Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Laatzen Pilotprojekt: Stadt testet Maulwurfsperre auf BSV-Sportplatz in Gleidingen
Umland Laatzen

Laatzen: Pilotprojekt: Stadt testet Maulwurfsperre auf BSV-Sportplatz in Gleidingen

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:55 02.12.2019
Pilotprojekt Maulwurfsperre: Wenn der in 90 Zentimetern Tiefe senkrecht vergrabene Gitterzaun tatsächlich Maulwürfe und Wühlmäuse abhält, sollen auch andere Laatzener Sportplätze damit nachgerüstet werden. Quelle: Astrid Köhler
Gleidingen

Wühlmäuse und Maulwürfe setzen den Fußballplätzen in Laatzen immer wieder arg zu. In diesem Jahr hatte besonders der BSV Gleidingen mit den Tieren zu kämpfen. Vor jeder Trainingseinheit und jedem Spiel mussten die neu in die Rasenplätze am Jahnweg gegrabenen Gänge verfüllt und Maulwurfshügel breit getreten werden, um zu verhindern, dass Sportler versehentlich hineintreten und sich verletzen. Besonders schlimm war die Lage zuletzt auf dem A-Platz. Da es sehr zeitaufwendig und unter Umständen auch teuer ist, gegen die Tiere vorzugehen, und um dauerhaft zu verhindern, dass sie überhaupt den Platz erreichen, testet die Stadt in einem Pilotprojekt sogenannte Maulwurfsperren. Im Fall eines Erfolges könnten diese auch auf anderen Sportplätzen verbaut werden.

„Furchtbare Situation auf dem Platz in Gleidingen

„Wir hatten eine furchtbare Situation auf dem Platz in Gleidingen“, sagt der für Laatzens Sportplätze zuständige Verwaltungsmitarbeiter Stefan Sandmann. Daher sei dieser auch als Testort ausgewählt worden. Wurden noch bis vor einigen Jahren tödliche Methoden der Schädlingsbekämpfung angewandt, weshalb die betroffenen Plätze einige Zeit gesperrt werden mussten, sei dies inzwischen nur noch mit Sondergenehmigung der Region möglich. Der Stadt liege zwar eine Genehmigung vor, betonte ihr Sprecher Matthias Brinkmann, sie nutze diese aber nicht – auch aus Kostengründen.

Die Rasenplätze des BSV und speziell der A-Platz wurden zuletzt immer wieder von Wühlmäusen und Maulwürfen untergraben. Mit dem Einbau eines Gitterzaunes soll damit zumindest am A-Platz Schluss sein.

Der Kampf gegen Maulwürfe und Wühlmäuse kann für die Stadt schnell teuer werden. Eine einzelne „Behandlung“ koste etwa 2000 bis 2500 Euro, wobei in der Regel mehr als drei Durchgänge nötig seien, so Sandmann. Pro Jahr und Platz können so schnell 10.000 Euro zusammenkommen – und eine Garantie, dass die Tiere den Rasen in der Folgezeit in Ruhe lassen, gibt es nicht.

Engmaschiges Gitternetz hält Tiere fern

Alternativ probiert die Stadt nun bauliche Mittel aus: die Maulwurfsperre. Wer danach im Internet sucht, sieht Angebote für engmaschige Gitternetzrollen aus Kunststoff in verschiedenen Breiten und zumeist 50 Metern Länge – etwas mehr also, als ein durchschnittlicher Sportplatz breit ist. Üblicherweise werden die Bahnen bei Neuanlagen horizontal und nebeneinander verlegt, eh der Mutterboden und die eigentliche Rasenschicht aufgebracht werden. Dieses Verfahren kam für Gleidingen, wo der Sportplatz durchgehend zu nutzen sein soll, aber aus Kosten- und Zeitgründen nicht infrage.

Auf dem A-Platz des BSV wurde das enge Gitternetz daher im November – auch für den Hersteller laut Stadt neu – senkrecht in die Erde gesetzt: in einen schmalen bis zu 90 Zentimeter tiefen Graben. „Maulwürfe können bis zu 80 Zentimeter tiefe Gänge graben“, weiß Sandmann inzwischen. Sicherheitshalber sei der Zaun daher noch etwas tiefer verlegt worden – an drei Seiten um den Platz herum. Lediglich im Norden sei wegen der Tribüne und des Untergrundes darauf verzichtet worden.

