Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Laatzen Lebensretter gesucht: Michelle (19) kämpft erneut gegen Blutkrebs
Umland Laatzen

Laatzen: Michelle kämpft erneut gegen Blutkrebs

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:48 14.08.2019
Die Rethenerin Michelle Hohbein liegt derzeit auf der MHH – und hofft auf einen Stammzellenspender Quelle: privat
Rethen

Sie hatte die Krankheit eigentlich schon besiegt – nun ist die Rethenerin Michelle Hohbein erneut an Blutkrebs erkrankt. Eine Heilung mithilfe einer Chemotherapie sei nicht mehr möglich, berichtet ihre Mutter Susanne Hohbein. Deshalb benötige die 19-Jährige dringend eine Stammzellenspende – und die Zeit drängt. Eine solche Spende sei Michelles letzte Chance, den Blutkrebs doch noch zu besiegen.

Bereits im Jahr 2014 war Michelle an Leukämie erkrankt. Ein Jahr lang kämpfte die damals 14-Jährige in einer Dauertherapie gegen die Krankheit. „Sie hatte damals schon die Höchstdosis an Chemotherapie in der MHH bekommen“, erinnert sich ihre Mutter. Die Therapie verlief erfolgreich: 2015 hatte Michelle den Krebs besiegt, 2016 konnte die Therapie abgeschlossen werden. „Michelle hatte damals viele Nebenwirkungen davongetragen“, sagt ihre Mutter. Unter anderem habe sie infolge der Therapie mit kaputten Knien und einer chronischen Darmentzündung zu kämpfen gehabt. Dennoch schaffte Michelle im vergangenen Jahr das Abitur an der Albert-Einstein-Schule und begann im März einen Bundesfreiwilligendienst bei den Hannoverschen Werkstätten in Rethen.

Rückfall vor sechs Wochen

Vor sechs Wochen wurde Michelles Blut als Vorbereitung für eine anstehende Knie-Operation erneut untersucht. „Das Blutbild war supergut“, berichtet Susanne Hohbein. Auch die folgende Operation sei gut verlaufen. „In den vergangenen sechs Wochen danach muss aber irgend etwas passiert sein. Michelle fühlte sich plötzlich sehr schwach und hatte überall blaue Flecken. Sie fühlte sich wie 2014, als die Leukämie bei ihr ausgebrochen war.“ Also habe die 19-Jährige erneut ein Blutbild erstellen lassen – mit einem furchtbaren Ergebnis. „Es war eindeutig, dass es sich um einen Rückfall handelt“, sagt ihre Mutter. Am nächsten Morgen – das war vor einer Woche – habe ein Onkologe ein weiteres Blutbild erstellt. „Er hat festgestellt, dass das regelrecht ausartet.“

Sofort wurde Michelle in die MHH verlegt. Seit Freitag ist sie dort in stationärer Behandlung. „Sie wird in den nächsten Monaten auch nicht mehr rauskommen“, betont ihre Mutter. Bis Mittwoch lief eine leichte Chemotherapie, um den Körper auf die anstehende härtere Chemotherapie vorzubereiten. Diese soll zwei Wochen andauern. „Danach benötigt Michelle dringend einen Stammzellenspende“, sagt Hohbein.

Die Rethenerin Michelle Hohbein (links) ist seit Freitag in der MHH in stationärer Behandlung. Ihre Mutter Susanne steht ihr bei. Quelle: privat

Ärzte suchen weltweit nach passendem Spender

Bereits seit Freitag würde in Datenbanken weltweit nach einem passenden Spender gesucht. Parallel dazu werden jetzt mehrere Typisierungsaktionen in der Region Hannover gestartet, mit denen vor Ort nach einem „genetischen Zwilling“ gesucht wird. Um auf die Typisierungsaktionen aufmerksam zu machen, verteilen Freunde und Bekannte der Familie seit Tagen Flyer, auch in den sozialen Netzwerken verbreitet sich die Nachricht zunehmend.

Die Stammzellenspende sei Michelles einzige Chance zu überleben – eine erneute langfristige Chemotherapie komme für die 19-Jährige nicht mehr infrage. „Sie hat damals schon die Höchstdosis bekommen und war geheilt. Der Blutkrebs ist aber trotzdem wiedergekommen“, sagt Susanne Hohbein. Die derzeitige Therapie sei lediglich eine Überbrückung bis zur Stammzellenspende, damit sich der Blutkrebs nicht weiter ausbreite.

Typisierungsaktion am Sonnabend

Um der jungen Frau zu helfen, ruft die Feuerwehr Rethen in Kooperation mit örtlichen Akteuren für Sonnabend, 17. August, zur Teilnahme an einer Typisierungsaktion im Feuerwehrgerätehaus an der Braunschweiger Straße 4 auf. In der Zeit von 12 bis 17 Uhr kann sich jeder Freiwillige mit einem Wattestäbchen eine Speichelprobe entnehmen lassen. Die Gewebemerkmale werden anschließend im Labor auf Übereinstimmung überprüft. Auch Michelles Mutter will dabei sein, „solange mir das emotional möglich ist.“ Mitmachen können gesunde Menschen im Alter von 17 bis 55 Jahren.

Organisiert wird die Typisierungsaktion vom Verein Wolfsburg hilft in Kooperation mit dem Norddeutschen Knochenmark- und Stammzellspender-Register (NKR). Die dabei gewonnenen Daten werden dauerhaft in das zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland aufgenommen und so auch bei künftigen Spender-Suchläufen berücksichtigt.

Auch Geldspenden sind willkommen

Die Typisierungskosten von 35 Euro werden durch Spenden getragen, die Teilnahme ist kostenlos. Wer möchte, kann vor Ort eine Geldspende abgeben oder die Kosten für seine Typisierung selbst übernehmen. Beim Rethener Friseur Haarwerk an der Thiestraße 14 steht zudem eine Spendendose zugunsten der Aktion.

Am gleichen Tag gibt das NKR beim Maschseefest in Hannover anlässlich des Entenrennens von 14 bis 16.30 Uhr Typisierungssets aus. Der NKR-Stand befindet sich in der Nähe des Hotels Courtyard am Nordufer.

Lesen Sie auch:

MSC-Sportleiter braucht dringend Stammzellenspende

Ausprobiert: So läuft eine Typisierung ab

Von Daniel Junker

Wer Disziplinen für das Sportabzeichen absolvieren will, kann dies am Sonnabend, 17. August, direkt im und am Leine-Center tun. Die Sportliche Vereinigung Laatzen, das Studio Fitnessloft und das Einkaufscenter laden gemeinsam zum Sportabzeichentag ein.

11:31 Uhr

Bisher galt die Alt-Laatzener Kapelle als Laatzens ältestes Gebäude, so wird es immer wieder beschrieben. Aber wirklich von ganz Laatzen? Wohl nicht: Mindestens die St.-Gertruden-Kirche ist wohl älter.

13.08.2019

Die SPD Laatzen lädt für Mittwoch, 14. August, wieder zu Rock im Park ein. Die Sehnder Lehrerband Paukerface spielt Musik von Bands wie AD/DC und Queen. Der Eintritt ist frei.

13.08.2019