Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Laatzen Wie kommt ein menschlicher Schädel auf einen Kompostplatz in Laatzen?
Umland Laatzen

Laatzen: Rätsel um Schädelfund 2019 in Rethen gelöst

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:26 28.01.2020
Beim Sieben kompostierter Erde hatten Mitarbeiter einer Gartenbaufirma im März 2019 einen Schädel auf dem Kompostplatz in Rethen entdeckt. Quelle: Johannes Dorndorf
Rethen

Knapp ein Jahr ist es her, dass Mitarbeiter einer Gartenbaufirma auf einer Lagerfläche in Rethen einen Schädel gefunden haben. Der vollständig skelettierte Kopf wurde seinerzeit der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) zur rechtsmedizinischen Untersuchung übergeben. Inzwischen liegt das Gutachten der Experten vor: Demnach handelt es sich um den Schädel einer älteren Dame.

Die Untersuchungen seien bereits im Herbst abgeschlossen worden, sagt eine Sprecherin der Polizeidirektion Hannover. Der Schädel „einer älteren weiblichen Person“ habe sich bereits seit mehreren Jahrzehnten im Erdreich befunden. „Hinweise darauf, dass gegen die Person Gewalt angewendet wurde, gibt es nicht“, so die Sprecherin. Der Schädel befinde sich weiterhin in der MHH.

Der Regen spülte die Erde vom Schädel ab

Der Fund des menschlichen Überrests hatte am 14. März 2019 zunächst für Schrecken gesorgt. Zwei Mitarbeiter einer Gartenbaufirma waren dabei, abgelagerte Erde durchzusieben und zum Marktteil in Laatzen-Mitte zu bringen, der gerade verfüllt wurde. Zunächst hatten die Arbeiter nur einen runden Gegenstand wahrgenommen, den sie für einen Fußball hielten. Doch über Nacht spülte der Regen die Erde ab und der knöcherne Kopf kam zum Vorschein.

Dass am Schädel keine Gewalteinwirkung festzustellen ist, sagt zwar nichts darüber aus, woran die ältere Dame gestorben ist. Allerdings gab es schon kurz nach dem Fund im März eine schlüssige Erklärung, wie der skelettierte Kopf auf die Lagerfläche gekommen sein könnte. Die Fläche wird von der Stadt Laatzen genutzt, um überschüssigen Boden zu lagern. Das kann etwa Erdreich von Tiefbauarbeiten sein. Aber auch die fünf städtischen Friedhöfe – an der Ahornstraße, Am Brocksberg, Im Heidfeld, in Oesselse und in Rethen – bringen ihren Aushub zu der Lagerfläche.

Ruhezeit auf Friedhöfen reicht zum Verwesen aus – normalerweise

Wird ein menschlicher Körper erdbestattet, reicht normalerweise die übliche Ruhezeit, um ihn verwesen zu lassen. Das niedersächsische Bestattungsgesetz schreibt 20 Jahre als Mindestruhezeit vor, oft ruhen Tote sogar bis zu 30 Jahre in der Erde. Üblicherweise dauert es rund zwölf Jahre, bis Gewebe wie Haut und Organe vollständig verwest ist. Knochen brauchen länger für den Prozess, der letztlich auch von der Beschaffenheit der Erde der einzelnen Friedhöfe abhängt. Und Schädel- und Oberschenkelknochen sind die kräftigsten Knochen im menschlichen Körper.

„Es ist sehr selten, dass Schädel oder Knochen den Friedhof verlassen“, sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Die Friedhofsmitarbeiter achteten beim Ausheben von Gräbern auf menschliche Überreste. „Sie haben schon eine Sensibilität dafür“, so Brinkmann. Werde ein Grab nach Ablauf der Ruhezeit erneut belegt und fänden Mitarbeiter dabei Knochen, würden diese unterhalb der Grabsohle wieder beigesetzt.

Ein Fund wie jener vom März 2019 in Rethen sei der Stadt bisher nicht bekannt.

Lesen Sie auch

Knochenfund 2017 in der Eilenriede in Hannover gibt der Polizei Rätsel auf

Von Katharina Kutsche

49 Telefon- und Internetanschlüsse in Laatzen waren in der Nacht zu Dienstag gestört. Wer anrief, erhielt aber keinen Störungshinweis, sondern die Meldung, dass der Teilnehmer nicht telefonieren wollte. Für einen Laatzener, dessen Schwester im Sterben liegt, hätte das bittere Konsequenzen haben können.

28.01.2020

Vor einem Jahr gab es schon einmal 1000 Euro für die Ortsfeuerwehr in Laatzen-Gleidingen. Nun hat die Sparkasse Hannover den Helfern wieder eine Spende überreicht. Die Finanzierung der neuen LED-Helmlampen, die nicht zur Standardausrüstung gehören, aber sinnvoll sind, ist damit gesichert.

28.01.2020

Die Laatzener Landwirtschaft ist vor allem in Ingeln-Oesselse beheimatet. Rund ein Dutzend Bauern verdienen dort ihr Geld vorwiegend mit Ackerbau. Um in Zeiten öffentlicher Bauern- und Bürgerproteste im Gespräch zu bleiben, laden sie für Mittwoch, 29. Januar, 19.30 Uhr zu einem Diskussionsabend ein.

28.01.2020