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Laatzen Weihnachtspäckchen für Wohnungslose: Ehepaar aus Rethen sammelt Spenden
Umland Laatzen

Laatzen: Rethener Ehepaar sammelt Hygieneartikel für Obdachlose

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14:15 22.11.2020
Marion und Karl-Heinz Paschen rufen die Laatzener auf, Päckchen mit Hygieneartikeln für Obdachlose zu spenden. Quelle: Daniel Junker
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Rethen

Schon seit 2012 organisieren Marion und Karl-Heinz Paschen die Wunschbaumaktion, bei der Laatzener zu Weihnachten Päckchen für Kinder aus finanzschwachen Familien spenden. In diesem Jahr fällt die Aktion, an der sich mitunter mehr als 100 Bürger beteiligt hatten, der Corona-Pandemie zum Opfer. „Wir können den Wunschbaum in diesem Jahr leider nicht anbieten“, sagt Marion Paschen. „In der Volksbank, in der wir den Baum immer aufgestellt hatten, ist wegen der Abstandsregelungen zu wenig Platz. Es wären zu viele Personen, die die Wunschzettel abholen und die Päckchen bringen – so viel Publikumsverkehr ist nicht zumutbar.“

In Absprache mit der Volksbank hatte das Ehepaar zunächst noch überlegt, den Baum vor der Rethener Filiale aufzustellen. „Es muss aber kontrolliert werden, wie viele Wunschzettel im Umlauf sind und wie der Rücklauf ist“, sagt Marion Paschen. Dies könnten weder das Ehepaar noch das Geldhaus leisten.

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Hygieneartikel und „Sachen fürs Herz“

Sie und ihr Mann haben sich allerdings schon eine Alternative überlegt. „Weil wir dieses Mal nichts für die Kinder tun können, wollen wir Obdachlosen helfen“, erklärt die Rethenerin. Das Ehepaar ruft nun Laatzens Bürger dazu auf, Weihnachtspäckchen für Wohnungslose zu packen. „Sie benötigen insbesondere Hygieneartikel, zum Beispiel Waschlotion, Seife, Haarshampoo, Zahnpasta und -bürsten, Taschentücher oder auch mal einen Kamm.“ Am besten geeignet seien kleine Reiseportionen, die gut zu transportieren sind. „Und es wäre natürlich schön, wenn auch ein paar Sachen fürs Herz beiliegen, zum Beispiel Schokolade, Lebkuchen oder ähnliche Dinge. Ein Paar warme Socken oder Handschuhe können Obdachlose auch immer gebrauchen.“

Die Paschens nehmen weiterhin auch Kleidung an

Die Spendenaktion ist schon die zweite, die Marion und Karl-Heinz Paschen zugunsten von Obdachlosen ins Rollen bringen: Im September 2019 hatte das Ehepaar dazu aufgefordert, ausrangierte Winterkleidung für auf der Straße lebende Menschen zu spenden. Die Aktion war ein voller Erfolg. „Und sie läuft immer noch“, freut sich die 70-jährige Rethenerin. Seit mehr als einem Jahr bringt Karl-Heinz Paschen zweimal in der Woche eine Kofferraumladung Textilien zur Kleiderkammer des Diakonischen Werks an der Berliner Allee in Hannover.

Die Paschens haben bemerkt, dass die Spendenbereitschaft in der kalten Jahreszeit wieder zunimmt. Sie hoffen, dass das so bleibt. „Wir nehmen weiterhin aussortierte Winterkleidung an, sie muss aber in einem noch nutzbarem Zustand sein.“ Neben Parkas und Pullovern, dicken Socken, Handschuhen und Mützen würden auch Schlafsäcke und Decken benötigt. Wer Kleidung spenden möchte, kann bei dem Ehepaar klingeln oder die Dinge auf der weißen Bank vor dem Haus ablegen. „Sofern es notwendig ist, holen wir die Sachen auch ab“, sagt Karl-Heinz-Paschen.

Als Gesamtwert für den Inhalt schwebt den Rethenern ein Betrag von etwa 15 Euro vor. Wer die Paschens unterstützen möchte, sollte die Waren in Weihnachts- oder Papiertüten verpacken. „Es wäre schön, wenn es ein bisschen nett aussieht“, sagt Marion Paschen. Die Päckchen können direkt bei dem Ehepaar an der Schmiedestraße 16a in Rethen abgegeben werden. „Man kann einfach bei uns klingeln oder die Sachen auf der weißen Bank vor unserem Haus ablegen, wir holen sie dann rein“, kündigt Karl-Heinz Paschen an. Wer Fragen hat, erreicht beide unter Telefon (05102) 2953.

Diakonisches Werk verteilt Päckchen

Im Advent sollen die Päckchen dann über den Kontaktladen Mecki an wohnungslose Menschen ausgegeben werden. Die vom Diakonischen Werk Hannover betriebene Einrichtung am Raschplatz bietet Obdachlosen eine Kombination aus Anlaufstelle, Straßensozialarbeit und medizinischer Grundversorgung an. „Sie bekommen dort morgens auch einen Kaffee und ein kleines Frühstück“, erklärt Karl-Heinz Paschen. Die Päckchen sollen den Obdachlosen eine zusätzliche Freude bereiten.

Die Wunschbaumaktion für Kinder sei übrigens nicht aufgehoben, sondern lediglich aufgeschoben: „Sofern es möglich ist, wollen wir sie im nächsten Jahr gerne wieder anbieten.“.

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Von Daniel Junker