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Laatzen Leine-Center will resoluter gegen Falschparker vorgehen
Umland Laatzen

Laatzen: Leine-Center will resoluter gegen Falschparker vorgehen

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17:28 10.01.2020
Der kleinste und zugleich sehr stark frequentierte Parkplatz ist der P4. Tagtäglich werden dort Falschparker wie der schwarze Wagen im Vordergrund gesichtet. Diese blockieren nicht nur Durchfahrten, sondern auch Behinderten- und Familienparkplätze und Zulieferzonen. Quelle: Astrid Köhler
Laatzen-Mitte

Wenn das Leine-Center eines hat, was andere Einkaufszentren weniger oder gar nicht bieten können, dann sind es kostenlose Parkplätze. Etwa 1400 Stellplätze kann die große Kundengruppe der Autofahrer rund um das Center nutzen. Dennoch gibt es ein Problem: Nicht alle halten sich an die Regeln.

Speziell am stark frequentierten Parkplatz 4 nördlich der Robert-Koch-Straße werden regelmäßig Sonderparkplätze, Lieferzonen und Feuerwehrzufahrten blockiert. Um effektiver gegen Falschparker vorgehen zu können, strebt das Center-Management eine Kooperation mit einem Abschleppunternehmen an. Zudem soll das Parken auf dem Parkplatz 2 (P2) an der Albert-Schweitzer-Straße attraktiver werden.

Schilder und Zettel reichen nicht gegen das Falschparken

„Wir sehen jeden Tag falsch geparkte Autos, und am Wochenende sind es noch mehr“, sagt Guillermo Poveda, Manager des Leine-Centers, das als Pächter für die Sauberkeit und Verkehrssicherheit der Parkplätze zuständig ist. Die Wagen stünden unberechtigt auf Behinderten- oder Familienstellplätzen nahe dem Haupteingang oder blockieren Durchfahrten. Schilder, Appelle und Zettel an der Windschutzscheibe allein reichten leider nicht, so der Manager. Künftig solle es daher nicht bei Warnungen bleiben, sondern ein Abschleppunternehmen die falsch geparkten Autos tatsächlich umgehend entfernen. Noch für dieses Jahr hoffe das Management auf den entsprechenden Vertrag mit einem passenden Partner.

1400 kostenlosen Parkplätzen zum Trotz blockieren Autofahrer regelmäßig Durchfahrten, Lieferzonen oder Sonderparkplätze. Das Center-Management will rigoroser gegen Falschparker vorgehen.

Fast jeder zweite Center-Kunde kommt mit dem Auto

Zufriedene Autofahrer sind seit jeher wichtig für das Center: Auch 2019 stellten sie wieder die größte Kundengruppe – 42 Prozent. Fast jeder Zweite fuhr also mit dem Auto vor. Jeder dritte Kunde (34 Prozent) ging zu Fuß und jeder fünfte (20 Prozent) kam mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Der Anteil der shoppenden Radfahrer liegt laut Center-Management bei 4 Prozent.

Dass Parkplätze attraktiv bleiben müssen, um Kunden anzulocken, dessen ist sich auch die Stadt Laatzen als Eigentümerin bewusst. Für das Frühjahr plant sie, die Fußgängerverbindung vom P2 zum Leine-Center zu verbessern. Bei den Durchgängen vom Parkplatz zur Albert-Schweitzer-Straße werden die Bordsteine abgesenkt und zusätzlicher barrierefreier Zugang in der Kurve zur Domagkstraße entstehen, kündigt Stadtsprecher Matthias Brinkmann an. „Die Trampelpfade zeigen den Bedarf.“ Tatsächlich nehmen viele den direkten Weg vom P2 zum Leine-Center und Rewe-Markt.

Neuer Überweg vom P2 zum Leine-Center

Im Gegensatz zu den Überwegen an der Robert-Koch-Straße sei kein erhöhter Zebrastreifen vonnöten, denn die Albert-Schweitzer- und die Domagkstraße werden nur wenig und mit geringem Tempo befahren, so der Stadtsprecher weiter. Bei einer einwöchigen Messung Ende März wurden im Tagesschnitt 909 Autos gezählt. Der Schwerlastanteil lag bei 4,6 Prozent. Laster fuhren in der Spitze 36, Autos 48 Kilometer pro Stunde. Die allermeisten blieben noch unter Tempo 30. Auch seien die gemessenen Abstände zwischen zwei Fahrzeugen mit 109 Sekunden ausreichend groß, sodass Fußgänger die Straße problemlos queren könnten.

„Die Trampelpfade zeigen den Bedarf“: Entlang der Albert-Schweitzer-Straße sollen die Fußgängerüberwege zum Parkplatz 2 barrierefrei und außerdem ein neuer in der Kurve zur Domagkstraße hergerichtet werden. Zwei der drei jetzigen Behindertenparkplätze auf dem P2 werden um einige Meter verlegt.. Quelle: Astrid Köhler

Weil für den neuen Durchgang Platz nötig ist, werden zwei der drei Behindertenparkplätze ans Ende der mittleren Parkreihe verlegt. Für den zu fällenden, nicht schützenswerten Baum werde wenige Meter Ersatz gepflanzt. Der gepflasterte Weg an der Grenze zum Gelände am sogenannten blauen Haus wird ebenfalls zurückgebaut und der Grünstreifen an der Stelle vergrößert. Die geschätzten Kosten in Höhe von 15.000 Euro zahlt die Stadt Laatzen als Eigentümerin der Fläche.

Baurecht mit Stellplatzzahl machen Begrünung fast unmöglich

Mit der kleinen Baumaßnahme setzt die Stadt am P2 zumindest Teile der Vorschläge der AG Neugestaltung um. Die seit Langem und zuletzt auch wieder im Rat geforderte Bepflanzung mit Bäumen ähnlich wie beim P1 ist hingegen weiterhin kein Thema. Die Begrünung des P2 habe für die Stadt zwar eine sehr hohe Priorität, doch seien zwei Restriktionen zu beachten, erklärt Brinkmann.

Zum einen seien in dem Bereich „bauordnungsrechtlich genau 585 Stellplätze“ nachzuweisen. Bäume könnten nur dann gepflanzt werden, wenn die Domagkstraße einbezogen und überplant wird. In einer Machbarkeitsstudie seien Kosten von mindestens 520.000 Euro berechnet worden, und selbst dann sei nur wenig Begrünung möglich, so der Stadtsprecher.

Das zweite Problem: Das Leine-Center muss die Hälfte der Kosten tragen, die sich bei einer neuen Asphaltdecke sogar auf 920.000 Euro erhöhen. Auf die Stadt entfiele bei öffentlicher Förderung der Maßnahme ein Sechstel der Kosten.

Centermanager Poveda zeigt sich nach Rücksprache mit dem Center-Eigentümer generell offen für mehr Grün am P2 und die größere Baumaßnahme. Derzeit sei von Leine-Center und Stadt aber nichts Derartiges geplant. „In den nächsten Jahren“, so Poveda, „könnte es aber gut sein.“

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Von Astrid Köhler

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