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Laatzen Polizei kontrolliert: Keine Elterntaxis mehr vor Grundschule Rethen
Umland Laatzen

Laatzen: Polizei kontrolliert: Keine Elterntaxis mehr vor Grundschule Rethen

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18:52 23.09.2019
Die Appelle zeigen Wirkung: Zumindest am Montagmittag, als die Polizei kontrollierte, fuhr kein einziges Elterntaxi bei der Grundschule Rethen vor. Wenn Eltern denn ihre Kinder mit dem Auto abholten, parkten die Wagen in Nebenstraßen. Quelle: Astrid Köhler
Rethen

Der eindringlich formulierte Elternbrief der Rethener Grundschule und die behördlichen Maßnahmen haben offenbar gewirkt: Nach dem Vorfall am Dienstag vergangener Woche, als Elterntaxis bei einem Notfall die Rettungszufahrt zum Schulgelände versperrten, sind die Polizei und das städtische Team Sicherheit und Ordnung nun regelmäßig vor Ort. Am Montag wurden bei den Kontrollen vor der Schule keine Verstöße festgestellt. Unterdessen melden sich auch Ortsratspolitiker mit Vorschlägen zur Verkehrslenkung rund um die Schule am Steinweg zu Wort.

Seit Freitag dürfen Autos nicht mehr in die frühere Stichstraße zur Hildesheimer Straße fahren. Die Stadt hat ein Verbotsschild vor der Sackgasse aufstellen lassen, die Eltern bis zuletzt als Parkplatz nutzten. So soll jene Rettungszufahrt zum Schulgelände verlässlich frei gehalten werden, die jüngst blockiert war, als eine Schülerin nach einem allergischen Schock dringend ärztliche Hilfe benötigte – und sie schließlich zum Glück auch rechtzeitig erhielt.

Polizei und Stadt kontrollieren nahezu täglich

Als weitere Reaktion auf den Notfall kontrollieren Polizei und Mitarbeiter des städtischen Teams Sicherheit und Ordnung seit der vergangenen Woche nahezu täglich den Verkehr am Steinweg zu den Hol- und Bringzeiten. Am Montag um 12.45 Uhr standen dort – wie an Grundschulen üblich – erneut viele Eltern, allerdings war dieses Mal niemand mit dem Auto vorgefahren. Vielmehr parkten die Wagen weiter entfernt oder in Nebenstraßen wie der Thiestraße und dem Burgweg.

Das Team Sicherheit und Ordnung sowie die Laatzener Polizei kontrollieren seit dem Vorfall vergangene Woche mit versperrter Rettungszufahrt verstärkt die Verkehrssituation vor der Grundschule Rethen.

„Alles ist entspannt“, bestätigte Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Am Montagmorgen hätten nur wenige Autofahrer auf ein „drohendes Fehlverhalten“ hingewiesen werden müssen – konkret: das neue Verbotsschild an der Sackgasse. Die am Mittag kontrollierende Polizei hingegen musste gar nicht eingreifen. Die Rethener Grundschule stehe zurzeit sehr im Fokus, gab der Kontaktbeamte Olaf Seppelt zu bedenken, der erst jüngst dafür geworben hatte, Kindern mehr zuzutrauen und sie zur Schule laufen zu lassen. Elterntaxis seien aber auch an vielen anderen Grundschule ein Thema. Zudem gelte es abzuwarten, wie die Situation in einigen Monaten in Rethen aussehe.

Ortsratspolitiker machen Vorschläge

Als Reaktion auf den Vorfall mit der versperrten Rettungszufahrt haben sich auch Vertreter der Rethener Ortsratsfraktionen mit Anregungen zu Wort gemeldet. CDU-Ortsratsfrau Elke Heinrich schlägt für ihre Gruppe mit der FDP erneut Schülerlotsen vor. Erwachsene sollten demnach den Verkehr regeln und Autofahrer bei Bedarf darauf ansprechen, wo ein Auto stehen darf – und wo nicht. „Vielleicht gibt es ja Freiwillige, die das machen“, sagt Heinrich. Mit Halteverbotsschildern allein und sporadischen Kontrollen sei das Problem jedenfalls nicht zu lösen, meinte die Ortsratsfraktionsvorsitzende: „Da setzen sich die Eltern drauf.“

Die SPD regte an, den Sackgassenbereich als reinen Lehrerparkplatz auszuweisen oder alternativ einen Durchstich mit Einbahnstraßenregelung zur Hildesheimer Straße zu prüfen. Dort könnten Kinder wie in einer Kiss-and-ride-Zone kurz aussteigen und die Eltern ohne gefährliche Wendemanöver wieder abfahren. Dies seien nur Ideen, die noch auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden müssten, betonte SPD-Ortsfraktionschef Heiko Schönemann, der auch dem Elternrat der Grundschule angehört. Er hoffe auf weitere Vorschläge und gute Lösungen – auch mit Blick auf den bevorstehenden Erweiterungsbau der Schule. Nach dem Vorfall von Dienstag seien Stadtverwaltung, Schule, Eltern und nicht zuletzt auch die Anwohner wohl entsprechend sensibilisiert.

Um die Zufahrt auf das Grundschulgelände zu gewährleisten hat die Stadt Laatzen am Freitag ein Durchfahrt-Verboten-Schild an der zuletzt als Parkplatz genutzten früheren Stichstraße aufstellen lassen. Quelle: Astrid Köhler

Stadt und Schule wollen über Maßnahmen sprechen

Vertreter von Stadt und Schule wollten sich „in den nächsten Wochen“ zu Gesprächen treffen und weitere Maßnahmen erörtern, bestätigte der Stadtsprecher. Bis dahin sollten Vorschläge und Ideen zur Verkehrsführung und -lenkung auf ihre rechtliche Möglichkeit hin geprüft werden. Diese würden vermutlich auch bei der nächsten Sitzung des Rethener Ortsrates am 5. November Thema sein. Das Durchfahrt-verboten-Schild an der Sackgasse neben der Rettungszufahrt jedoch, so viel stehe bereits jetzt fest, bleibe bis auf Weiteres stehen.

Zudem haben sowohl die Polizei wie auch das städtische Team Sicherheit und Ordnung weitere Kontrollen angekündigt – nicht nur vor der Grundschule in Rethen.

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Von Astrid Köhler

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