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Laatzen Schüler blitzen Temposünder in Alt-Laatzen
Umland Laatzen Schüler blitzen Temposünder in Alt-Laatzen
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16:24 16.04.2019
Gespannt Ecke verfolgen die Kinder die sich nähernden Autos auf dem Monitor des Messgerätes. Quelle: Thomas Böger
Alt-Laatzen

„Da kommt wieder einer!“ ruft Angelina aufgeregt. „Ach nee, der biegt ab“, meint Greta enttäuscht. Die beiden Mädchen gehören zu der Gruppe von Kindern zwischen sechs und 13 Jahren, die bei der vom städtischen Kinder- und Jugendbüro organisierten Ortsteilerkundung von Alt-Laatzen mitmachen. Dazu gehört neben einem Spielplatz-Test und einer Befragung von Passanten („Was würden Sie tun, wenn Sie König von Alt-Laatzen wären?“) auch eine Geschwindigkeitskontrolle zusammen mit der Polizei vor der Grundschule in der Alten Rathausstraße, wo Tempo 30 gilt.

Anfänglich löst kaum ein Auto den Blitzer aus, der erst bei einer Geschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde reagiert. Doch dann werden unter den 67 Fahrzeugen, die innerhalb von knapp zwei Stunden die Kontrollstelle passieren, doch noch einige Temposünder erwischt. „Warum sind Sie hier vor der Schule zu schnell gefahren?“, fragen die Kinder die Fahrerin des ersten von Polizeikommissarin Janine Kilian angehaltenen Autos. „Erstens weil Ferien sind und zweitens weil ich um 11 Uhr einen Termin habe“, antwortet die Frau. „Stellen Sie sich mal vor, da wäre ein Kind rübergegangen“, redet Yuna der Fahrerin ins Gewissen.

Eine andere Fahrerin will gar nicht glauben, dass sie das Lasergerät mit Tempo 43 passiert hat. „Ich habe das Schild nicht gesehen“ oder „...das ist jetzt blöd gelaufen“ – die Ausreden der Ertappten sind vielfältig, aber die Schüler lassen sich damit nicht abspeisen: „Steht da nochmal groß auf der Straße“, weist Joannis auf die große weiße 30 auf dem Asphalt hin. Es gibt aber auch Einsichtige: „Tut mir leid“, meint ein Fahrer. „Das nächste Mal werde ich drauf achten“, verspricht ein anderer. Allen gemeinsam ist die Erleichterung, dass sie nichts bezahlen müssen. „Die Kinder sind so nett und belassen es bei einer mündlichen Verwarnung“, erklärt Kilian den Fahrern. Eigentlich hätten die meisten der elf Temposünder 15 oder 25 Euro bezahlen müssen. Einer war sogar mit 55 Kilometern pro Stunde unterwegs. Das hätte ihn bei einer regulären Kontrolle 80 Euro gekostet, und einen Punkt in Flensburg hätte er auch noch kassiert.

Jugendpfleger Karsten Frese hofft, dass die Kontrolle nicht nur eine spannende Aktion für die Jungen und Mädchen ist. „Das bleibt vielleicht doch im Kopf hängen“, meint er: Die Ansprache der Kinder beschere den erwischten Autofahrern möglicherweise eher ein schlechtes Gewissen, als wenn sie es nur mit der Polizei zu tun gehabt hätten.

Kinder finden viel Müll auf den Spielplätzen

Die jungen Teilnehmer der Ortsteilerkundung haben sich auch die Spiel- und Bolzplätze in Alt-Laatzen angesehen, insgesamt zwölf. „Manche sind ja ganz gut“, hat Yuna dabei festgestellt, „aber andere gar nicht.“ Die Geräte seien zum Teil recht alt, meint Houda, „ein Karussell hat furchtbar gequietscht.“ Yuna hat auch etliche Schaukeln und Rutschen entdeckt, bei denen die Farbe großenteils abgeblättert ist. „Die sehen aus, als wären sie hundert Jahre alt“, sagt sie. Aber vor allem stört die beiden Mädchen der viele Müll, den sie auf manchen Plätzen gefunden haben.

Die komplette Auswertung ihrer Erkundungen präsentieren die Schüler zum Abschluss des Projektes für alle Interessierten am Donnerstag, 18. April, ab 16 Uhr im Kinder- und Jugendtreff Juka, Alte Rathausstraße 39. tb

Von Thomas Böger

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