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Laatzen Mit Chor und Orchester: Immanuel-Gemeinde feiert ihre neue Orgel
Umland Laatzen

Laatzen: Immanuel feiert neue Orgel mit Chor und Orchester

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12:41 22.09.2019
Sopranistin Marleen Mauch überzeugt mit stimmlicher Qualität. Quelle: Achim von Lüderitz
Alt-Laatzen

Jede Orgel soll ja ein Unikat mit einem eigenen Innenleben sein. Wenn das stimmt, dann muss die neue Braun-Orgel, die am Freitagabend in der Immanuelkirche feierlich eingeweiht wurde, wegen des überaus herzlichen Empfangs heimlich vor Freude über alle Orgelpfeifen gestrahlt haben. Der musikalische Rahmen war beeindruckend, die Auswahl der Werke glänzend aufeinander abgestimmt und nur die Tatsache, dass die Kirche, die rund 400 Zuhörern Platz bietet, nur zur Hälfte gefüllt war, stimmte die Verantwortlichen etwas traurig.

Die mobile Orgel wird in der Immanuelkirche nur solange zu Gast sein, bis die Renovierungsarbeiten in der Alt-Laatzener Kapelle abgeschlossen sind. Dann soll sie in nächster Nachbarschaft die alte Orgel, die im Laufe der Jahrzehnte Grünspan, Schimmel und Rost angesetzt hatte, für die nächsten Generationen ersetzen.

Laatzener spendet Geld für neue Orgel

„Das alles wäre ohne die großzügige Unterstützung von Harry Neß nicht möglich gewesen“, freute und bedankte sich Superintendent Detlef Brandes. Der Spender, der die gesamten Kosten des Orgelkaufs in Höhe von 40.000 Euro übernommen hatte, wollte seiner vor drei Jahren verstorbenen Frau Inge, die lange Zeit im Immanuel-Kirchenvorstand mitgearbeitete hatte, ein Zeichen bleibender Erinnerung setzen.

Der Spender und der Orgelbauer: Harry Neß (rechts) bedankt sich bei Wolfgang Braun. Quelle: Achim von Lüderitz

Auch der Erbauer der Orgel, Wolfgang Braun aus dem schwäbischen Bickelsberg, war zur Feier angereist. „Jedes Mal, wenn man eine in unzähligen Stunden gefertigte Orgel verkauft, ist das, als wenn man ein Kind verliert“, sagte er mit Tränen in den Augen. „Aber dies hier war meine Lieblingstochter, und ich habe mich jetzt davon überzeugen können, dass sie in gute Hände gekommen ist.“

Den wohltemperierten Klang der Orgel brachte Musikprofessor Konrad Kiek bei einem Orgel-Solo von Georg Böhm („Jesu du bist allzu schöne“) in all seinen Facetten von den Zimbeln, die die neue Orgel schmücken, bis zum tiefen Bass der Blasinstrumente zur vollen, raumfüllenden musikalischen Entfaltung.

Harmonisches Zusammenspiel mit Kantorei und Orchester

Zuvor hatte er zusammen mit dem Philharmonischen Kammerorchester Werningerode und der mehr als 40 Stimmen starken Immanuelkantorei Werke von Frantisek Xaver Brixi in harmonischem Zusammenspiel zwischen Orgel, Orchester und Chor zu Gehör gebracht. Ein weiterer Höhepunkt war der Auftritt von Marleen Mauch bei Felix Mendelssohn-Bartholdys Werk „Hör mein Bitten“. Die mehrfach bundesweit ausgezeichnete Sopranistin, die im benachbarten Rethen wohnt, überzeugte mit außergewöhnlichen stimmlichen Fähigkeiten. Ebenso wie Marie-Luise Alcántara aus Bayreuth, die weitaus mehr als nur eine Begleitperson des Orchesters am Steinweg-Flügel war.

Das Philharmonische Kammerorchester Wernigerode und die Immanuelkantorei unter Leitung von Zoltan Suho-Wittenberg tragen unter anderem Werke von Brixi und Liszt vor. Quelle: Achim von Lüderitz

Der monumentale „Totentanz“ von Franz Liszt und das ebenfalls von Mendelssohn-Bartholdy komponierte Lied „Verleih uns Frieden gnädig“ rundeten einen gelungenen Konzertabend ab, bei dem Kreiskantor Zoltan Suho-Wittenberg ein feines musikalisches Händchen bei der Auswahl der Werke bewiesen hatte. Lang anhaltender Beifall waren für ihn und alle Mitwirkenden der Lohn für die zahllosen Proben und den überzeugenden Vortrag.

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Von Achim von Lüderitz

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