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Laatzen Kulturmacher wünschen sich mehr Unterstützung von der Stadt
Umland Laatzen

Laatzen: Kulturmacher wünschen sich mehr Unterstützung von der Stadt

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17:56 03.07.2019
Wünsche, Anregungen, Tipps: für die Kulturarbeit in Laatzen Fast 50 Interessierte kamen zu dem von Stadtmitarbeiter Jörg Birnstiel moderierten ersten Treffen im Rathaus zusammen, darunter auch Dietmar Lex vom Musikkreis Laatzen (stehend rechts) . Quelle: Astrid Köhler
Laatzen

Die Kunst- und Kulturschaffenden in Laatzen – Musiker, bildende Künstler sowie Vertreter verschiedener Gruppen und Vereine – wollen künftig enger zusammenarbeiten und wünschen sich mehr Unterstützung seitens der Kommune. Das ist das Ergebnis des Runden Tisches Kultur, zu dem die Stadt erstmals für Montag eingeladen hatte. Die Resonanz war größer als erwartet.

Fast 50 Interessierte drängten sich in den von der Sonne aufgeheizten Sitzungssaal 503 zum Kennenlernen und „ergebnisoffenen Austausch“, wie Jörg Schmidt bei der Begrüßung betonte. Die Stadt habe nur 30 Anmeldungen erhalten und nicht annähernd mit einer so großen Resonanz gerechnet, sagte der Leiter des Teams Stadtplanung und Wirtschaftsförderung, der die Ausgangsfragen für den Abend formulierte. „Wie können wir das Kulturleben verändern, was besser miteinander verknüpfen, wie dem Ganzen mehr Leben einhauchen und – vielleicht das große Thema – was fehlt in Laatzen?“

Austausch und Überblick fehlt bisher

Es sei kaum bekannt, welche guten Angebote es schon alles in Laatzen gebe, sagten mehrere Teilnehmer nach der Vorstellungsrunde. „Nur wer die kulturellen Player kennt und gezielt nach ihnen sucht, weiß, was los ist in Laatzen“, sagte Jürgen Beckstette von der Leine-VHS. Er wünsche sich einen schnellen und informativen Überblick. Außer ihm meldeten sich auch noch Vertreter von sechs Laatzener Chören, der Musikschule, des Kunstkreises, der Kinder- und Jugendkreativschule Jukus, der Kirchen sowie von zahlreichen Vereinen und Gruppen zu Wort, darunter Labiba, Musikkreis Laatzen, Musikverein und Feuerwehrmusikzug, Gertrudens Kulturladen, Kulturring Gleidingen, Förderverein Park der Sinne, die Gruppe 8+1, christlicher Seniorenbund, AWO Rethen-Koldingen-Reden und Agenda 21 sowie einige Politiker und Bürger.

Rund 50 Interessierte und damit deutlich mehr als angemeldet kamen am Montag zum ersten Runden Tisch „Kultur“.

Kurt Klose von der vor mehr als 30 Jahren an Laatzens Musikschule gegründeten afro-kubanischen Bigband Labiba sprach die Auswirkungen des fehlenden Kulturetats an: „Wir spielen im ganzen norddeutschen Raum, aber fast nie in Laatzen, weil es von der Stadt kaum Unterstützung gibt.“ Die Band orientiere sich deshalb schon nach Hannover und habe dort einen Verein gegründet.

Forderung nach 1000-Plätze-Veranstaltungssaal

Ulrich Bernert (Musikschule Laatzen) und Dietmar Lex (Musikkreis) gingen noch einen Schritt weiter, indem sie einen größeren Veranstaltungssaal mit bis zu 1000 Plätzen forderten. Auch die Idee zur Schaffung eines Kulturzentrums (Klose: „Das ist für junge Leute viel sinnvoller“) und nach einer Überdachung der bis zu 600 Zuschauer fassenden Tribüne im Park de Sinne kam auf, wie auch der Kauf einer Akustikanlage, die dann bei der Stadt zu leihen wäre.

Die Bigband Labiba bringt mit ihren Rhythmen alljährlich karibisches Flair in den Park der Sinne. Quelle: Junker (Archiv)

Die verschuldete Stadt Laatzen sei eine Bedarfskommune, erhält also finanzielle Unterstützung des Landes, weshalb die Möglichkeiten, Geld auszugeben eingeschränkt sind, erläuterte der stellvertretende Bürgermeister und SPD-Ratsfraktionsschef Ernesto Nebot. „Es ist wichtig, dass wir uns austauschen.“ Auch Teamleiter Schmidt hält kostenträchtige Ideen für kaum zu realisieren, versprach aber, das Saalthema bei der Planung des neuen Rathauses und Erich-Kästner-Schulzentrums „auf dem Zettel“ u haben.

Viel Raum nahmen bei der Diskussion auch die Themen zur Vernetzung, besseren Präsentationsmöglichkeit und Terminübersichten ein. „Wir müssen offenbar noch an unserer Kommunikation arbeiten“, gestand Teamleiter Schmidt, der auf die Terminübersicht auf der Internetseite der Stadt hinwies. Jede Veranstaltung, die an die E-Mailadresse termine@laatzen.de geschickt werde, erscheine in der Regel spätestens nach zwei Tagen auf der Homepage. Der Künstler und Projektplaner Jürgen Vollmer monierte, dass auf der Stadtseite der Bereich Kultur gänzlich fehle: „Das gehört auf die erste Seite.“

Man müsse das Rad nicht neu erfinden, merkte Edda Klukkert an. Sie verwies auf das Beispiel Hildesheim, wo es mit der Seite Kulturium eine kommunale Plattform gebe, auf der Kunstschaffende sich und ihre Veranstaltungen gut präsentieren könnten. Als die Stadtvertreter in puncto Realisierung in Laatzen daraufhin den Ball zu den Kulturschaffenden zurückspielten, regte sich kurzer heftiger Proteste. Diese seien bereits ehrenamtlich genug ausgelastet. Etwas derartiges zu organisieren, sei Aufgabe der Stadt.

Vision eines mehrtägigen Kulturfestivals

Mehrere Teilnehmer appellierten, bei weiteren Überlegungen die Jugend und ihre Kultur mit einzubeziehen, ebenso wie Migranten und an jene zu denken, die nicht viel Geld haben. „Wir müssen Visionen entwickeln“, sagte Klose, der konkret den größeren Saal und ein mögliches Kulturfestival nannte. „Wir können ein dreitägiges Fest machen mit Musik, Theater und Lesungen“, so Klose.

Als Fazit des ersten Runden Tisches wurde eine Teilnehmerliste angefertigt, die verteilt werden soll, um die Gruppen und Kulturvertreter miteinander in Kontakt zu bringen und gegenseitige Unterstützung zu ermöglichen – sei es organisatorischer, technischer oder personeller Art. Voraussichtlich Anfang November will die Stadt dann zum zweiten Runden Tisch einladen – dann in einem größeren Raum, wie Teamleiter Schmidt ankündigte.

Initiiert worden war der Runde Tisch Kultur aufgrund eines Ratsbeschlusses zur Stärkung der Kulturarbeit und eines Antrages der Gruppe CDU/FDP im vergangenen Herbst.

Von Astrid Köhler

Wer den Park der Sinne bei Dunkelheit erleben will, kann am Freitag, 5. Juli, an einer Lichtführung teilnehmen. Wegen der langen Tage beginnt der Rundgang erst um 22 Uhr. In den nächsten Monaten werden auch normale Führungen angeboten.

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