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Laatzen Rethener warten vergeblich auf ihre Post
Umland Laatzen Rethener warten vergeblich auf ihre Post
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16:52 15.04.2019
Anwohner der Oppelner Straße in Rethen beklagen, dass sie seit Wochen keine Post mehr bekommen. Quelle: Stephanie Zerm
Rethen

Cornelia Voigtländer ist sauer. „Seit fast vier Wochen bekommen wir keine Post mehr“, sagt die Rethenerin. Nicht einmal die üblichen Werbesendungen seien bei ihr an der Oppelner Straße zugestellt worden. Die Probleme hätten bereits Ende März begonnen. Am 1. April sei die Post dann einmal zugestellt worden. Ebenso wie am vergangenen Freitag. „Da sind gleich vier Kilo auf einmal in unserem Briefkasten gelandet, so dass er regelrecht überquoll.“ Darunter seien auch zahlreiche Briefe gewesen, die schon vor einer Woche und länger frankiert worden seien. Doch seitdem bliebe der Briefkasten wieder leer.

Dabei ist Cornelia Voigtländer nicht die einzige Rethenerin, die seit Wochen vergeblich auf die Zustellung wartet. „Unsere Nachbarn haben auch zwei bis drei Wochen keine Post erhalten“, berichtet sie. Auch bei ihrer Tochter, die im Löwenberger Weg wohnt, sei der Briefkasten mehrere Wochen lang leer geblieben. „Das ist ärgerlich, weil viele Briefe auch terminliche Fristen enthalten.“

Am meisten ärgert sich Cornelia Voigtländer jedoch über den Umgang der Deutschen Post mit ihren Zustellschwierigkeiten. „Ich hätte volles Verständnis dafür, wenn sie uns darüber informiert hätte, dass es wegen Krankheit oder Urlaub von Mitarbeitern Probleme gibt und ich hätte auch nichts dagegen gehabt, dann nur zweimal in der Woche Post zu bekommen“, sagt die Rethenerin. „Das Schlimmste ist, dass man überhaupt keine Informationen bekommt und nicht weiß, wann wieder zugestellt wird.“

Postzusteller ist ausgefallen und kann nicht ersetzt werden

„Wir haben auch seit fast vier Wochen nichts mehr bekommen“, sagt ein weiterer Anwohner der Oppelner Straße, der sich mit mehreren Nachbarn unterhalten und von ihnen ähnliches erfahren habe. „Das gesamte Viertel ist betroffen“, sagt der Rethener, der namentlich nicht genannt werden will. Er habe ebenso wie viele seiner Nachbarn mehrfach bei der Kundenhotline der Post angerufen. „Dort sagte man mir aber nur, dass meine Beschwerde weitergeleitet wird.“ Als Entschädigung habe man ihm angeboten, ihm kostenlose Briefmarken zu schicken. Für den Anwohner ist dies ein schlechter Witz: „Wie sollen die denn ankommen, wenn die Post nicht zugestellt wird?“

Von einem Postmitarbeiter habe er erfahren, dass es nicht genügend Zusteller gebe und die Briefe in der Laatzener Filiale an der Robert-Koch-Straße lagern würden. Daraufhin wollte seine Frau dort ihre Post abholen. „Die Mitarbeiter dort haben bestätigt, dass die Briefe dort liegen“, berichtet sie. „Aber sie haben gesagt, dass sie sie mir nur in Begleitung eines Postzustellers aushändigen dürfen.“

Dabei ist es nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass Laatzener vergeblich auf ihre Zustellungen warten. Im Januar erhielten Anwohner in Grasdorf zehn Tage lang keine Briefe und im März warteten sie ebenfalls mehr als eine Woche lang an der Wülferoder Straße auf ihre Post.

Seit Montag soll die Sendungen laut Pressesprecher Jens-Uwe Hogardt an der Oppelner Straße wieder ordnungsgemäß zugestellt werden. Grund für die Zustellschwierigkeiten soll der Ausfall eines Postboten gewesen sein, der nicht ersetzt werden konnte. Dabei widerspricht Hogardt jedoch den Aussagen der Anwohner, sie hätten seit rund vier Wochen keine Schreiben mehr bekommen. „Wir hatten lediglich in der vergangenen Woche Einschränkungen bei der Zustellung.“ Diese seien nun aufgehoben.

Von Stephanie Zerm

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