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Laatzen Ortsbürgermeister spricht über Wandel in Ingeln-Oesselse
Umland Laatzen Ortsbürgermeister spricht über Wandel in Ingeln-Oesselse
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00:19 02.05.2019
Heinrich Hennies, CDU, Ingeln-Oesselse Quelle: CDU Laatzen
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Nach 20 Jahren soll in diesem Herbst Schluss sein mit der Doppeldorfbühne, deren Auftritte alljährlich von mehr als 500 Menschen besucht wurden. Was sagen Sie dazu?

Es ist natürlich sehr schade, dass eine so erfolgreiche und beliebte Veranstaltung aufgegeben werden soll. Die Bühne und Tribüne aufzubauen ist sehr arbeitsintensiv – und das alles für ein Wochenende mit sechs Veranstaltungen. Es fehlt in Ingeln-Oesselse ein Veranstaltungszentrum wie der "Junkershof" in Sarstedt oder der "Bauhof" in Hemmingen.

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Sowohl die Feuerwehr, wie auch die Junggesellschaft und nun die Laientheatergruppe beklagen den hohen Aufwand. Wie erklären Sie sich, dass sich trotz steigender Einwohnerzahl nicht genügend Menschen einbringen, damit sich die Arbeit verteilt?

Das jahrelange Engagement einiger Bürger geht einfach zurück. Das ist nicht nur in Ingeln-Oesselse so sondern auch andernorts. Durch die Nähe zu Hannover verstädtert der Ort immer mehr. Die Menschen wollen hier wohnen, aber sich nicht unbedingt einbringen. Hinzu kommt der stressige Alltag und die fordernde Arbeit – beruflich wie privat. Im Übrigen will man Ruhe haben. Ausnahmen bestätigen die Regel.

Was läuft denn noch gut als Veranstaltung in Ingeln-Oesselse?

Das von den Ingelner Schützen organisierte Firmenschießen ist sehr beliebt und wird gut angenommen. Der Sportverein bietet die verschiedene Aktivitäten für alle Altersstufen und bildet beim Ausmarsch während des Schützenfestes den größten Block. Das Weinfest im August in Ingeln, der Weihnachtsmarkt in Oesselse, sowie der lebendige Adventskalender und neu im September das Dorffest der Junggesellschaft sind Veranstaltungen, die gut laufen und weiterhin stattfinden.

Was könnte man tun, um die Situation zu verbessern?

Wir haben mal überlegt, das Dorffest als gemeinsames Fest und nicht nur im Wechsel in Ingeln oder Oesselse zu organisieren. Die Junggesellschaft hat dies 2018 probiert und das Fest erstmals zentral in der Ortsmitte auf einer Fläche vor dem Sportplatz veranstaltet. Aber ein gewisses Gemeinschaftsgefühl kam nicht auf und die Anwohner haben sich über den Krach beklagt. Ein richtiges Zusammengehörigkeitsgefühl hat man nie erreicht. Das ist schade.

In Rethen hat sich der Verein „Rethen rockt“ gegründet, der das Gemeinschaftsgefühl stärken und inbesondere Neubürger einbinden will. Ein Modell auch für Ingeln-Oesselse?

Initiativen für Veranstaltungen wird es immer wieder geben, auch in Ingeln-Oesselse. Diese Aktivitäten sind immer so gut, wie die Menschen, die dahinter arbeiten, bereit sind, ihr Engagement in den Vordergrund zu stellen. In diesem Zusammenhang hoffe ich auf innovative Ideen im Jubiläumsjahr 2022. Und ich wünsche mir, dass die Doppeldorfbühne anlässlich der dann 1000-Jahr-Feier von Oesselse und dem 860-jährigen Bestehen von Ingeln ein Stück aufführt.

Von Astrid Köhler