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Laatzen Angstecken gibt es im Stadtzentrum nicht
Umland Laatzen

Laatzen: Nightwalks mit Lichtkünstlerin sollen Wege bei Dunkelheit aufzeigen

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17:04 24.11.2019
Am früheren Marktteich ist es hell genug, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Quelle: Claudia Wissmann
Laatzen-Mitte

„Im Stadtzentrum gibt es keine Stellen, wo sich niemand langzugehen traut.“ So bringt Berthold Guben, der für das Programmgebiet „Laatzen-Mitte wird top!“ zuständige Stadtplaner, das Ergebnis der sogenannten Nightwalks auf den Punkt. Bei der Veranstaltungsreihe hatte die Lichtkünstlerin Claudia Wissmann aus Hannover an vier Abenden mit Laatzener Bürgern Spaziergänge nach Einbruch der Dämmerung unternommen.

Insgesamt gingen dabei 39 Männer, Frauen, Senioren und Jugendliche mit. Bei den Nachtspaziergängen konnten sie sagen, was ihnen bei Dunkelheit im Stadtzentrum Angst bereitet, wo sie sich nicht lang trauen und was sie sich für Lösungen wünschen. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass es rund ums den Marktplatz und ums Stadthaus keine besonderen Angstecken gibt. Niemand benannte eine dunkle Stelle, die mehr ausgeleuchtet werden müsste.

„Der Stadtteil macht keine Angst“, sagt Guben, der bei allen Nachtspaziergängen dabei war – außer bei dem, der nur für Frauen angeboten worden war. Es gebe überall genügend Licht. „Das Stadtzentrum ist nach dem deutschen Standard beleuchtet.“ Dabei sei es wegen der zunehmenden Lichtverschmutzung aus den Städten und dem Energieverbrauch auch nicht wünschenswert, die Ausleuchtung noch zu erhöhen.

Frauen und Senioren haben nachts mehr Angst

„Ich habe den Eindruck, dass es in Laatzen relativ sicher ist“, sagt auch Lichtkünstlerin Claudia Wissmann. „Allerdings ist das Sicherheitsgefühl sehr individuell.“ So hätten Frauen und Senioren deutlich mehr Angst, wenn sie nachts unterwegs sind als Männer und jüngere Menschen. „Viele ältere Menschen fürchten sich, im Dunkeln zu stolpern.“ Manche Frauen hätten sogar angegeben, dass sie bei Dunkelheit immer einen Regenschirm oder einen Schlüssel in der Hand hätten, mit dem sie sich bei Bedarf verteidigen könnten.

„Der Angst kann man nicht städteplanerisch begegnen, sondern nur auf der Gefühlsebene“, erläutert auch Stadtteilmanagerin Maren Quell. „Sie ist immer individuell“, ergänzt Claudia Wissmann. Dabei wies sie auch darauf hin, dass die Ergebnisse der Nightwalks nicht repräsentativ seien. So hätte etwa nur einer von rund 600 Bewohnern der Wohnscheibe teilgenommen und auch nur ein Jugendlicher.

Nur wenige gehen bei Dunkelheit Umwege

Auffallend war bei den Ergebnissen, dass die wenigsten Teilnehmer angaben, bei Dunkelheit Umwege zu gehen, um besser beleuchtete Straßen zu nehmen. „Die meisten gehen mutig ihren Weg wie bei Tag“, sagt Stadtteilmanagerin Maren Quell mit Blick auf die Umwegkarte. Diese ist auf Basis der Teilnehmerangaben erstellt worden und zeigt die Wege, die diese bei Tag und bei Nacht gehen.

Einen Vorschlag zur Verbesserung hatte Claudia Wissmann dann aber doch. „Damit der gut beleuchtete Tunnel an der Erich-Panitz-Straße des nachts am Ende nicht so dunkel wirkt, könnte man dort Spiegel aufstellen.“

Nightwalk hat Blick auf Laatzen bei Nacht verändert

Insgesamt waren zur Vorstellung der Ergebnisse der Nightwalks am Freitagnachmittag rund 20 Zuhörer ins Stadthaus gekommen. Dabei wurden diese von Claudia Wissman gleich eingebunden. Sie mussten verschiedene Aussagen der Teilnehmer der Nightwalks vorlesen. Die Ergebnisse will die Lichtkünstlerin jetzt zusammen mit dem Stadtteilbüro aufarbeiten. Anschließend sollen sie veröffentlicht werden.

Claudia Wissmann (Mitte) bespricht mit den Zuhörern die Ergebnisse der Nightwalks. Quelle: Stephanie Zerm

Zwar wird es wohl keine städtebaulichen Konsequenzen aus den nächtliche Stadtspaziergängen geben, da keine Missstände aufgefallen sind. Veränderungen haben sie aber dennoch bewirkt. „Der Nightwalk hat meinen Blick verändert“, sagt die 64-jährige Teilnehmerin Marika Strecker aus Laatzen-Mitte. „Wenn ich jetzt durch das Stadtzentrum gehe, ist alles anders, weniger furchteinflößend.“

Beängstigende Stellen gibt im Stadtzentrum nicht. Das ist eine Erkenntnisse der sogenannten Nightwalks durch Laatzen mit der Lichtkünstlerin Claudia Wissmann mit dem Stadtteilbüro.

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Von Stephanie Zerm

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