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Laatzen Politik will Logistikfläche – trotz Lärmbedenken
Umland Laatzen Politik will Logistikfläche – trotz Lärmbedenken
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17:30 28.02.2019
Wie viel Verkehr wird vom neuen Gewerbegebiet über die B6 abfließen? Anwohner des Spannfelds sorgen sich um mehr Verkehrslärm. Quelle: Dorndorf
Rethen

 Die geplante Logistikfläche östlich der Bundesstraße 6 bei Rethen darf gebaut werden: Der Stadtentwicklungsausschuss hat am Montagabend geschlossen dem Bebauungsplan für die Fläche zugestimmt. Allerdings gibt es Bedenken von möglichen Betroffenen: Landwirte aus Ingeln-Oesselse befürchten, dass es wegen der Flächenversiegelungen zu Rückstaus auf ihren Feldern kommt, Anwohner des Rethener Spannfelds fordern einen Schutz gegen den zu erwartenden Verkehrslärm.

31,7 Hektar groß ist die geplante Logistikfläche Laatzen-Ost, das südlich der B443 und östlich der B6 bei Rethen entstehen sollen. Entsprechend viel Verkehr dürften die dortigen Betriebe verursachen: Nach Berechnungen von Gutachtern werden dort zwischen 2900 und 4325 Fahrzeuge pro Tag zusätzlich fahren – vor allem auf der B443 in Ost-West-Richtung, die die Fachleute annehmen.

Anwohner aus dem nahe gelegenen Wohngebiet Spannfeld befürchten jedoch, dass es für sie dennoch lauter wird. „Ich bedauere, dass die B6 nicht auch im Fokus der Überlegungen ist“, sagt Wortführerin Almut Hentschel, die ihre Bedenken auch schriftlich im Rahmen der Bauleitplanung eingebracht hat. „Wenn der Lkw-Verkehr auf der B6 zunimmt, werden wir als reines Wohngebiet massiv mehr Lärm erwarten.“ Schon beim Bau des vierten „Ohrs“ an der Schleife zwischen B6 und B443 hätten die Anwohner einen Lärmschutzwall westlich der B6 gefordert. „Wir haben nichts dagegen, dass gebaut wird. Aber machen Sie den Lärmschutz so, dass wir weiter ruhig schlafen können“, forderte Hentschel.

Stadtbaurat Axel Grüning erwiderte, dass der Lärm der B6 schon jetzt alle zusätzlichen Verkehre auf der geplanten Logistikfläche übertönen würde. „Durch das Gewerbegebiet wird es nicht lauter.“ Der Verkehr laufe im Wesentlichen in Ost-West-Richtung auf der B443. „Der Verkehr nach Norden und Süden läuft vor allem über die Autobahn.“ Wenn man über einen Lärmschutz nachdenken wolle, sei dies unabhängig von den Logistikplänen zu sehen.

In ihrer offiziellen Stellungnahme verweist die Stadt auch darauf, dass die zulässigen Lärmwerte für Wohngebiete rechnerisch in einem Abstand von 550 Metern zur Logistikfläche eingehalten würden, das Spannfeld aber 1000 Meter entfernt liege. Hinzu komme die Beschaffenheit des Geländes: „Eine Lärmschutzwand würde keine wirksamen Schallschutz aufgrund der Topographie herstellen.“

Landwirte befürchten Überschwemmungen

Das Regenwasser der Logistikfläche Laatzen-Ost soll über die Bruchriede abgeführt werden. Quelle: Dorndorf

Erhebliche Bedenken gegen die Versiegelung haben die beiden Landwirte Andreas und Ulrich Aue aus Ingeln-Oesselse. Der Bebauungsplan sieht vor, dass bis zur 22,9 Hektar der Gesamtfläche versiegelt werden dürfen. „Die versiegelte Fläche wird zu 100 Prozent die Gräben und die Bruchriede belasten“, sagt Andreas Aue, der in der Nähe Flächen bewirtschaftet. Entsprechend kritisch sieht er den Plan, die komplette Entwässerung über die Bruchriede zu regulieren. Er erinnert daran, dass mit der Erweiterung der Autobahn und den Baugebieten insbesondere in Ingeln-Oesselse immer mehr Wasser von versiegelten Flächen in die Bruchriede abgeführt werden. „Wir haben die Befürchtung, dass das Wasser von der Flur nicht richtig abläuft“, sagt Ulrich Aue.

Die Stadt beruft sich auf Berechnungen zum Wasserabfluss, die ein Fachbüro angestellt hat. „Die Versiegelung von Flächen bedeutet natürlich einen schnelleren Wasserablauf“, sagt Stadtbaurat Grüning. Deshalb seien entsprechende Auflagen zur Wasserrückhaltung gemacht worden – sei es in Form von Rückhaltebecken oder unterirdischen Behältern. „Es wird nicht mehr Wasser pro Zeiteinheit abgeleitet“, sagte Grüning. Der Entwässerungsplan für die Bruchriede sieht die Empfehlung vor, maximal 1,5 bis 2,5 Liter Wasser pro Hektar und Sekunde abfließen zu lassen. „Ziel ist es, das Abflussverhalten des Gebietes so wenig wie möglich gegenüber dem jetzigen Zusand zu verändern“, heißt es in der Stellungnahme der Stadt zu den Bedenken der Landwirte. Die Menge werde daher auf 2,5 Liter pro Hektar und Sekunde begrenzt. „Im Rahmen des Baus kommt es darauf an, das die Vorgaben dort eingehalten werden. Dafür steht die Stadt Laatzen gerade“, versicherte Grüning.

Ausschussmitglied Hannelore Flebbe (CDU) nahm Grüning beim Wort: „Wir erwarten, das es so gebaut wird wie vorgeschrieben und dass eine Kontrolle stattfindet“, sagte sie, bevor das Gremium geschlossen für das Gewerbegebiet stimmte. Das letzte Wort hat nun der Rat der Stadt, der am 7. März tagt.

Bauarbeiten sollen Mitte März beginnen

Mit dem für den 7. März erwarteten Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan sind die politischen Beratungen zu der Logistikfläche Laatzen-Ost abgeschlossen. Nach Angaben der Stadtverwaltung werde im Anschluss ein Erschließungsvertrag zwischen der Stadt und der Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG) geschlossen, die die Fläche entwickelt – eine reine Formalie. Die HRG will sofort im Anschluss mit den Erschließungsarbeiten beginnen, kündigt Geschäftsführer Mathias Böhle an. „Wir hoffen, dass wir Mitte März loslegen können.“ In diesem Jahr wolle man fertig werden, so dass spätestens 2020 die Hochbauarbeiten beginnen können.

Welche Betriebe sich ansiedeln werden, ist bislang nicht bekannt. Laut Böhle gebe es mehrere Interessenten, die dort einen Logistikpark entwickeln möchten. Im Fokus habe die HRG ein Unternehmen, dass unterschiedlich große Flächen anstrebt, so dass dort auch mittelständische Betriebe mit logistischen Ansprüchen Platz fänden. „Wir gehen davon aus, dass das Areal im zweiten Quartal dieses Jahres verkauft werden kann.“ Die Pläne decken sich offenbar mit denen der Stadt: „Wir hoffen, dass sich ein bunter Mix von Logistikbetrieben, aber eventuell auch Betrieben aus dem produzierenden Bereich ansiedeln werden“, sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann.

Von Johannes Dorndorf

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