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Laatzen Landwirte lassen Hecken in Ingeln-Oesselser Feldmark zurückschneiden
Umland Laatzen

Laatzen: Hecken in Ingeln-Oesselser Feldmark werden zurückgeschnitten

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19:22 27.01.2020
Mehr Abstand zum Weg gewünscht: Entlang des Oesselser Holzweges, in der Verlängerung des Pappelweges Richtung Feldmark, sollen auf Wunsch der örtlichen Landwirte wie Heinrich Hennies (vorn) und Dietmar Warnecke bis Ende Februar zwei Gehölzgruppen um ein Drittel zurückgeschnitten werden. Die bei der Stadt Laatzen angesiedelte Untere Naturschutzbehörde hat dem bereits zugestimmt. Quelle: Astrid Köhler
Ingeln-Oesselse

Feldhecken sind wichtig für die heimische Tierwelt. In der Ingeln-Oesselser Feldmark gibt es mehr als ein Dutzend der häufig aus Weißdorn und Hagebutten bestehenden Gehölzgruppen. Noch bis Ende Februar will der Wasser- und Bodenverband im Auftrag der örtlichen Landwirte und mit Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde drei von ihnen zurückschneiden.

Als Grund für den Rückschnitt verweisen die Landwirte auf die von bis zu 40 Tonnen schweren Landmaschinen befahrenen und entsprechend frei zu haltenden Wege. Ein 1,20 Meter breiter Streifen neben der Fahrbahnkante sollte möglichst frei von Bewuchs bleiben, sagt Landwirt Heinrich Hennies. Zum einen seien die Landmaschinen mitunter sehr breit, sodass diese unbeabsichtigt die Büsche streifen könnten. Zum anderen entzögen die Wurzeln dem Fahrbahnuntergrund das Wasser, sodass sich Risse bildeten. „Dieses Stück ist erst vor einigen Jahren neu gemacht worden, und die Straße geht schon wieder kaputt“, ergänzt sein Kollege Dietmar Warnecke – und zeigt auf einen langen Riss in der Fahrbahn des Oesselser Holzweges.

Rückschnitte von Büschen an zwei Feldwegen

Von den zurückzuschneidenden jeweils bis zu 30 Meter langen Gehölzgruppen liegen zwei in der Verlängerung der Oesselser Pappelallee und eine am Ingelner Holzweg, der im Norden parallel verläuft. Die Feldhecken würden maximal um ein Drittel eingekürzt, versichert Hennies. „Wir halten uns an die Vorgaben.“ Künftig sind die zumeist aus Weißdorn und Hagebutten bestehenden Hecken an dieser Stelle schmaler. Auch in der Höhe sollen die Hecken begrenzt werden, da Landmaschinen mitunter über sie hinweg Fahrzeuge beladen. Die vereinzelt in den Feldhecken wachsenden Bäume – wie etwa eine kleine Eiche – würden nicht angerührt, obwohl deren Wurzeln dem Boden noch mehr Wasser entziehen als die Büsche. „Damit müssen wir leben“, so Warnecke.

Die Risse auf der Fahrbahn gehen nach Angaben der Landwirte auf die eng am Oesselser Holzweg – der Verlängerung der Pappelallee – wachsenden Gehölze zurück. Deren Wurzeln entziehen dem Boden Wasser. Quelle: Astrid Köhler

Die Landwirte haben die Vorhaben bei der Stadt Laatzen angemeldet, und die dort angesiedelte Untere Naturschutzbehörde hat dies auch genehmigt. Bedingung: Der Rückschnitt um maximal ein Drittel erfolgt vor dem Vegetationsbeginn, also formal bis Ende Februar. Wann genau der beauftragte Unternehmer Zeit habe und komme, stehe noch nicht fest, so Hennies. Doch werde er den Zeitrahmen einhalten.

Landwirte wollen frühzeitig informieren

„Wir wollen rechtzeitig informieren“, betont Landwirt Hennies. Er ist auch Ortsbürgermeister in Ingeln-Oesslse und will eine Aufregung in der Bevölkerung verhindern, wie es sie im Herbst wegender geplanten Baumfällungen in der Grasdorfer Leinemaschgab. Schließlich gebe es viele Spaziergänger in der Feldmark, die sich um die Tier- und Pflanzenwelt sorgten und Anteil nähmen. Dies sei unter anderem auch an den Futterringen zu erkennen, die im Winter immer wieder in die Zweige gehängt würden.

Behörde: „Heckenstrukturen haben hohen Stellenwert“

„Die vorhandenen Heckenstrukturen in der Feldmark bei Ingeln-Oesselse haben einen hohen naturschutzfachlichen Stellenwert, sowohl als Landschaftselement als auch als Lebensraum für Insekten und Vögel“, betont Gabriela Brunotte, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde. Um diese dauerhaft gesund zu erhalten, bedürfe es einer regelmäßigen Pflege. „Die geplanten Rückschnittmaßnahmen dienen diesem Zweck und sind insofern mit den naturschutzfachlichen Interessen vereinbar.“

Angelegt wurden die verschiedenen Hecken und Gehölzgruppen rund um Ingeln-Oesselse nach der Flurbereinigung in den Siebzigerjahren in Ingeln-Oesselse, Wirringen und Müllingen. Zunächst sei der Bereich sehr kahle Wüste gewesen, erzählt die ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte der Region Margarete Saxowsky. Sie war auch langjährige Stadtangestellte in Laatzen und bis zur ihrer Pensio­nierung 2005 Leiterin der Unteren Naturschutzbehörde.

Im Laufe der Jahrzehnte seien die Bereiche wieder teilweise aufgeforstet und auch Biotope angelegt worden. Darunter war auch ein Bläulingsbiotop, das die Region 2017 zum Geschützen Landschaftsbestandteil (GLB) erklärte. Einiges gehe auf Ausgleichsmaßnahme für Laatzener Bauprojekte zurück, so Saxofsky weiter. Anderes wiederum wurde auf Initiative des Unterhaltungsverbandes Bruchriede, von Naturschutzgruppen, der Jägerschaft sowie des Ortsrates gepflanzt.

Ehrenamtliche Naturschutzbeauftragte: Biotopvernetzung ist Ziel

„Wir haben Linienstrukturen in der Feldmark – Gräben und Wege – und auch einige Pflanzinseln: angefangen von der Höhnequelle in Ingeln bis zum Erbenholz in Rethen“, betont die Naturschutzbeauftragte der Region. Wichtiges Ziel sei die sogenannte Biotopvernetzung, die es Tieren ermögliche, sicher und geschützt zu wandern. Gleichwohl: Feldhecken sollten nicht zu kleinen Wäldchen heranwachsen, sondern ihre Heckenstruktur behalten, meint auch Saxofsky. „Wenn der Rückschnitt bis Ende Februar erfolgt, ist nichts dagegen einzuwenden.“

Auch entlang des Ingelner Holzweges sind Rückschnitte auf bis zu Zweidrittel der bisherigen Breite geplant. Die bei der Stadt Laatzen angesiedelte Untere Naturschutzbehörde hat dem zugestimmt. Quelle: Astrid Köhler

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Von Astrid Köhler

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