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Laatzen Anlage für Parkour, Biker und Skater soll 2021 fertig sein
Umland Laatzen

Laatzen: Parkour-, Bike- und Skateanlage am Park der Sinne soll 2021 fertig sein

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17:41 28.10.2019
Zumindest in Teilen ein Vorbild für Laatzen? Diese Parkour-Anlage ist an der Ludwig-Thoma-Realschule in München. Quelle: DSGN Concepts
Laatzen-Mitte

Die neue Parkour- und Bike-Anlage auf der Erweiterungsfläche des Parks der Sinne könnte zum Magneten für junge Freizeitsportler werden. Am Freitagnachmittag präsentierten die Planer das bisherige Konzept vor rund 40 Kindern, Jugendlichen und Politikern im Stadthaus. Vor allem für Parkour-Sportler will die Stadt Geld in die Hand nehmen.

Das Interesse beim Workshop im Stadthaus war beachtlich: Die Kinder und Jugendlichen, die schon jetzt vor allem beim Parkour in Laatzen aktiv sind, brachten etliche eigene Wünsche ein, sodass die Pläne zumindest in einigen Details schon bald Makulatur waren.

Angebote für Parkour, BMX und Skater

Das Konzept des auf Skate-, BMX- und Parkour-Anlagen spezialisierte Planungsbüros DSGN Concepts sieht vor, dass die bisherigen Tennisplätze in zwei gleich große Bereiche unterteilt werden. Auf der einen Hälfte entstünde ein Parkour-Feld mit Fallschutz, auf der anderen eine Rollspielfläche für Skater, BMX-Fahrer und Mountainbiker. Drittes Element sind drei Pfosten, zwischen denen die Besucher zwei zehn und 15 Meter lange Slacklines zum Balancieren spannen können. Bestandteil der Planung ist auch ein kleiner Spielplatz, der in einigen Metern Entfernung am ehemaligen Grillplatz entstehen soll.

Die Erweiterungsfläche am Park der Sinne in Laatzen könnte 2021 zum Magnet für die Parkour-Szene werden: Die Planer haben jetzt einen Entwurf für den Jugend-Aktiv-Park vorgestellt, der auch Flächen für Skater und BMX-Fahrer vorsieht. Beim Workshop gab es jetzt Änderungswünsche der späteren Nutzer.

Angetan zeigte sich von den Plänen vor allem die Parkour-Szene aus Laatzen und Umgebung, die den Großteil der Workshop-Teilnehmer ausmachte. Sahen die Pläne ursprünglich noch drei locker verbundene Bereiche mit unterschiedlichen Höhen und Anforderungen vor, wünschten sich die Besucher im Stadthaus eine durchgehende Fläche, die in einem Schwung durchlaufen werden kann – sowohl mit Mauer- als auch mit Stangenelementen. Rechte Winkel sind verpönt, kleine Spielereien und Mauerdurchlässe erwünscht. Der Materialmix soll aus verschiedenen Hölzern, Klinkermauern, Findlingen, Sandsteinquadern und Stangen unterschiedlicher Durchmesser bestehen. Wert legen die Jugendlichen auch auf einen fugenlosen Fallschutz. Orientieren soll sich die Fläche teils an anderen Plätzen – von vielen gelobt wurde etwa die im Juni eröffnete Parkour-Anlage in Garbsen.

Biker haben wenig Platz

Für Skater und Biker stellt die Anlage eher einen Kompromiss dar: Ursprünglich hatte die Stadt noch über einen großen Pumptrack nachgedacht, der um die Anlage herumfährt. „Aber dann hätten wir die Skater nicht mitgenommen“, erläuterte Ingo Naschold vom Büro DSGN die Planänderung. Auch aus Kostengründen sei nun eine kleinere Anlage mit einer Kombination aus Skate- und Bike-Elementen vorgesehen, die Naschold als „Rollspielfläche“ bezeichnet. „Das ist etwas, was es woanders nicht gibt.“ Richtig ausfahren können werden insbesondere die BMX-Sportler nicht, wie Teilnehmer bemängelten. „Wir versuchen einen Spagat, um für beide Gruppen etwas zu machen“, warb Stadtplaner Berthold Gruben um Verständnis.

Mehr als 200 Besucher probierten die neue Parkour-Anlage in Garbsen bei der Eröffnung aus. Quelle: Gerko Naumann

Der Vorentwurf umfasst einen Bereich mit sogenannten Rail- und Curb-Elementen und einer Rollspielfläche, an denen vor allem Skater mit ihren Brettern entlanggleiten können. Außerdem gibt es Vorrichtungen zum Springen („Flyout“ und „Hip“) und zum Fahren auf einer modellierten Oberfläche („Pump-Line“) insbesondere für Biker. Der Bodenbelag wird aus Kostengründen nicht aus Beton, sondern aus glattem Asphalt bestehen. Um auf der für BMX-Fahrer relativ kleinen Fläche Kollisionen zu vermeiden, sollen Pfeile die Richtung auf dem Rundkurs anzeigen. Das Mindestalter liegt bei acht Jahren.

Was tun gegen Vandalismus?

Ein Thema ist möglicher Vandalismus. „Es lässt sich nicht vermeiden, dass andere den Bereich für Partys nutzen“, gab ein Teilnehmer zu bedenken und sprach zugleich das Problem der Glasscherben an. Sven Achtermann, Leiter des Teams Grünflächen, setzt teils auf den Sicherheitsdienst, den die Stadt bereits für den Park beauftragt hat, vor allem aber auf soziale Kontrolle. „Die beste Kontrolle ist die der Nutzer: Wo viel los ist und Traceure beim Parkour unterwegs sind, wird es wenig Vandalismus geben.“ Glasflaschen würden verboten, zudem könne sich die Stadt vorstellen, einen abschließbaren Container aufzustellen. „Wir sind bereit, einigen Jugendlichen die Schlüsselgewalt zu geben.“

Regionaldiakon Gunnar Ahlborn unterstützt die Idee. „Wir als evangelische Jugend sind bereit, eine Patenschaft zu übernehmen“, kündigte Ahlborn an, der mit Jugendlichen bereits seit Jahren große Parkour-Camps in Laatzen organisiert.

Anlage soll 2021 stehen

Bis die Anlage steht, dürfte noch einige Zeit vergehen. Die Entwürfe sollen auf Basis der Workshopergebnisse bis Februar 2020 fertig und dann bis Juli 2020 von der Politik beschlossen werden. Bis Ende 2020 will die Stadt die Arbeiten beauftragen. Baustart wäre dann im Frühjahr danach, die Eröffnung im Sommer 2021.

Damit stellt die Stadt die Geduld der Jugendlichen einmal mehr auf die Probe: Im Mai 2017 hatte die Kommune schon einmal zum Workshop für den Aktiv-Park eingeladen, der seinerzeit auf dem Abenteuerspielplatz an der Würzburger Straße entstehen sollte. Laatzens Ratspolitiker wünschten dort dann aber überraschend eine Kita, so dass die Planung auf Eis gelegt wurde. „Es ist schon heftig, welche Geduld Sie den Jugendlichen abverlangen“, sagte denn auch Ahlborn.

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Von Johannes Dorndorf

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