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Laatzen Neue Gedenkstätte erinnert an Leid von Kriegskindern
Umland Laatzen Neue Gedenkstätte erinnert an Leid von Kriegskindern
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15:18 03.04.2019
Bildhauer Patrick Gerz stimmt mit den Vertretern der Stiftung die Ausrichtung der Bronze-Skulptur ab. Quelle: Dorndorf
Grasdorf

Laatzen hat ein weiteres Denkmal: Die am Mittwochmorgen installierte Skulptur „Demut“ auf dem Friedhof an der Ahornstraße in Grasdorf gedenkt des Leids von Kriegskindern. Initiiert hat die Aufstellung die Stiftung Grasdorf an der Leine mit ihrem Vorsitzenden Walter Battermann.

Am Mittwochvormittag kam Bildhauer Patrick Gerz eigens aus dem rheinland-pfälzischen Nomborn bei Montabaur/Koblenz nach Grasdorf, um die Bronzeplastik zu montieren. Zuvor hatte die Stadt bereits einen Sockel für die Gedenkstätte auf dem Friedhof in den Boden eingelassen. Die Skulptur steht im Mittelpunkt des kleinen Gräberfelds, auf dem elf Grasdorfer bestattet sind, die beim Bombenangriff der Alliierten am 22. September 1943 ums Leben kamen. Damals wurden 80 Prozent des Orts zerstört.

Laatzen hat ein weiteres Denkmal: Mit der Skulptur „Demut“ wird auf dem Friedhof an der Ahornstraße in Grasdorf des Leids von Kriegskindern gedacht. Initiiert hat die Installation die Stiftung Grasdorf an der Leine.

Die Idee dazu hatte Battermann schon bei der Gründung der Stiftung vor mehr als fünf Jahren: „Ich wünsche keinem Kind eine Kindheit, wie ich sie hatte“, sagt Battermann, dessen Familie zu den Grasdorfern gehört, die bei dem Angriff 1943 ihr Haus verloren. „Wir sind total ausgebombt worden“, auch sein Vater und dessen Brüder hätten den Krieg nicht überlebt. „Das lag wie Blei auf unserer Familie.“ Mit dem Denkmal wolle die Stiftung ein Zeichen für den Frieden setzen. „Erinnern und Mahnen war von Anfang an unser Stichwort“, eine entsprechende Plakette auf dem Sockel weist darauf denn auch hin.

Die Skulptur des renommierten Bildhauers Fred Gerz drücke für ihn all das aus, was er selbst als Kriegskind empfunden hatte, sagt Battermann: „Ich sehe ein Kind, das sich fragt: Warum wir?“ – die gleiche Frage, die er auch damals dem Pastor gestellt, aber nie eine befriedigende Antwort gefunden habe. Auf die Werke von Gerz sei er schon vor Jahren gestoßen: Eine weitere Bronzeskulptur steht am sogenannten Gefallenenfenster in der Grasdorfer St.-Marien-Kirche, vor dem jeweils zum Volkstrauertag ein Buch mit den Namen der im Weltkrieg getöteten Grasdorfer Soldaten ausgelegt wird.

Zur Aufstellung der Bronze war der Sohn des Künstlers Patrick Gerz nach Laatzen gekommen, der ebenfalls Bildhauer ist. Nach kurzer Abstimmung waren sich die Vertreter der Stadt und der Stiftung, darunter Jürgen Boldt und Siegfried Herrmann, schnell über die Ausrichtung der Plastik einig, so dass Gerz sie fest montieren konnte. Ursprünglich hatte Battermann für die Gedenkstätte eine andere Skulptur eines italienischen Bildhauers ins Auge gefasst, die auch die einhellige Zustimmung des Ortsrats Laatzen bekam, sich dann aber für die kleinere, passendere Bronzeplastik von Gerz entschieden. Auch dieses Ergebnis stieß nun auf Zustimmung, wie Ortsbürgermeister Bernd Stuckenberg versicherte.

Von Johannes Dorndorf

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