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Laatzen Richtfest am alten Flebbehof: Tagespflege, Wohnungen und Reihenhäuser sollen 2020 fertig sein
Umland Laatzen

Laatzen: Meravis feiert Richtfest am Alt-Laatzener Flebbehof

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12:02 13.10.2019
Helmut Flohr und Jasmin Arbabian-Vogel begutachten die Steine, mit denen die Gefache neu gefüllt werden. Quelle: Stephanie Zerm
Alt-Laatzen

Helmut Flohr blickt glücklich zu den sanierten Gefachen an der Frontseite des fast 200 Jahre alten Flebbehofs empor. „Darauf habe ich lange gewartet“, sagt der 87-Jährige. Denn zunächst war offen, was mit dem denkmalgeschützten Vierständerhaus geschehen soll. Seit Mai lässt das Immobilienunternehmen Meravis, das auf dem Gelände Reihen- und Mehrfamilienhäuser errichtet, auch den baufälligen Fachwerkhof sanieren. Er soll später das Zentrum des von Meravis erworbenen Neubaugebiets am Alten Markt bilden. Am Freitag haben die Handwerker an dem historischen Gebäude einen symbolischen Richtkranz aufgehängt. Die Arbeiten schreiten gut voran.

Im Herbst 2020 soll das historische Gebäude fertiggestellt sein.

Gebaut wurde der Flebbehof im Jahr 1820 von Helmut Flohrs Urururgroßvater, dem Grasdorfer Johann Heinrich Conrad Flohr. „Er war damals Amtszimmermeister und hat rund um Grasdorf etwa 60 Häuser errichtet“, weiß Helmut Flohr. „Rund 50 davon stehen noch, wie etwa das Café am Südtor in Grasdorf.“ Der Flebbehof sei einst ein Vollmeierhof gewesen und habe zu den größten Höfen in Laatzen gehört. „In dem ehemaligen Stallgebäude standen rechts Kühe und links Pferde.“ Der dahinter liegende Teil diente als Wohnhaus.

Fachwerk und Fundamente werden teils erneuert

Im früheren Stall ist die Sanierung schon sichtbar. „Wir haben das Gebäude entkernt, alle alten Mauersteine aus den Gefachen genommen und durch neue ersetzt“, sagt Architektin Mechthild Brinkmann vom Architekturbüro Brinkmann Jaspers aus Hannover. Außerdem seien die alten Fachwerkbalken, die Dachbalken und die Fundamente teilweise erneuert worden. Die alten Dachziegel wurden dabei abgenommen und mit einer neuen Unterdeckung versehen. „Das Dach ist jetzt dicht, und es regnet nicht mehr rein“, sagt Brinkmann.

Im Wohngebäude sieht es noch nach mehr Arbeit aus. „Die alten Gefache sind entfernt worden und müssen noch mit neuen Ziegeln gefüllt werden“, sagt Bauleiter Bernd Jaspers. Von daher sehe der Gebäudeteil zur Zeit aus wie ein Gerippe. Als nächstes würden die alten Fachwerkbalken und Fundamente ausgebessert und die Bodenplatten gegossen. „Die Arbeiten sehen handwerklich sehr gut aus“, lobt Helmut Flohr, der in sechster Generation ebenfalls als Maurer und Architekt im Baugewerbe tätig war.

Seniorenbetreuung im früheren Stall

„Wir können es kaum erwarten bis endlich alles fertig ist“, sagt Jasmin Arbabian-Vogel, die im Erdgeschoss des Flebbehofes eine Tagespflege einrichten will. Außerdem will die Geschäftsführerin des ambulanten Pflegedienstes ZAK-Pflege aus Hannover-Wülfel von dort aus Pflege- und Serviceleistungen anbieten. „Unser Einzug ist für den Herbst 2020 geplant“, sagt sie. „Und wenn sich der Termin um ein paar Monate verschiebt, ist es für uns auch kein Beinbruch.“

Im Zwischen- und Obergeschoss des Flebbehofes errichtet Meravis zusätzlich zwei 90 und 120 Quadratmeter große Maisonette-Wohnungen, der ehemalige Heuboden soll zu einer 150 Quadratmeter großen Vierzimmerwohnung umgebaut werden. Eigentümer des denkmalgeschützten Gebäudes bleibt das Immobilienunternehmen.

Reihenhäuser im Sommer 2020 bezugsfertig

Die Arbeiten an den 26 Reihen- und fünf Mehrfamilienhäusern, die Meravis auf dem Gelände des ehemaligen Bauhofs am Alten Markt errichten lässt, liegen laut Unternehmenssprecher Jörg Schreiber im Zeitplan. Im Sommer 2020 sollen die Reihenhäuser und 2021 die Mehrfamilienhäuser bezugsfertig sein. In vier Mehrfamilienhäusern entstehen 37 Eigentumswohnungen mit zwei, drei und vier Zimmern. Außerdem baut Meravis ein Mehrfamilienhaus mit Mietwohnungen, darunter auch zehn barrierefreie Servicemietwohnungen.

Der Mietpreis steht laut Schreiber bislang noch nicht fest. Der Preis für den Verkauf der Eigentumswohnungen und Reihenhäuser hingegen schon: Diese liegen mit einem Quadratmeterpreis von bis zu 5700 Euro im gehobenen Preissegment. Dies scheint Käufer allerdings nicht abzuschrecken. „Aktuell sind 85 Prozent der Reihenhäuser und mehr als 50 Prozent der Eigentumswohnungen verkauft“, sagt Schreiber.

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Von Stephanie Zerm

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