-Zentrum nun auch auf der Ostseite überprüfen. Quelle: Astrid Köhler
Laatzen-Mitte

Fußgänger, die die Erich-Panitz-Straße auf Höhe der Stadtbahnhaltestelle Laatzen-Zentrum überqueren wollen, müssen genug Zeit einplanen – zumindest auf der Ostseite der vierspurigen Straße. Die Signalprogramme sind dort auf einen flüssigen Autoverkehr ausgerichtet und nicht auf die einfahrenden Stadtbahnen. Auch weil zahlreiche Fußgänger die lange Rot zeigende Ampel immer wieder ignorieren, will die Region die Schaltung nun überprüfen.

Häufig kritische Situationen

Sie habe schon häufig kritische Situationen beobachtet, in denen Fußgänger einfach bei Rot über die Straße liefen, berichtet eine 38-jährige Laatzenerin, die die Haltestelle regelmäßig nutzt. Dies betreffe sowohl den Überweg auf Höhe des Leine-Centers als auch den an der Albert-Schweitzer-Straße. Ähnlich äußert sich auch eine 70 Jahre alte Fahrradfahrerin. Mitunter fährt die Bahn erst ein, hält, lässt Fahrgäste ein- und aussteigen – und es schließen sich die Türen wieder, ehe das Fußgängersignal Grün zeigt. „Ich habe Zeit, aber andere müssen Anschlüsse bekommen und sind auf die Stadtbahnen angewiesen“, sagt die Seniorin, die nach eigenen Angaben regelmäßig Zeugin davon wird, wie Fußgänger die rote Ampel ignorieren.

Ampel für den Kraftverkehr ausgerichtet

Die Ampel verfüge über eine Koordinierung und eine grüne Welle, die für den Kraftfahrzeugverkehr optimiert seien, erklärt Regionssprecherin Christina Kreutz. Busse und Bahnen sind dem zwar übergeordnet, aber Fußgänger merken davon nur etwas, wenn sie die Erich-Panitz-Straße auf der Westseite überqueren wollen. Die Fußgängerampel werde dort automatisch auf Grün geschaltet, wenn Stadtbahnen einfahren und zuvor von Fußgängern das Grünlicht per Drücker angefordert wurde. Auf der gegenüberliegenden Seite sei dies bislang jedoch nicht vorgesehen, sagt die Sprecherin und kündigt an: „Wir werden eine entsprechende Änderung des Signalprogramms prüfen.“

Fußgänger warten maximal 50 Sekunden

Tatsächlich gilt auf der Ostseite bisher die maximale Wartezeit von 50 Sekunden, bis die Bedarfsampel den Autoverkehr stoppt und das angeforderte Grünlicht für Fußgänger zu sehen ist. Dieser Wert gilt als Grenzwert, um von Fußgängern akzeptiert zu werden. Ein Test am Donnerstagnachmittag zeigte: Am schnellsten wechselte das Ampellicht nach 27 Sekunden, zumeist aber auch erst nach 50 Sekunden. Zum Vergleich: Auf der Westseite dauerte es nach dem Anfordern des Grünlichts nur zwischen fünf und 20 Sekunden.

Unterschiedliche Schaltungen: Auf der Westseite der Erich-Panitz-Straße erhalten Fußgänger schneller Grün. Quelle: Astrid Köhler

Bei der Stadt Laatzen und der Üstra ist die unterschiedliche Schaltung für Fußgänger an der Haltestelle Laatzen-Zentrum zwar bisher nicht bekannt. Gleichwohl: „Wenn das ein Problem ist, muss es gelöst werden“, sagt Unternehmenssprecher Udo Iwannek. Zugleich macht er deutlich, dass die Tatsache, dass eine Stadtbahn in die Haltestelle einfährt, keinen Freibrief für Fahrgäste bedeutet, die dann einfach gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen dürften. „Die Bahnen fahren in dichten Takten, und die eine, die verpasst wird, ist nie die letzte.“ Es habe schon zu viele und auch tödliche Unfälle gegeben, weil Menschen nicht rechtzeitig an den Haltestellen waren oder nicht warten konnten.

Geringes Bußgeld

Die Laatzener Polizei ahndet immer wieder Rotlichtverstöße von Fußgängern im Stadtgebiet. Zahlen speziell für die Haltestelle Laatzen-Zentrum liegen nicht vor, auch wenn sich Schätzungen zufolge die Verstöße hier auf mehrere Dutzend pro Stunde summieren dürften. Die Strafen haben für viele eher symbolischen Wert: Laut Bußgeldkatalog müssen Fußgänger für das Überqueren einer Straße bei Rotlicht 5 Euro zahlen, wenn es zu einem Unfall kommt 10 Euro.

Von Astrid Köhler

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