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Laatzen Erster Umweltmarkt mit Gottesdienst kommt gut an
Umland Laatzen

Laatzen: Markt der Möglichkeiten in Arche der Thomasgemeinde mit Gottesdienst kommen gut an

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18:21 29.09.2019
Die Schüler Anna-Lena (9, von links), Joyce (10), Hayat (14), Shayan (13), Faluima (11) und Jill (10) von der Albert-Einstein-Schule verkaufen beim Markt der Möglichkeiten fair gehandelte Süßigkeiten. Quelle: Daniel Junker
Laatzen-Mitte

Der Markt der Möglichkeiten mit anschließendem ökumenischen Schöpfungsgottesdienst am Freitag ist bei den Besuchern gut angekommen. Zahlreiche Gäste kamen ins Foyer der Arche der Thomaskirchengemeinde in Laatzen. Es war mitunter so voll, dass sich die Gäste während der zweistündigen Umweltschau nur dicht gedrängt bewegen konnten. An den Ständen informierten mehrere Akteure über ihre eigenen Beiträge zum Klimaschutz.

Nach der Einspielung eines Film zur fortschreitenden Schmelze der Polkappen aus einer Fernsehsendung machten der katholische Pfarrer Thomas Berkefeld von der St.-Oliver-Gemeinde und Pastor Burkhard Straeck von der Thomasgemeinde im Schöpfungsgottesdienst ihre eigenen Gedanken auf den Umgang mit der Welt deutlich.

Klimaschutz: Frage nach der Selbstverantwortung

„Gottes Schöpfung und unsere Verantwortung stehen heute im Fokus“, sagte Straeck. „Was kann ich, was können wir, was können Sie persönlich tun, um die Schöpfung zu bewahren?“ Berkefeld bezog seine Gedanken auf die Verse aus dem Buch Genesis. Dieses beschreibt, wie Gott Himmel und Erde und später die Menschen nach seinem Abbild schuf. „Diese Worte gehören zu den schönsten und wichtigsten Worten der Menschheit“, machte Berkefeld deutlich. Sie besagten, dass Gott dem Menschen die Herrschaft über alles aufträgt. „Herrschaft bedeutet, schützend zu sein und einen Dienst zu übernehmen an der Welt.“ Heute gingen die Handlungen in die entgegengesetzte Richtung. Die Menschen würden die Welt ausbeuten.

Pastor Burkhard Straeck (links) und Pfarrer Thomas Berkefeld halten den ökumenischen Schöpfungsgottesdienst. Quelle: Daniel Junker

Übermaß stellt ein Problem dar

Straeck ging in seinem Vortrag auf die Textpassage „Soviel Du brauchst“ aus der „Speisung der Fünftausend“ aus dem Markus-Evangelium ein. Er fragte: „Wie viel brauche ich denn eigentlich? Und brauchen alle immer gleich viel?“ Der Pastor wies auf die Selbstverantwortung hin, die aus diesen Fragen hervorgehe. „Was ich wirklich brauche, kann ich in der Gegenwärtigkeit spüren. Wie viel ich morgen brauche, das weiß ich heute doch noch nicht“, sagte Straeck.

„Es wird einem viel eingeredet, was man so braucht.“ Und weiter: „Jeder braucht etwas anderes“, sagte Straeck und nannte Liebe, Geld, Freiheit, Kleidung, Nahrung und andere Dinge als Beispiel. Ein großes Problem sei dabei das Übermaß. Wenn die Güter gerecht verteilt würden, wäre genug für alle da.

Markt der Möglichkeiten in der Arche

Beim Markt der Möglichkeiten forderten die Akteure die Besucher ebenfalls zum gerechten und umweltfreundlichen Handeln auf. Kerstin Sobania von der katholischen Gemeinde Zu den heiligen Engeln in Hannover-Kirchrode informierte zum Beispiel darüber, wie die Kirchengemeinde versucht, Energie einzusparen. Mit der Gruppe Grüner Hahn versuche sie, die Menschen für das Thema zu sensibilisieren. Um Rohstoffe zurückzugewinnen, sammeln Anke Janke und Sohn Kilian (14) vor und nach den Gottesdiensten in Kirchrode Kronkorken. „Sie werden eingeschmolzen und an einen Schrotthändler verkauft.“ In den vergangenen zwei Jahren habe die Gruppe mehr als zwei Tonnen Material eingesammelt und aus den Erlösen bereits 68 Krankenversicherungen für Kinder in Ghana finanziert.

Verein Seebrücke präsentiert sich

Marina Röthlinger und Brunhild Müller-Reiss vom Verein Seebrücke Hannover machten beim Markt auf die Verbindung zwischen Klimawandel, Flucht und Seenotrettung aufmerksam. „Die Bedingungen in den Ländern verändern sich, weil wir den Menschen dort die Lebensgrundlage entziehen.“ Zudem würden die Industrienationen Waffen an Länder liefern, aus denen die Menschen dann flüchten müssen. „Wir machen die politische Arbeit, damit sich die Strukturen verändern“, sagte Röthlinger.

Sie und Müller-Reiss lobten den Markt der Möglichkeiten. „Ich finde es sehr gut, dass die Leute in dieser Form zusammengebracht werden“, sagte Müller-Reiss. „Es gibt hier sehr unterschiedliche Initiativen. Dadurch können auch Kontakte untereinander entstehen.“

Schüler loben Markt der Möglichkeiten

Auch Albert-Einstein-Schüler zeigten sich von dem Angebot begeistert. „Ich finde es gut, dass es hier viele Vereine und Organisationen gibt, die sich um die Umwelt kümmern, und dass es die Möglichkeit gibt, sich hier darüber zu informieren“, sagte Hayat (14), die mit ihren Mitschülern fair gehandelte Süßigkeiten anbot.

Straeck zeigte sich begeistert darüber, dass die gesamte Veranstaltung innerhalb von acht Wochen vom Ehepaar Wiltrud-Ulrike und Herbert Mühlbauer organisiert worden war. „Sie haben es geschafft, dass sich alle Altersgruppen angesprochen gefühlt haben.“ Das Ehepaar war mit dem Zuspruch ebenfalls zufrieden. Es hofft, dass die beteiligten Kirchengemeinden künftig Ähnliches anbieten könnten – sozusagen in einem rotierenden System. „Ich glaube, es wäre redundant, wenn wir das hier immer wieder am gleichen Ort machen würden“, sagte Wiltrud-Ulrike Mühlbauer.

Das sind die Bilder vom Markt der Möglichkeiten:

Der Markt der Möglichkeiten mit Schöpfungsgottesdienst in der Arche der Thomaskirchengemeinde in Laatzen ist gut besucht.

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