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Laatzen Rat beschließt Tabak-Werbeverbot auf städtischen Flächen
Umland Laatzen

Laatzen: Rat beschließt Tabak-Werbeverbot auf städtischen Flächen

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14:07 10.05.2019
Viele Zigarettenautomaten in Laatzen sind zwar vom Gehweg aus erreichbar, stehen aber auf prviatem Grund - so wie hier an der Eichstraße. Quelle: Johannes Dorndorf
Laatzen

Es ist beschlossen: Die Stadt wird ab sofort keine Werbeflächen mehr für Zigaretten- und Tabakwerbung zur Verfügung stellen. Das hat der Rat bei seiner Sitzung am Donnerstagabend beschlossen. Außerdem dürfen auf öffentlichen Flächen keine Zigarettenautomaten mehr stehen, private Grundstückseigentümer werden darauf angesprochen, ob sie die Automaten demontieren lassen.

Obwohl der Beschluss im Rat einstimmig fiel, gab es zuvor eine kontroverse Diskussion um Teilbeschlüsse – und Bekenntnisse der Ratspolitiker zum eigenen Rauchverhalten. Auslöser war die Bemerkung von Gerhard Klaus (FDP) in den Vorberatungen, er bezweifle negative Effekte von Tabakwerbeverboten auf das Rauchen. „Es gibt Studien, die dies eindeutig belegen“, sagte Andrea Melletat (Grüne), die den Antrag eingebracht hatte. „Die Stadt kann eine positive Position einnehmen und für Jugendliche etwas tun, statt ihnen durch die Tabakindustrie suggerieren zu lassen, dass Rauchen cool ist“, sagte die Grünen-Politikerin.

„Ich bin militanter Nichtraucher, um das klarzustellen“, erwiderte FDP-Fraktionschef Gerhard Klaus. „Es geht nicht um ein Werbeverbot, denn das kann die Stadt nicht beschließen, sondern nur um städtische Werbeflächen“ – und da sei ein Verzicht gut und richtig. Erhebliche Zweifel habe er aber daran, ob die Stadt private Grundstückseigentümer zum Umdenken bewegen kann. „Die Stadt sollte nicht irgendwelche Möglichkeiten erwägen, jemanden das Aufstellen eines Automaten auf seinem privaten Grundstück zu verbieten, der sowieso so gesichert ist, so dass nur über 18-Jährige ihn nutzen können.“

Grundstückseigner werden Automaten nur schwer los

Melletat berichtete hingegen, Grundstückseigentümer hätten manchmal selbst Probleme, die Tabakautomaten loszuwerden. „Ein Nachbar von mir hat drei Mal beim Aufsteller angerufen und drei Mal geschah nichts. Erst als er androhte, ihn selbst zu entfernen, kamen Leute und bauten ihn ab.“

Für Bürgermeister Jürgen Köhne, nach eigenem Bekunden ebenfalls „militanter Nichtraucher“, sei der Nikotinverzicht „eine der besten Entscheidungen meines Lebens“ gewesen. Dennoch sehe er kaum Erfolgschancen beim Versuch, private Automaten loszuwerden – auch wenn er das Ansinnen für richtig halte. „Sie wissen, welche Chancen wir haben, in privatrechtliche Verträge einzugreifen“, sagte Köhne in Richtung der rot-grünen Mehrheitsgruppe. Die Verwaltung verweist darauf, dass die Überprüfung der bestehenden Automatenstandorte Zeit benötigen werde. Derzeit gehe man davon aus, dass es zumindest auf öffentlichem Grund keine solchen Geräte gibt.

Von Johannes Dorndorf

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