Zaun ragt bis zu 30 Zentimeter aus dem Boden

Da die Spuren der Wühlmäuse und Maulwürfe bisher von der Feld- und Wiesenseite im Süden aus auf den Platz führten, ist die Hoffnung groß, dass die Tiere dauerhaft vom A-Platz abgehalten werden. Um zu verhindern, dass diese oberirdisch auf den Rasen gelangen, ragt der Gitterzaun noch 20 bis 30 Zentimeter aus dem Boden heraus. An den schmalen Seiten des Sportplatzes wurde er direkt am Ballfangzaun verlegt und befestigt, an der Südseite wiederum an extra verlegten hohen Gartenschwellen aus Holz.

Der engmaschige Zaun steckt bis zu 90 Zentimeter tief senkrecht im Boden und ragt zudem bis zu 30 Zentimeter heraus. Während er an den Schmalseiten an den Ballfangzäunen befestigt ist, erfüllen auf der Südseite Gartenschwellen diesen Zweck. Quelle: Astrid Köhler

„Wir brauchen dringend einen funktionierenden A-Platz, um den Fußballbetrieb aufrechterhalten zu können“, sagt die BSV-Vorsitzende Heike Heisig. Dass die Sperre nun verbaut sei, stimme sie „glücklich und zufrieden“ – auch wenn der Maulwurf aufgrund seiner ökologischen Funktion von der Deutschen Wildtierstiftung gerade zum Tier des Jahres 2020 ernannt wurde.

Ursprünglich habe die Maulwurfsperre schon im Sommer eingesetzt werden sollen, so Sandmann, doch es gab Verzögerungen. Nun müsse sich zeigen, wie erfolgreich der Pilotversuch ist. Die Kosten dafür schätzt die Stadt auf rund 25.000 Euro.

Wühlmäuse und Co.: Fast alle elf Rasenplätze sind betroffen

Die Stadt Laatzen ist verantwortlich für elf Rasenplätze von Schulen und Sportvereinen in Laatzen: je zwei in Alt-Laatzen, an der Grasdorfer Ohestraße, in Gleidingen und Ingeln-Oesselse und je einen in Rethen, beim Erich-Kästner-Schulzentrum und an der Albert-Einstein-Schule.

Probleme mit Wühlmäusen und Maulwürfen tauchten immer wieder und auf nahezu allen Plätzen auf, erklärt der zuständige Verwaltungsmitarbeiter Stefan Sandmann. „Wir haben nur wenig völlig unbelastete Plätze wie den A-Platz in Ingeln-Oesselse.“ Dieser liege in der Ortsmitte und ist durch die umliegende Bebauung offenbar halbwegs geschützt.

Ganz anders sieht es hingegen auf Sportanlagen am Rande der Leinemasch aus. Größere Schäden wurden der Stadt außer von den BSV-Plätzen in Gleidingen noch von den B-Plätzen an der Ohestraße und an der Straße Auf der Dehne in Alt-Laatzen gemeldet.

Lesen Sie auch

Von Astrid Köhler

Farbenfroh und surreal: So lassen sich die Bilder des Retheners Heinz-Helmut Laurisch beschreiben, die zurzeit in den Räumen des Kunstkreises in Laatzen-Rethen ausgestellt sind. Auf jedem werde eine Geschichte erzählt, betont der ehemalige Lehrer der KGS Pattensen.

02.12.2019

Zwei schwere Taten werden einem 34-Jährigen vorgeworfen, der offenbar psychisch krank ist. In Selbstmordabsicht soll er im Juni einen Unfall auf der A 7 verursacht haben. Im Krankenhaus hörte er schließlich Stimmen – und verletzte einen älteren Patienten lebensgefährlich.

02.12.2019

Die Senioren in Ingeln-Oesselse erhalten einen neuen Treff. Weil der alte Standort auf dem Grundschulgelände für die Schulerweiterung benötigt wird, soll der Treffpunkt in die künftige Begegnungsstätte am Stümpelhof umziehen. Die Stadt Laatzen will dafür 10.500 Euro bereitstellen.

02.12.2019