Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Laatzen „StimmRecht!“: Wie viel Einfluss haben Jugendliche wirklich?
Umland Laatzen

Laatzen: Jugendliche bei Landestreffen Stimmrecht im Stadthaus im Gespräch unter anderem mit Miersch und Köhne

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:03 27.10.2019
In einer einstündigen Gesprächsrunde stellen sich vier Laatzener Politiker den Fragen der Jugendlichen und von Moderator Stoffl. Quelle: Torsten Lippelt
Laatzen-Mitte/Hannover

Wenn Jugendliche und Erwachsene beim Landestreffen „StimmRecht!“ aufeinander treffen, gibt es viele Themen zu besprechen: die Einflussnahme von Jugendvertretern auf die Kommunalpolitik ist nur eines davon.

40 Jugendliche im Alter zwischen 16 und 24 Jahren aus 17 niedersächsischen Kommunen sind am Wochenende im Stadthaus Laatzen zusammengekommen. Übernachtet haben sie in der Jugendherberge Hannover. Die Reihe vom Kinderschutzbund Niedersachsen mit Unterstützung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung gibt es seit 2016 einmal im Jahr im Zuge des Projektes „StimmRecht! Kinder- und Jugendbeteiligung in Städten und Gemeinden in Niedersachsen“. Treffen waren schon in Hannover, Osnabrück und Langenhagen.

Jugendliche diskutieren mit Politikern

„Unser Jugendrat hat sich erst neu gegründet, daher bin ich heute zum ersten Mal dabei“, sagte Sina Hermann (16) aus Ganderkesee. Sie zeigte sich zufrieden mit dem Projekttag und seinen zahlreichen Workshops. „Ich wollte mehr über die Jugendparlamentsarbeit der Anderen erfahren, um Anregungen für uns zu bekommen“, sah sie ihre Erwartungen aus dem Vorfeld erfüllt. Es sei ein gutes Programm und Miteinander gewesen. „Und es ist schön, mal Politiker aus der Nähe zu erleben und die Menschen, die die Arbeit der Jugendparlamente unterstützen.“

Zum zweitägigen Programm in Laatzen gehörte am Sonnabendnachmittag auch eine einstündige Gesprächsrunde mit Laatzener Politikern unter der Leitung von Moderator Patrick Büttner, Künstlername Stoffl, aus Hannover. Die Jugendlichen tauschten sich dabei mit Bürgermeister Jürgen Köhne, dem SPD-Bundestagsabgeordneten Matthias Miersch, dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Paul Derabin und SPD-Ratsfrau Luisa Oyen aus. Die Themen reichten von zu erneuerbaren Energien bis hin zur Integration.

Miersch: Individuellen Kontakt mit Politikern suchen

Während Derabin außerhalb des Umweltsektors im Vergleich zu vor zehn Jahren eher eine Abnahme jugendlichen politischen Engagements sah, empfahl Miersch den Jugendlichen, mit Einladungen zu Gesprächen und öffentlichen Diskussionen den individuellen Kontakt vor Ort zu den eigenen Volksvertretern zu suchen. „So eine Einladung von Euch kann kein Politiker abschlagen. Und der persönliche Kontakt und Eindruck ist weder durch einen Brief noch durch eine E-Mail zu ersetzen“, sagte er. Luisa Oyen motivierte die Teilnehmer, an ihren Themen und Wünschen dran zu bleiben und auch Frust auszuhalten, wenn es nicht so schnell wie erwünscht vorangeht.

Bürgermeister Jürgen Köhne zeigte mit seiner Erfahrung aus der politischen und Verwaltungsarbeit Verständnis für die Jugendlichen in Jugendbeiräten und Jugendparlamenten, wenn sie das Gefühl haben, dass sich scheinbar nichts tut. „Das ganze Leben ist wie ein dickes Brett, das man zu bohren hat. Es dauert oft so lange, weil es bei den meisten Dingen nicht nur eine große Lösung, sondern viele kleinteilige Aspekte zu berücksichtigen gibt. Wichtig ist, einfach zu Themen politisch anzufangen“, sagte Köhne.

Workshops unter anderem mit Bengt Kiene

Ziel des „StimmRecht!“-Projektes ist es, „dass Kinder- und Jugendpolitik nicht nur im Sinne einer anwaltschaftlichen Lobby-Funktion von Erwachsenen für Kinder und Jugendliche praktiziert wird“, erläuterte die Kinderschutzbund-Referentin Barbara Kreikenberg. „StimmRecht steht dafür, dass diese aktiv und demokratisch in ihrer Kommune mitwirken und Einfluss nehmen können.“

Zum Programm im Stadthaus gehörten auch vier mehrstündige Workshops: Der Schauspieler Bengt Keine aus Hannover arbeitete mit den Jugendlichen zum Thema eigener Auftritt und Wirkung, und der auch als Moderator des Landestreffens aktive Stadthausleiter und städtische Sozialpädagoge Ludger Oldeweme führte in die Arbeitsweise eines Rates ein. Auch digitale Beteiligungstools und – gemeinsam mit dem Rapper Spax – die Erstellung von Filmbeiträgen stießen auf großes Interesse.

Jugendliche und Vertreter von Politik und Verwaltung diskutieren im Stadthaus. Eines der Themen: die Einflussnahme von Jugendvertretern.

Lesen Sie auch:

Jugendbeirat in Laatzen: Mehr für den Klimaschutz tun

Jugendparlament in Pattensen wünscht sich Outdoor-Sport-Anlage

Von Torsten Lippelt

Wenn Radfahrer und Fußgänger Grün haben, müssen alle Autos und Lastwagen bei Rot stoppen und umgekehrt. Die sogenannten Rundum-Grün-Ampeln sollen an Kreuzungen in Hannover-Mittelfeld und Waldhausen getestet werden. Die Politiker erhoffen sich von einer strikten Trennung der Verkehrsströme mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer.

27.10.2019

Unfall auf der Kreuzung B 3/L 460 bei Schulenburg: Dort sind am Freitagnachmittag zwei Autos zusammengestoßen. Beide Fahrer mussten ins Krankenhaus gebracht werden.

27.10.2019

Zum dritten Mal richtet das Erich-Kästner-Gymnasium seine Wissenschaftstage aus. Themen der öffentlichen Veranstaltungen sind diesmal Verschwörungstheorien, Smart Homes, Euroskepsis und Rechtsextremismus. Eine Ausstellung mit Diskussion bildet den Auftakt am 7. November.

27.10.2019