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Laatzen SPD und Linke: KSG soll Wohnungen bauen, statt Dividende auszuzahlen
Umland Laatzen

Laatzen: SPD und Linke: KSG soll Wohnungen bauen statt Dividende auszahlen

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00:19 14.06.2019
Sozialwohnungen wie diese der Deutschen Wohnen an der Wülferoder und Pettenkoferstraße gibt es in Laatzen nicht viele. Ihr Anteil am gesamten Wohnungsbestand betrug zuletzt knapp 2,8 Prozent. Quelle: Astrid Köhler (Archiv)
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Laatzen

Einen Bilanzgewinn von 2,2 Millionen Euro hat die kommunale Wohnungsbaugesellschaft KSG Hannover 2018 erzielt. Eine Million davon, so sieht der Plan vor, sollen als Dividende an die Eigner ausgezahlt werden, wie sie die Stadt Laatzen mit einem Anteil von 2,79 Prozent ist. Vertreter der Ratsmehrheit von SPD haben diesem Plan im Finanzausschuss zwar zugestimmt, aber zugleich eine Debatte über Reinvestitionen in zusätzliche Wohnungen angeregt.

Es sei denkwürdig, wenn eine hohe Dividende festgelegt und in derselben Drucksache festgestellt werde, dass der demografische Wandel und Wohnungsmangel das größte Problem sei, sagte Jessica Kaußen (Linke): „Konstruktiver Wunsch: Die Summe sollte nicht unbedingt ausgeschüttet, sondern reinvestiert werden.“ Ähnlich äußerte sich Michael Riedel (SPD): Der Bürgermeister sollte mit den anderen Gesellschaftervertreter diskutieren, ob das Geld nicht besser für den Bau zusätzlicher Wohnungen in den jeweiligen Kommunen verwendet werden soll.

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Größter Gesellschafter der KSG ist die Region Hannover (25,1 Prozent), die einzelnen Städte und Gemeinden im Umland kommen zusammen auf 68,6 Prozent, und die Sparkasse Hannover kommt auf 6,2 Prozent.

Janisch (CDU): Dividende sollte ausgeschüttet werden

Die Ausschüttung sei schon gering, und die Dividende gehe auch nicht zulasten der seit Jahren konstant hohen Investitionen, erwiderte Nils Janisch (CDU), der für die Beibehaltung der bisherigen Praxis plädierte: „Die KSG arbeitet sauber und profitabel. Es ist nicht von Vorteil, das Geld in Unternehmen zu parken.“ Die Dividende sollte ausgeschüttet und den städtischen Haushalten zur Verfügung gestellt werden. In Laatzen wären dies knapp 28.000 Euro.

Heinz Scheibe (Mitglied der SPD-Gruppe) erinnerte daran, dass die KSG mit zuletzt 38 neuen Wohnungen deutlich unter ihrer formulierten Höchstgrenze von 200 pro Jahr geblieben war. Auch wenn allgemein durch die Zusammenlegung kleiner Wohnungen mehr für Familien getan worden sei, wie Bodenstab (CDU) zu Bedenken gab, das Ergebnis reiche nicht. „Wichtig ist, dass Wohnungen gebaut werden“, betonte auch Ernesto Nebot (SPD). Wenn dies eine Firma machen kann, deren Teile allen gehörte, sollte die Stadt darauf hinwirken.

Weißleder (FDP): Problem bleiben die fehlenden Grundstücke

„Sie wollen kommunal bauen, doch ich halte dem entgegen: Wenn Laatzen so attraktiv bleibt, werden wir immer zu wenig Wohnungen haben“, entgegnete Dirk Weißleder (FDP). Das Problem blieben dort die fehlenden Grundstücke.

Der Anteil von Sozialwohnungen am gesamten Wohnungsbestand in Laatzen betrug zuletzt knapp 2,8 Prozent. Dabei ist der Bedarf deutlich größer: Rund 14 Prozent der Laatzener verfügen über ein Einkommen an der Armutsgrenze.

In Alt-Laatzen gibt es aktuell ein KSG-Projekt. Am Kreuzweg sollen ab Jahresende 15 bezahlbare Wohnungen entstehen. Voraussichtlicher Fertigstellungstermin: Anfang 2021. (zum Artikel).

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Von Astrid Köhler